Österreichs Wirtschaft: Wachstum kehrt zurück, Stimmung bleibt gedrückt
13.01.2026 - 14:42:12Wirtschaftsforscher sehen Licht am Ende des Tunnels, doch die Österreicher bleiben skeptisch. Neue Umfragedaten zeigen eine tiefe Kluft zwischen Expertenprognosen und öffentlicher Stimmung.
Knapp 40 Prozent der Bevölkerung rechnen für 2026 mit einer weiteren Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage. Diese anhaltende Skepsis steht im krassen Gegensatz zu den makroökonomischen Indikatoren, die erstmals seit langem wieder auf Grün schalten. Die Nachwirkungen der Teuerungskrise wiegen offenbar schwerer als statistische Aufwärtskurven.
Die Daten sind eindeutig: Österreich zählt zu den skeptischsten Nationen Europas.
* Laut Market Institut erwarten 39 Prozent eine Verschlechterung, nur 16 Prozent eine Verbesserung.
* Die Gallup International-Umfrage zeigt ein noch düstereres Bild: 41 Prozent rechnen mit einer Eintrübung, 39 Prozent mit Stagnation.
Zusammengenommen erwarten also rund 80 Prozent der Bevölkerung für 2026 keinerlei wirtschaftlichen Aufschwung. Soziologen führen dies auf die “Traumatisierung” durch die hohe Inflation der Vorjahre zurück. Der Kaufkraftverlust wirkt psychologisch nach – selbst bei aktuell wieder steigenden Reallöhnen.
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Experten korrigieren Prognosen nach oben
Während die Stimmung auf dem Tiefpunkt bleibt, haben die heimischen Wirtschaftsforschungsinstitute ihre Prognosen leicht angehoben.
* WIFO und IHS erwarten für 2026 ein reales Wirtschaftswachstum zwischen 1,0 und 1,2 Prozent.
* Tragende Säule soll der private Konsum sein, gestützt durch sinkende Inflation und gestiegene Reallöhne.
WIFO-Chef Gabriel Felbermayr spricht von einem “Licht am Ende des Tunnels”, warnt aber vor überzogenen Erwartungen. Es handele sich um eine langsame Erholung, keinen stürmischen Aufschwung. Genau hier liegt das Risiko: Bleibt die Erwartungshaltung der Verbraucher negativ, könnte die Sparquote hoch bleiben und den erhofften Konsum-Motor ausbremsen.
Industrie schwächelt, Arbeitsmarkt stabilisiert sich
Ein wesentlicher Treiber des Pessimismus ist die Lage in der Schlüsselindustrie.
* Die Auftragsbücher haben noch nicht das Niveau früherer Jahre erreicht.
* Die Investitionszurückhaltung der Unternehmen ist spürbar und überträgt sich auf die Stimmung der Arbeitnehmer.
Am Arbeitsmarkt zeichnet sich dagegen eine Stabilisierung ab. Prognosen deuten auf einen leichten Rückgang der Arbeitslosenzahlen um etwa 4.000 Personen hin. Dennoch bleibt die Quote mit prognostizierten 7,3 bis 7,4 Prozent hoch. Diese “Sockelarbeitslosigkeit” hält die Angst vor dem sozialen Abstieg wach und überlagert die positiven Konjunktursignale.
Wann dreht die Stimmung?
Ökonomen beobachten einen klaren “Sentiment-Lag” – die Stimmung hinkt den harten Fakten hinterher. Diese Kluft ist aktuell besonders tief. Analysten betonen, dass die Inlandsnachfrage 2026 der entscheidende Faktor sein wird. Doch die psychologische Hürde ist hoch: Wer eine Eintrübung erwartet, stellt größere Anschaffungen zurück.
Hinzu kommt die traditionell stark ausgeprägte Sorge vor globalen Konflikten und ihren Auswirkungen auf Energiepreise und Lieferketten. Sie dämpft die Zuversicht zusätzlich.
Experten erwarten für den weiteren Jahresverlauf eine langsame Annäherung von Wahrnehmung und Realität. Entscheidend werden die kommenden Monate: Bestätigen die ersten Quartalszahlen das prognostizierte Wachstum und bleibt der Arbeitsmarkt stabil, könnte der harte Kern der Pessimisten langsam aufweichen. Bis dahin bleibt 2026 ein Jahr des Übergangs – die Zahlen stimmen, aber das Gefühl muss erst nachziehen.
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