Leistungsbilanz, Zahlen

Österreichs Leistungsbilanz rutscht in die roten Zahlen

26.01.2026 - 06:23:12

Die österreichische Leistungsbilanz verzeichnet erstmals seit längerem ein Minus. Schwache Warenexporte überwiegen trotz stabiler Einnahmen aus dem Tourismussektor.

Österreichs Leistungsbilanz verzeichnet erstmals seit längerem ein Defizit. Nach einem soliden Überschuss in der ersten Jahreshälfte 2025 kippte die Bilanz im dritten Quartal ins Minus. Die neuesten Daten von Oesterreichischer Nationalbank (OeNB) und Statistik Austria zeigen: Der starke Dienstleistungssektor kann die Einbrüche im Warenhandel nicht mehr auffangen.

Vom Plus zum Minus: Die Trendwende ist da

Die Entwicklung markiert eine klare Wende. Im ersten Halbjahr 2025 erzielte Österreich noch einen Überschuss von 3,5 Milliarden Euro. Das entsprach 1,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Doch im dritten Quartal folgte der Sturz – in ein Defizit von 0,1 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Im Vorjahreszeitraum gab es hier ein Plus von 0,2 Milliarden.

Hauptgrund für den Umschwung sind schwächelnde Warenexporte. Die internationale Nachfrage nach Gütern ließ spürbar nach. Gleichzeitig weiteten sich die Defizite bei den Primär- und Sekundäreinkommen aus. Das Defizit bei den Primäreinkommen schnellte von 0,1 auf 0,7 Milliarden Euro hoch.

Tourismus stemmt sich gegen den Trend

Während die Warenexporte einbrechen, hält der Dienstleistungssektor die Stellung. Die tragende Säule ist nach wie vor der Tourismus. Im ersten Halbjahr 2025 blieb der Einnahmenüberschuss aus dem Reiseverkehr stabil.

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  • Die Einnahmen ausländischer Gäste stiegen um 4,7 Prozent.
  • Die Ausgaben österreichischer Reisender im Ausland wuchsen um 5,3 Prozent.

Doch diese Stabilität reicht nicht mehr. Auch der Transithandel, früher eine verlässliche Einnahmequelle, verzeichnet eine deutlich schmalere Handelsspanne. Die Folge: Die positive Dienstleistungsbilanz kann das massive Minus im Warenverkehr nicht mehr ausgleichen.

Österreich im Sog der europäischen Flaute

Was steckt hinter den schwachen Exportzahlen? Die Probleme liegen vor allem bei den wichtigsten Handelspartnern. Österreich leidet unter der anhaltenden Konjunkturschwäche im Euroraum, speziell in Deutschland.

Schwierigkeiten in Schlüsselindustrien wie der deutschen Automobilbranche wirken sich direkt auf österreichische Zulieferer aus. Während die Binnennachfrage in Österreich sich erholt, brechen die Ausfuhren ein. Diese gegenläufige Entwicklung belastet die Handelsbilanz massiv.

Kann der Dienstleistungssektor die Wirtschaft weiter stützen? Neben dem Tourismus sind es vor allem unternehmensnahe Dienste, die Hoffnung machen:
* IT- und Informationsdienstleistungen
* Technische Beratung
* Transportlogistik

Diese technologieintensiven Bereiche sind ein zentraler Teil der modernen Exportwirtschaft. Ihre Widerstandsfähigkeit wird jetzt auf eine harte Probe gestellt.

Blick nach vorn: Alles hängt am Wintertourismus

Für die kommenden Monate entscheiden zwei Faktoren über die weitere Entwicklung: die globale Nachfrage nach Industriegütern und die Performance des heimischen Wintertourismus. Eine schnelle Erholung der europäischen Konjunktur ist nicht in Sicht.

Die Prognose bleibt daher schwierig. Der Dienstleistungssektor muss 2026 erneut eine Schwerstarbeit leisten, um die Leistungsbilanz zu stützen. Die nächsten Quartalszahlen werden zeigen, ob das dritte Quartal 2025 nur ein Ausrutscher war – oder der Beginn eines anhaltenden Negativtrends.

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