Ohrakupunktur wird 2026 zum Pflege-Standard
19.01.2026 - 13:22:12Die Schmerztherapie ohne Medikamente gewinnt an Boden. Deutsche Pflegekräfte drängen in spezielle Akupunktur-Kurse, während eine US-Studie den Nutzen bei Demenz belegen soll. Hinter dem Trend stehen der Pflegenotstand und die Suche nach Alternativen zu Opioiden.
Ausbildung boomt: Kurse in Berlin, Hamburg und Oldenburg ausgebucht
Die Nachfrage nach Fachwissen in Aurikulotherapie, der Ohrakupunktur, ist so hoch wie nie. Das belegen die vollen Terminkalender führender Ausbildungsinstitute in diesen Januartagen. Während das Yase-Institut in Oldenburg gerade ein hybrides Basis-Intensivseminar per Online-Reihe durchführt, startet die NADA Deutsche Sektion diese Woche Präsenzkurse in Berlin und Hamburg.
Das Format des Oldenburger Instituts ist typisch für den neuen Trend: Ein Mix aus Online-Theorie und kompakten Praxisblöcken am 22. Januar und 5. Februar. So können Pflegende den NADA-Protokoll für Entgiftung, Stress- und Traumabewältigung erlernen, ohne lange der Arbeit fernzubleiben. Parallel dazu beginnt in Berlin am 23. Januar ein „Basic I“-Kurs, in Hamburg am Folgetag „Basic II“. Die Häufung zeigt: Die Methode ist im klinischen Alltag angekommen.
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US-Studie setzt auf Druck statt Nadeln
Während in Europa ausgebildet wird, liefert die Forschung in den USA neue Argumente für den klinischen Einsatz. An der UT Health San Antonio startete im Dezember 2025 eine Pilotstudie unter Leitung von Dr. Bianca Shieu. Ihr Fokus: die Schmerzlinderung bei Demenzpatienten durch Ohrakupressur.
Der Ansatz ist clever gewählt. Statt Nadeln werden die Samen der Vaccaria-Pflanze auf spezielle Punkte am Ohr geklebt – eine nicht-invasive Alternative für eine Patientengruppe, die Schmerzen oft nicht mehr artikulieren kann. Das Ziel ist die Reduzierung der „Medikamentenlast“. Könnte dies der Durchbruch für die Methode in Pflegeheimen weltweit werden? Die Ergebnisse werden mit Spannung erwartet.
Von der Nische zum anerkannten Fortbildungsziel
Die Entwicklung ist kein Zufallstreffer, sondern Ergebnis einer gezielten Professionalisierung. Bereits für den 9. Februar hat die Bamberger Akademien einen Aufbaukurs „Ohrakupunktur für die Pflege“ angekündigt. Solche Angebote behandeln die Methode nicht mehr als exotische Nische, sondern als reguläre Weiterqualifikation.
Die wissenschaftliche Basis dafür lieferte eine Meta-Analyse im Journal of Pain Research Anfang 2025. Die Auswertung von über 1.500 Probanden ergab: Ohrakupunktur kann perioperative Schmerzen und den Bedarf an Schmerzmitteln signifikant senken. Solche Daten sind das Fundament, auf dem Klinikverwaltungen ihre Budgets für Fortbildungen freigeben.
Treiber: Pflegenotstand und Opioid-Krise
Zwei große Krisen beschleunigen die Integration der komplementären Methode: der Pflegenotstand und die Opioid-Epidemie. Einerseits braucht das überlastete Pflegepersonal effiziente, low-tech Interventionen, die von geschultem Personal durchgeführt werden können. Andererseits zwingt der Missbrauch von Schmerzmitteln das Gesundheitswesen weltweit zum Umdenken.
Die Antwort darauf sind moderne Ausbildungswege. Der hybride Ansatz des Yase-Instituts macht die Hürden für berufstätige Pflegekräfte niedrig. Die nächste Stufe, so erwarten Experten, werden „Train-the-Trainer“-Modelle sein. Erfahrene Stationsleitungen könnten dann zertifiziert werden, um die Protokolle direkt auf ihrer Station zu supervidierten. Der voll gebuchte Kurskalender für das erste Quartal 2026 legt nahe: Die Nadel am Ohr wird dieses Jahr für viele Pflegekräfte zum vertrauten Werkzeug.
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