Österreichs Wirtschaft: Exporteinbruch und Standortkrise
18.11.2025 - 10:20:11Die österreichische Wirtschaft stagniert. Exporte brechen ein, die Industrie schwächelt dramatisch, und Experten warnen vor einem verlorenen Jahrzehnt. Die aktuellen Konjunkturdaten offenbaren strukturelle Schwächen, die weit über eine normale Delle hinausgehen.
Die Zahlen sind alarmierend: Im Juni 2025 stürzten die Exporte in Drittstaaten um 14,8 Prozent ab, selbst die Ausfuhren in EU-Länder sanken um 5,1 Prozent. Das Bruttoinlandsprodukt dümpelt vor sich hin – WIFO und IHS prognostizieren für 2025 gerade einmal 0,3 bis 0,4 Prozent Wachstum. Für eine Exportnation wie Österreich ist das ein Desaster.
Ende 2024 verzeichnete Österreich den stärksten Produktionseinbruch der gesamten EU: minus 9,5 Prozent. Die Industriellenvereinigung macht hohe Lohnstückkosten, überdurchschnittliche Inflation, teure Energie und ausufernde Bürokratie verantwortlich. Diese hausgemachten Probleme fressen die Wettbewerbsfähigkeit auf.
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Die Denkfabrik Agenda Austria bringt es auf den Punkt: Während andere Länder reformieren, diskutiert Österreich über neue Regulierungen. Das Ergebnis? 61 Prozent der heimischen Manager erwägen mittlerweile, ihren Betrieb ganz oder teilweise ins Ausland zu verlagern.
USA-Exporte brechen massiv ein
Besonders bitter trifft es die Ausfuhren in die USA, den zweitwichtigsten Handelspartner. Sie stürzten im ersten Halbjahr 2025 um über 14 Prozent ab. Maschinen und Fahrzeuge – Österreichs Exportschlager – verloren sogar 17,5 Prozent.
Das Resultat: Ein Handelsbilanzdefizit von 3,29 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2025. Im Vorjahr stand hier noch ein Überschuss. Die US-Zollpolitik und die schwache Nachfrage aus Deutschland verschärfen die Lage zusätzlich.
Konsum und Arbeitsmarkt unter Druck
Trotz leichter Aufhellung der Unternehmensstimmung bleibt der erhoffte Aufschwung aus. Der private Konsum stagniert, die Inflation liegt bei 4 Prozent. Die Beschäftigung tritt seit Ende 2024 auf der Stelle, während die Arbeitslosigkeit leicht steigt.
Das wichtigste Produktionshemmnis bleibt die fehlende Nachfrage. Sinkende Kreditzinsen bewirken zwar eine zaghafte Trendwende bei privaten Investitionen, doch die Dynamik fehlt.
Verlorenes Jahrzehnt voraus?
WIFO-Direktor Gabriel Felbermayr warnt eindringlich: Das reale BIP pro Kopf könnte erst 2030 wieder das Vorkrisenniveau von 2019 erreichen – ein verlorenes Jahrzehnt. Die EU-Kommission prognostiziert für 2026 magere 0,9 Prozent Wachstum. Das wäre der drittletzte Platz in der EU.
EcoAustria kritisiert stagnierende Investitionen, rückläufige Nettoexporte und schwache Produktivitätsentwicklung. Die Diagnose ist klar: Österreichs Wettbewerbsfähigkeit bröckelt nicht wegen globaler Krisen, sondern wegen struktureller Versäumnisse.
Reformen jetzt oder nie
Experten fordern einhellig tiefgreifende Strukturreformen: messbarer Bürokratieabbau, Entlastung des Faktors Arbeit, Stärkung der Innovationskraft. Ohne diese Weichenstellungen droht die Abwärtsspirale sich weiter zu drehen.
Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Politik den Ernst der Lage erkannt hat. Der Wirtschaftsstandort Österreich steht am Scheideweg – und die Zeit drängt.
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