Österreich erhöht Steuerfreibetrag für Überstunden
15.01.2026 - 17:05:12Die österreichische Bundesregierung macht Überstunden steuerlich attraktiver. Ab sofort bleiben Zuschläge für bis zu 15 Überstunden pro Monat bis zu 170 Euro steuerfrei. Die Neuregelung ist ein Kompromiss – sie verhindert eine drastischere Kürzung und schafft einen dauerhaften Anreiz für Mehrarbeit.
Was sich konkret ändert
Die Steuerfreiheit gilt ausschließlich für den Überstundenzuschlag, der meist 50 Prozent des Grundlohns beträgt. Der Grundlohn selbst bleibt voll versteuert. Die neue Regelung löst eine befristete Sonderregelung ab.
- 2024/2025: Bis zu 200 Euro für 18 Überstunden steuerfrei (befristet).
- Geplant für 2026: Rückfall auf 120 Euro für nur 10 Überstunden.
- Jetzt beschlossen: 170 Euro für 15 Überstunden steuerfrei (dauerhaft).
Damit landet die Regierung zwischen der temporären Spitzenförderung und dem befürchteten Rückfall. Für Arbeitnehmer bedeutet das eine direkte Netto-Entlastung in der monatlichen Lohnabrechnung.
Warum die Regierung handelt
Hinter der Entscheidung steckt ein politischer Kompromiss. Vor allem die Wirtschaftsseite in der Koalition setzte sich für eine attraktive Lösung ein. Ihr Argument: Höhere steuerliche Anreize für Überstunden bekämpfen den Fachkräftemangel und sichern die Flexibilität der Unternehmen.
Wirtschaftsverbände wie die Wirtschaftskammer Österreich (WKO) begrüßen den Schritt als wichtiges Signal. Sie fordern seit langem, Mehrarbeit stärker zu honorieren. Doch die Debatte ist nicht einseitig. Kritiker, wie aus ähnlichen Diskussionen in Deutschland bekannt, mahnen: Solche Regelungen nutzen vor allem Vollzeitkräften und Besserverdienenden. Teilzeitbeschäftigte, häufig Frauen, profitieren oft kaum.
Auch Sonn- und Feiertagsarbeit wird entlastet
Flankierend zur Überstundenregelung schafft die Regierung mehr Klarheit für besondere Arbeitszeiten. Zuschläge für Arbeit an Sonn- und Feiertagen sowie in der Nacht sind nun gesetzlich verankert bis zu 400 Euro monatlich steuerfrei.
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Diese Maßnahme bringt Rechtssicherheit für Branchen wie das Gesundheitswesen, die Gastronomie oder den Verkehr. Bisher gab es hier uneinheitliche Praktiken. Die Regelung soll teils sogar rückwirkend gelten.
Ein Schritt – aber ist es genug?
Mit der dauerhaften Festsetzung auf 170 Euro geht die Regierung über ihre ursprünglichen Pläne hinaus. Für viele Beschäftigte ist das eine spürbare finanzielle Anerkennung. Doch die grundsätzliche Debatte ist damit nicht beendet.
Wirtschaftsvertreter halten an Forderungen nach noch weitergehenden Steuererleichterungen fest. Sozialpolitisch bleibt die Frage: Schaffen solche Instrumente faire Anreize für alle? Künftige Maßnahmen müssen sich daran messen lassen, ob sie nicht nur Leistung belohnen, sondern auch gesellschaftliche Fairness fördern.
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