Industriestrategie, Deindustrialisierung

Österreich startet Industriestrategie 2035 gegen Deindustrialisierung

20.01.2026 - 16:52:12

Die österreichische Regierung startet eine Neu-Industrialisierungsoffensive mit 2,6 Mrd. Euro für Schlüsseltechnologien, Bürokratieabbau und günstigerem Industriestrom.

Die österreichische Bundesregierung startet eine Offensive für den Industriestandort. Mit einem 114-Maßnahmen-Paket will sie die drohende Deindustrialisierung stoppen und eine „Neu-Industrialisierung“ einleiten. Das Ziel: Bis 2035 soll Österreich unter die Top-10-Industrienationen der OECD aufsteigen.

Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer, Infrastrukturminister Peter Hanke und Deregulierungsstaatssekretär Sepp Schellhorn präsentierten die Strategie heute. Sie ist das Ergebnis eines breiten Konsultationsprozesses mit Sozialpartnern und der Wirtschaft. Ein Kernziel ist es, den Anteil der Industrie an der gesamten Wirtschaftsleistung von derzeit 16,9 Prozent auf über 20 Prozent zu steigern.

2,6 Milliarden für neun Schlüsseltechnologien

Ein Herzstück der Initiative ist die gezielte Förderung von Zukunftsfeldern. Insgesamt neun Schlüsseltechnologien stehen im Fokus:
* Künstliche Intelligenz (KI)
* Chips und elektronische Komponenten
* Life-Sciences
* Energie- und Umwelttechnologien

Bis 2029 fließen dafür 2,6 Milliarden Euro aus dem Forschungs-, Technologie- und Innovationspakt (FTI-Pakt). Bestehende Förderprogramme werden neu ausgerichtet, um die gesamte Wertschöpfungskette von der Forschung bis zur Marktreife zu unterstützen. Die Regierung setzt bewusst auf technologische Führerschaft, um als Hochlohnland zu punkten.

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Bürokratieabbau und günstigerer Industriestrom

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Entlastung der Unternehmen. Ein neues Schlüsseltechnologie-Beschleunigungsgesetz soll Genehmigungsverfahren deutlich verkürzen. Vereinfachungen im Betriebsanlagenrecht und in der Gewerbeordnung sind geplant.

Für energieintensive Betriebe gibt es konkrete Entlastungen: Ab 1. Jänner 2027 ist ein staatlich subventionierter Industriestrompreis vorgesehen. Zudem wird das gesetzliche Verbot zur unterirdischen Speicherung von CO₂ (CCS) aufgehoben – ein wichtiger Schritt für Branchen wie die Zementindustrie.

Fachkräfte-Offensive und „patriotisches Vergaberecht“

Die Strategie adressiert auch den akuten Mangel an qualifizierten Arbeitskräften. Es sollen neue Lehrberufe in Zukunftstechnologien geschaffen werden. Die Rot-Weiß-Rot-Karte wird reformiert, um die Zuwanderung von Fachkräften aus Drittstaaten zu erleichtern.

Zur Stärkung der heimischen Produktion plant die Regierung ein „patriotisches Vergaberecht“. Dieses soll nationale und europäische Betriebe bei öffentlichen Aufträgen bevorzugen.

Die Reaktionen aus der Wirtschaft fallen überwiegend positiv aus. Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung begrüßen das Bekenntnis zum Standort, mahnen aber eine zügige Umsetzung an. Eine neu eingerichtete „Taskforce Industrie“ soll die Umsetzung überwachen und jährlich Bericht erstatten. Ob die ambitionierte Trendwende gelingt, wird sich an den konkreten Ergebnissen messen lassen müssen.

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