Immobilienmarkt, Erholung

Österreichs Immobilienmarkt startet mit deutlicher Erholung ins Jahr

20.01.2026 - 21:24:12

Der österreichische Immobilienmarkt erholt sich deutlich, angetrieben von höheren Transaktionen im Wohnungssegment. Der Neubau bleibt schwach, während der Mietmarkt unter Druck gerät.

Der österreichische Immobilienmarkt zeigt zum Jahreswechsel kräftige Erholungssignale. Nach einer Phase der Abkühlung steigen die Transaktionen wieder deutlich an. Grundbuch-Spezialist IMMOunited verzeichnete bis Anfang Dezember 2025 fast 15 Prozent mehr Verbücherungen als im Vorjahr. Das Transaktionsvolumen legte sogar um über 15 Prozent zu.

Diese positive Entwicklung erstreckt sich über alle neun Bundesländer. Experten sehen in sinkenden Zinsen und kräftigen Lohnsteigerungen die wesentlichen Treiber. Sie machen den Erwerb von Wohneigentum wieder leistbarer.

Wohnimmobilien ziehen den Gesamtmarkt an

Die Erholung wird maßgeblich vom Wohnungssegment getragen. Besonders der Markt für bestehende Objekte zeigt deutlich mehr Aktivität.

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  • Im Wohnungsbereich stieg die Transaktionsanzahl um rund ein Fünftel, das Volumen sogar um über 22 Prozent.
  • Auch Einfamilienhäuser wurden wieder häufiger gekauft – die Verkäufe legten um etwa 17 Prozent zu.
  • Deutlich fällt der Zuwachs bei Zinshäusern aus: Hier schnellte die Zahl der Transaktionen um fast ein Drittel nach oben. Das signalisiert ein erneuertes Interesse von Investoren.

Etwas verhaltener, aber dennoch positiv, entwickelte sich der Grundstücksmarkt mit einem Zuwachs von über drei Prozent. Diese breite Erholung unterstreicht das gestärkte Vertrauen von Käufern und Investoren.

Neubau hinkt hinterher – Regionen entwickeln sich unterschiedlich

Während der Gebrauchtmarkt anspringt, bleibt der Neubauverkauf zurückhaltend. Branchenexperten nennen die schwierige Finanzierungssituation für Bauträger, hohe Baukosten und strengere Bankenvorgaben als Gründe. Viele Projekte werden verschoben oder gestrichen.

Bei den Neubaupreisen zeigt sich ein regional sehr unterschiedliches Bild. Eine Analyse von IMMOunited aus dem Spätherbst 2025 offenbarte:

  • Steiermark und Tirol trieben die Preise mit Zuwächsen von fast 9 bzw. 7,8 Prozent an.
  • Niederösterreich verzeichnete dagegen einen Preisrückgang von über 8 Prozent.
  • Wien und Oberösterreich zeigten sich mit Zuwächsen von rund drei Prozent stabil.

Käufer konzentrieren sich derzeit vermehrt auf Bestandsimmobilien, bei denen Lage, Substanz und eine gute Energiebilanz im Vordergrund stehen.

Mietmarkt wird zum Sorgenkind

Die aktuelle Belebung markiert einen Wendepunkt nach den schwierigen Jahren 2023 und 2024. Damals brachen die Verkaufszahlen durch steigende Zinsen, hohe Inflation und strengere Kreditregeln ein.

Ein direkter Nebeneffekt der verhaltenen Neubautätigkeit ist jedoch der wachsende Druck am Mietmarkt. Weil weniger neue Eigentumswohnungen entstehen, steigt die Nachfrage nach Mietobjekten, besonders in Ballungsräumen.

Der Österreichische Verband der Immobilienwirtschaft (ÖVI) identifizierte den Mietmarkt bereits Ende 2025 als “größtes Sorgenkind”. Die Mietsteigerungen bei Neuabschlüssen lagen 2024 deutlich über der Inflationsrate – ein Trend, der sich fortsetzte.

Was kommt 2026 auf Käufer und Mieter zu?

Für das laufende Jahr erwarten Branchenbeobachter eine Fortsetzung der vorsichtigen Erholung. Die stabile Zinssituation und das gute Angebot am Gebrauchtmarkt dürften die Nachfrage stützen.

Die Preise für Wohnimmobilien werden sich voraussichtlich weiter stabilisieren. In zentralen Lagen sind sogar leichte Wertzuwächse von bis zu zwei Prozent möglich. Bei Einfamilienhäusern rechnen Experten nach den Preisrückgängen der Vorjahre ebenfalls mit einer Konsolidierung.

Für Käufer bietet das aktuelle Umfeld Chancen: Die Auswahl ist groß, und der Verhandlungsspielraum ist größer als in den Boomjahren. Mieter müssen sich dagegen weiterhin auf einen angespannten Markt einstellen. Solange das Neubauangebot knapp bleibt, dürfte der Druck auf die Mieten hoch bleiben.

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