Oman, Export-Dokumente

Oman führt digitale Export-Dokumente ein

19.01.2026 - 06:24:11

Deutsche Exporteure müssen seit 2025 Handelsdokumente zusätzlich auf der Plattform Docswallet digital legalisieren. Das hybride Verfahren erhöht den Aufwand, soll aber langfristig Effizienz steigern.

Deutsche Exporteure müssen sich auf neue Regeln für Geschäfte mit dem Oman einstellen. Seit Frühjahr 2025 ist ein zusätzlicher digitaler Schritt für die Legalisierung von Handelsdokumenten verpflichtend. Diese Neuerung soll Lieferketten effizienter machen, stellt Unternehmen aber vor neue Herausforderungen.

Hybrides Verfahren: Stempel plus Upload

Der Kern der Reform ist ein zweistufiger Prozess. Die herkömmliche physische Beglaubigung durch die Deutsch-Arabische Industrie- und Handelskammer (Ghorfa) bleibt erhalten. Doch danach müssen alle Dokumente auf der Online-Plattform „Docswallet“ von Oman Post hochgeladen und digital legalisiert werden. Erst dann sind sie für die Zollabfertigung im Oman gültig.

Das Verfahren beginnt bei der zuständigen IHK, die Dokumente wie Ursprungszeugnisse vorbeglaubigt. Anschließend prüft und stempelt die Ghorfa. Den finalen, verpflichtenden Schritt bildet der Upload ins omanische Portal. Nach erfolgreicher Bearbeitung gibt es eine digitale Bestätigung. Ein fehlerhafter Ablauf kann zu erheblichen Verzögerungen bei der Wareneinfuhr führen.

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Strengere Vorgaben für Ursprungsnachweise

Besonderes Augenmerk legen die Behörden auf die korrekte Ausstellung der Papiere. Im Ursprungszeugnis muss das Herstellerland exakt angegeben werden – pauschale Angaben wie „Europäische Union“ reichen nicht mehr aus.

Zudem ist eine neue englische Klausel auf der Rückseite jedes Ursprungszeugnisses Pflicht. Für deutsche Waren lautet sie: „We hereby declare that the mentioned merchandise is being exported on our own account. The goods are of pure German origin.“ Bei Lebensmitteln wird „merchandise“ durch „foodstuff“ ersetzt. Liefern Waren aus mehreren Ländern, müssen alle genannt werden. Diese detaillierten Vorgaben sollen die Transparenz und Rückverfolgbarkeit erhöhen.

Teil einer nationalen Digitalisierungsstrategie

Die E-Legalisierung ist kein Einzelfall. Sie ist eingebettet in Omans umfassende „National Logistics Strategy“. Die Zollbehörde, die der Royal Oman Police untersteht, treibt die papierlose Lieferkette aktiv voran. Bereits etabliert sind Initiativen wie elektronische Frachtfreigaben.

Ziel ist es, Grenzabfertigungen zu beschleunigen und das Geschäftsumfeld für internationale Partner attraktiver zu machen. Auf der offiziellen Zollwebsite finden Unternehmen eine Datenbank mit den aktuellen Anforderungen. Wer sich früh mit Systemen wie „Bayan“ vertraut macht, kann sich einen Wettbewerbsvorteil sichern.

Chance und Herausforderung für den Mittelstand

Die Umstellung fordert vor allem kleine und mittlere Unternehmen heraus. Der administrative Aufwand steigt, interne Prozesse müssen angepasst und Mitarbeiter geschult werden. Doch Experten sehen auch Potenzial: Langfristig könnten digitale Abläufe schneller und fehlerärmer sein als manuelle Papierprozesse.

Die zentrale Verfügbarkeit legalisierter Dokumente erhöht die Transparenz für alle Beteiligten – vom Exporteur bis zum omanischen Importeur. Entscheidend ist eine proaktive Herangehensweise. Unternehmen sollten ihre Checklisten aktualisieren und die Zusammenarbeit mit IHKs, Ghorfa und Logistikpartnern intensivieren. In einem wachsenden Markt wie dem Oman ist diese Compliance nicht nur Pflicht, sondern ein Schlüssel zum Erfolg.

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@ boerse-global.de