Bauträger, Konzessions-Kooperationen

Österreichs Bauträger setzen auf Konzessions-Kooperationen

05.01.2026 - 12:32:12

Hohe Bodenpreise zwingen Bauträger zu Baurechtsmodellen mit Kommunen und Energieversorgern. Diese strategische Wende soll Projekte wieder rentabel machen und bezahlbaren Wohnraum ermöglichen.

Führende Bauträger in Österreich vollziehen einen radikalen Strategiewechsel. Statt teures Bauland zu kaufen, forcieren sie nun Allianzen mit Kommunen, Kirchen und Energieversorgern. Hintergrund sind anhaltend hohe Grundstückspreise und strenge Finanzierungsvorgaben.

Baurecht statt Grunderwerb wird zum neuen Standard

Das klassische Geschäftsmodell – Grundstück kaufen und darauf bauen – funktioniert für viele Projekte nicht mehr. Die Branche weicht daher auf langfristige Baurechtsmodelle aus. Dabei bleibt das Land im Eigentum eines Partners, etwa einer Stadt oder Kirche. Der Bauträger erwirbt lediglich eine Konzession zur Bebauung für 50 bis 99 Jahre.

  • Vorteil: Die anfänglichen Investitionskosten sinken drastisch.
  • Effekt: Projekte, die 2025 noch als unrentabel galten, werden plötzlich kalkulierbar.

Analysten sehen darin eine direkte Reaktion auf die „Wohnbaurezession“ des Vorjahres, die die Fertigstellungszahlen massiv gedrückt hatte.

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Energieversorger werden zu Schlüsselpartnern

Ein weiterer Treiber sind Kooperationen mit Unternehmen wie der Wien Energie. Bauträger koppeln ihre Projekte gezielt an deren Ausbaupläne für Fernwärme oder Geothermie. Im Gegenzug erhalten sie Vorrang bei der Erschließung oder beschleunigte Genehmigungsverfahren.

Das Modell funktioniert als Tauschgeschäft: Der Bauträger verpflichtet sich, das Areal als „Energie-Pioniergebiet“ zu entwickeln und Flächen für Photovoltaik bereitzustellen. Der Versorger sichert sich langfristige Abnehmer und kann seine „Raus aus Gas“-Strategie vorantreiben. Diese Symbiose wird zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil im Kampf um knappe Flächen.

Politische Allianz drängt auf rechtliche Erleichterungen

Hinter den Kulissen treibt die „Allianz Wohnraum für Österreich“ die Entwicklung voran. Der Zusammenschluss aus gewerblichen und gemeinnützigen Bauträgern sowie der Bau-Gewerkschaft hat seine Forderungen für 2026 verschärft. Die Allianz drängt auf rechtliche Erleichterungen für Kooperationsmodelle, um den Einbruch bei den Fertigstellungen abzufedern.

Experten betonen: Ohne diese neuen Partnerschaften rückt das Ziel, leistbaren Wohnraum zu schaffen, in weite Ferne. Bei der Konzessions-Kooperation teilen sich die Partner Risiko und Lasten. Der Grundstückseigentümer erhält einen sicheren, langfristigen Zins. Der Bauträger kann sein Kapital in die Bauqualität stecken.

Überlebensstrategie in der Marktkrise

Die Hinwendung zu Konzessions-Modellen ist nicht komplett neu, gewinnt aber durch die aktuellen Rahmenbedingungen eine nie dagewesene Dringlichkeit. Marktbeobachter hatten bereits Ende 2025 prognostiziert, dass der Neubau 2026 seinen Tiefpunkt erreichen könnte.

Die aktuelle Flucht in die Kooperation ist somit eine Überlebensstrategie. Im Vergleich zu Deutschland, wo Erbbaurechte etablierter sind, hat Österreich Aufholbedarf. Die jetzige Welle könnte den Markt jedoch dauerhaft verändern.

Für das erste Quartal 2026 werden weitere große Rahmenvereinbarungen zwischen Bauträgern und Kommunen erwartet. Der Fokus liegt dabei auf der Umnutzung von Bestandsflächen und der Nachverdichtung. Ob diese Allianzen die Wohnraumknappheit in den Ballungszentren lindern können, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.

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