Österreich drängt EU zu verpflichtender Herkunftskennzeichnung
27.01.2026 - 05:55:11Österreich erhöht im EU-Agrarrat den Druck für eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung von Lebensmitteln. Gemeinsam mit Frankreich fordert die Regierung eine Überarbeitung der EU-Lebensmittelinformationsverordnung. Ziel ist mehr Transparenz für Verbraucher und eine Stärkung regionaler Produkte.
Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig und Gesundheitsstaatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig brachten die Initiative diese Woche in Brüssel ein. Sie wollen eine Lücke schließen: Bei unverarbeitetem Fleisch oder Eiern ist die Herkunft bereits Pflicht – bei verarbeiteten Produkten oder in Kantinen jedoch nicht.
Was genau fordert Österreich?
Die österreichischen Forderungen gehen über bestehende Regeln hinaus. Ein Kernpunkt: Auch die Hauptzutaten in verarbeiteten Lebensmitteln sollen kennzeichnungspflichtig werden. Woher kommen die Früchte im Joghurt oder das Fleisch in der Lasagne? Das soll klar auf der Verpackung stehen.
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Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf der Gemeinschaftsverpflegung. In Österreich müssen Großküchen bereits seit 2023 die Herkunft von Fleisch, Milch und Eiern angeben. Diese nationale Regelung soll jetzt EU-weit gelten. Die Begründung: Nur so entsteht Wettbewerbsgleichheit, und heimische Produzenten werden nicht benachteiligt.
Geteiltes Echo in der EU
Die Initiative stößt in Brüssel auf gemischte Reaktionen. Mehrere Länder unterstützen den Vorstoß. Andere Mitgliedstaaten und Teile der Lebensmittelindustrie lehnen ihn ab. Sie fürchten höhere Kosten und bürokratischen Aufwand in globalen Lieferketten.
Kritiker argumentieren zudem: Die Herkunft allein sage nichts über Qualität oder Tierwohl aus. Diese Standards regeln bereits EU-Vorschriften. Die Debatte ist nicht neu, gewinnt aber aktuell an Dringlichkeit. Vor allem im Hinblick auf neue Handelsabkommen wie das geplante Mercosur-Abkommen mit Südamerika.
Kann die EU-Kommission liefern?
Für eine EU-weite Regelung braucht es einen Gesetzesvorschlag der Europäischen Kommission. Der aktuelle Vorstoß im Agrarrat soll politischen Druck aufbauen. Die rechtliche Grundlage bildet die Lebensmittelinformationsverordnung von 2011.
Diese erlaubt eine Herkunftspflicht bisher nur, wenn Verbraucher sonst getäuscht würden. Für verarbeitete Produkte mit Zutaten aus vielen Ländern fehlt ein Konsens. Die Kommission hat die Komplexität des Themas in früheren Studien bereits hervorgehoben.
Wann kommt die einheitliche Kennzeichnung?
Der Weg zu einer EU-weiten Lösung bleibt lang. Die Agrarminister haben die Debatte angestoßen, nun ist die Kommission am Zug. Beobachter rechnen mit einem langwierigen Gesetzgebungsprozess im Parlament und im Rat.
Für Österreich bleibt die Herkunftskennzeichnung 2026 ein zentrales Ziel. Die Regierung betont: Klare Informationen sind Grundvoraussetzung für fairen Wettbewerb. Ob die Initiative Erfolg hat, hängt von einer breiten Allianz der Mitgliedstaaten und einer praxistauglichen Lösung ab.
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