Honorarvertrag, Gesundheitskasse

ÖGK und Ärztekammer nähern sich bei Honorarvertrag an

13.01.2026 - 20:40:12

Österreichische Gesundheitskasse und Ärztekammer streben nach sieben Jahren Stillstand eine bundesweite Einigung über Arzthonorare an. Die Verhandlungen sollen auch die Attraktivität von Kassenstellen und die Digitalisierung voranbringen.

Die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) und die Ärztekammer (ÖÄK) melden entscheidende Fortschritte in ihren seit sieben Jahren stockenden Vertragsverhandlungen. Eine Einigung über die bundesweit einheitlichen Arzthonorare wird nun bis zum Sommer angestrebt. Das könnte die Kassenmedizin in Österreich nachhaltig verändern.

Ein Ende des “Fleckerlteppichs” in Sicht?

Nach Jahren des Stillstands herrscht plötzlich Bewegung an den Verhandlungstischen. Beide Seiten bestätigen einen konstruktiven Verlauf der jüngsten Gespräche. Der nächste wichtige Termin steht bereits in der kommenden Woche an. Das gemeinsame Ziel ist klar: der lang ersehnte, österreichweit gültige Gesamtvertrag für Kassenärzte.

Im Kern geht es darum, den veralteten “Fleckerlteppich” aus neun verschiedenen Landesverträgen zu beenden. Diese wurden bei der großen Kassenreform 2018 einfach mit in die neue ÖGK übernommen. Seither herrscht Rechtsunsicherheit – und teils erhebliche Unterschiede bei der Bezahlung gleicher Leistungen.

Der Knackpunkt: Wer zahlt die Angleichung?

Die größte Hürde bleibt die finanzielle Angleichung der Honorare. Frühere Verhandlungen scheiterten stets an der Frage, auf welches Niveau angehoben werden soll. Eine Angleichung an das höchstzahlende Bundesland wäre für die klammen Kassen kaum zu stemmen.

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Die Ärztekammer pocht auf einen Inflationsausgleich und eine reale Tariferhöhung. Nur so ließen sich steigende Praxis-Kosten decken und der Beruf im Kassensystem attraktiv halten. Die ÖGK hingegen muss die Versorgung von 7,6 Millionen Menschen sicherstellen und steht unter massivem Budgetdruck.

Mehr als nur Geld: Attraktivität und Digitalisierung

Neben dem Geld befassen sich Arbeitsgruppen mit zwei weiteren Schlüsselthemen:
* Attraktivere Kassenstellen: Hunderte Kassenpraxen sind derzeit unbesetzt. Bessere Rahmenbedingungen sollen Mediziner zurück in die wohnortnahe Versorgung locken.
* Digitalisierung: Die Verhandlungen sollen auch den Weg für moderne, digitale Prozesse im Gesundheitswesen ebnen.

Ein erfolgreicher Abschluss wäre eine historische Weichenstellung. Er würde nicht nur eine seit 2018 klaffende Lücke schließen, sondern die Grundlage für eine effizientere und gerechtere Gesundheitsversorgung legen. Die Frage ist: Können die Sozialpartner den großen Wurf tatsächlich bis zum Sommer landen?

@ boerse-global.de