SPÖ-Mietenpaket, Wohnungsmarkt“

ÖHGB warnt vor SPÖ-Mietenpaket: „Bumerang für Wohnungsmarkt“

30.12.2025 - 19:23:12

Das neue österreichische Mietrecht mit strengen Preisdeckeln und verlängerter Mindestmietdauer stößt auf massive Kritik. Branchenvertreter prognostizieren einen Investitionsrückgang und eine Verschlechterung der Bausubstanz.

Kurz vor Jahreswechsel schlägt der Österreichische Haus- und Grundbesitzerbund Alarm. Das von SPÖ-Minister Babler durchgesetzte Mietenpaket droht den Wohnungsmarkt zu destabilisieren. Während die Politik von einem „historischen Meilenstein“ spricht, prophezeit die Immobilienwirtschaft einen Investitionsrückgang und einen Sanierungsstau.

Paradigmenwechsel für freien Mietsektor

Das Herzstück der Kritik ist die Ausweitung der Regulierung. Künftig sind auch Mieten im bisher weitgehend freien Sektor – Neubauten und sanierte Altbauten – gedeckelt. Überschreitet die Inflation die Drei-Prozent-Marke, dürfen Vermieter nur noch die Hälfte des darüber hinausgehenden Wertes weitergeben.

Branchenvertreter sehen darin einen gefährlichen Paradigmenwechsel. Die bisherige Logik, Investitionen über freie Preise zu refinanzieren, wird durchbrochen. Die Folge? Kapital könnte in andere Anlageformen oder ins Ausland abfließen, wenn Renditen unkalkulierbar werden.

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Fünf Jahre Mindestmietdauer sorgt für Verunsicherung

Ein weiterer Streitpunkt ist die Neuregelung befristeter Verträge. Die Mindestbefristungsdauer steigt von drei auf fünf Jahre. Ausgenommen sind zwar private Kleinvermieter, doch die genaue Abgrenzung sorgt für praktische Probleme.

Experten warnen vor einem Bumerang-Effekt. Statt mehr Sicherheit für Mieter zu schaffen, könnte die Maßnahme Vermieter dazu bringen, Wohnungen gar nicht mehr zu vermieten oder zu verkaufen. Die Flexibilität, etwa für Eigenbedarf, schwindet. Marktbeobachter registrieren bereits jetzt eine spürbare Zurückhaltung bei Neuvermietungen.

Gedeckelte Mieten, explodierende Kosten

Der ÖHGB warnt vor einem massiven Sanierungsstau. Die für 2026 und 2027 beschlossenen Mietpreisbremsen im geregelten Sektor lassen kaum Spielraum für Instandhaltung. Die Obergrenzen liegen bei nur einem beziehungsweise zwei Prozent.

Die Rechnung ist einfach: Während die Einnahmen gedeckelt sind, steigen die Kosten für Handwerker, Material und Energiesanierungen weiter. Wo sollen die Rücklagen für notwendige Reparaturen herkommen? Kritiker prophezeien einen „grauen Wohnungsmarkt“, in dem die Bausubstanz verfällt – ein klarer Widerspruch zu den Klimazielen der Regierung.

Politische Fronten verhärten sich

Die SPÖ verteidigt das Paket als notwendigen Schritt. Wohnen sei ein Grundrecht und dürfe nicht der Spekulation überlassen werden, so Vizekanzler Babler. Die Maßnahmen sollen verhindern, dass die hohe Inflation dauerhaft in die Mieten einpreist.

Doch die Signale aus dem Markt sind anders. Große institutionelle Investoren prüfen bereits ihre Portfolios und legen Neubauprojekte auf Eis. Die Unsicherheit über staatliche Eingriffe wiegt aktuell schwerer als jede Zinsentwicklung. Ökonomen erinnern daran: Preiskontrollen führten in der Vergangenheit oft zu einem knapperen Angebot – besonders in Ballungsräumen wie Wien.

Verfassungsklage und heiße Phase ab 2026

Mit dem 1. Januar tritt das Gesetz in Kraft. Doch der rechtliche Streit beginnt wohl erst. Verfassungsrechtliche Bedenken gegen die Eingriffe in Eigentumsrechte und bestehende Verträge sind laut. Der ÖHGB hat Widerstand angekündigt und will die Auswirkungen genau überwachen.

Für Österreichs Immobilienmarkt beginnt das neue Jahr im Spannungsfeld zwischen sozialer Entlastung und ökonomischen Risiken. Wird das Paket den Markt befrieden oder Investitionen abwürgen? Die ersten Marktdaten 2026 werden eine deutliche Sprache sprechen.

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