Mehrwertsteuer, Grundnahrungsmittel

Österreich halbiert Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel

29.01.2026 - 05:31:12

Die österreichische Regierung senkt den Steuersatz für Milch, Brot, Gemüse und Obst dauerhaft auf 4,9 Prozent, um Haushalte zu entlasten. Fleisch und Käse sind von der Maßnahme ausgenommen.

Die österreichische Bundesregierung hat die Mehrwertsteuer auf wichtige Lebensmittel halbiert. Ab 1. Juli 2026 sinkt der Satz für eine konkrete Liste von Grundnahrungsmitteln von 10 auf 4,9 Prozent. Die Koalition beendet damit wochenlange Debatten und will Haushalte direkt an der Kasse entlasten.

Diese Produkte werden deutlich günstiger

Die finale Liste umfasst zentrale Produkte des täglichen Bedarfs:
* Milchprodukte: Milch, Butter, Naturjoghurt
* Eier & Gemüse: Frische Hühnereier, Erdäpfel, Tomaten, Gurken, Karotten und Kohl
* Obst: Äpfel, Birnen, Marillen und Kirschen
* Grundnahrungsmittel: Reis, Weizenmehl, Nudeln ohne Füllung, Brot, Gebäck und Speisesalz

Ein hart umkämpfter Punkt blieb außen vor: Fleisch- und Wurstwaren schafften es trotz Forderungen des Bauernbunds nicht auf die Liste. Auch Käse, Fisch, Haferflocken und pflanzliche Milchalternativen sind ausgenommen. Die Begründung: Die budgetären Spielräume sind mit rund 400 Millionen Euro pro Jahr begrenzt.

Wird die Ersparnis wirklich an der Kasse spürbar?

Die große Frage ist nun die Weitergabe. Die Regierung rechnet pro Haushalt mit einer jährlichen Entlastung von knapp 100 Euro. Der Handel hat grundsätzlich zugesagt, die Steuersenkung weiterzugeben.

Anzeige

Passend zum Thema Mehrwertsteuer – viele Händler und Unternehmen stehen bei kurzfristigen Steueränderungen vor praktischen Herausforderungen. Der kostenlose Umsatzsteuer-Guide erklärt in klaren Schritten, wie sich reduzierte Sätze auf Abrechnung, Vorsteuer und Kassensysteme auswirken, welche Buchungsschritte jetzt wichtig sind und welche Fristen Sie beachten sollten. Mit konkreten Praxisbeispielen für Einzelhandel und Gastronomie, damit Sie Entlastungen korrekt weitergeben und Haftungsrisiken vermeiden. Jetzt kostenlosen Umsatzsteuer-Guide sichern

Doch Branchenvertreter wie Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbands, dämpfen die Erwartungen: Lebensmittelpreise hingen von vielen Faktoren ab. Ein generelles Preis-Einfrieren sei nicht möglich. Die Regierung will die Entwicklung scharf beobachten und die Wettbewerbsbehörde für Kontrollen stärken.

Die Finanzierung der Steuerausfälle ist bereits geplant: Eine Abgabe auf nicht recycelbares Plastik und eine Gebühr für Pakete aus Drittstaaten wie China sollen die Einnahmeverluste ausgleichen.

Politisches Ringen und scharfe Kritik

Der Einigung gingen intensive Koalitionsquerelen voraus. Eine vorab von SPÖ-Vizekanzler Andreas Babler kommunizierte Liste hatte für Verstimmungen gesorgt – die finale Version gleicht diesem Vorschlag aber weitgehend.

Die Opposition geht scharf ins Gericht mit dem Paket. Die FPÖ nennt es eine „reine Augenauswischerei“ und „Mogelpackung“, da Fleisch und Wurst fehlten. Verbraucherschützer geben zu bedenken, dass die Ersparnis pro Artikel oft nur Cent-Beträge sein dürfte. Diese könnten von der allgemeinen Preisentwicklung schnell wieder aufgefressen werden.

Mit dem Ministerratsbeschluss ist der politische Weg frei. Nun folgt das parlamentarische Verfahren zur Ausarbeitung des Gesetzes. Ab Juli nächsten Jahres soll die dauerhafte Entlastung in den Supermarktregalen ankommen. Wirtschaftsforscher sehen darin einen kleinen, aber konkreten Schritt im Kampf gegen die Teuerung.

Anzeige

PS: Sie wollen wissen, wie die neue Mehrwertsteuer-Regelung Ihre Buchhaltung, Rechnungslegung oder Kleinunternehmer-Situation beeinflusst? Der Gratis-Report zur Umsatzsteuer liefert kompakte Antworten – von Voranmeldungen über Vorsteuerabzug bis zum richtigen Umgang mit Preisetiketten und Kassensystemen. Perfekt für Händler, Selbstständige und Steuerverantwortliche, die kurzfristig rechtssicher handeln müssen. Gratis-Report zur Umsatzsteuer jetzt herunterladen

@ boerse-global.de