Nvidia vertieft Intel-Partnerschaft mit milliardenschwerem Deal
02.02.2026 - 14:44:12Nvidia baut seine strategische Allianz mit Intel aus. Der Grafikchip-Riese will künftig Teile seiner KI-Beschleuniger bei Intel fertigen lassen – und hat seine milliardenschwere Beteiligung am Halbleiter-Pionier abgeschlossen.
Diese Entscheidung markiert eine Zeitenwende. Zwei ehemalige Erzrivalen schmieden enger zusammen, um die Zukunft des KI-Computings zu gestalten. Im Fokus stehen dabei die Versorgungssicherheit und die Abhängigkeit von asiatischen Zulieferern.
Die Grundlage: Ein historischer Fünf-Milliarden-Deal
Den Grundstein legte eine überraschende Ankündigung im September 2025. Nvidia und Intel gaben eine Partnerschaft im Wert von fünf Milliarden Dollar bekannt. Kern war eine Beteiligung Nvidias an Intel von etwa vier Prozent sowie die gemeinsame Entwicklung von maßgeschneiderten x86-CPUs und System-on-Chips (SoCs).
Am 22. Januar 2026 wurde dieser Deal offiziell besiegelt. Intel bestätigte in seinen Quartalszahlen den Abschluss des Aktiengeschäfts. Die fünf Milliarden Euro fließen Intel zu einem entscheidenden Zeitpunkt zu. Das Unternehmen treibt den Ausbau seiner eigenen Fertigungskapazitäten, der Foundry-Sparte, massiv voran.
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Für Nvidia ist die Beteiligung mehr als eine Finanzinvestition. Sie sichert dem Unternehmen direkten Zugang zu Intels Fertigungswissen und Produktionslinien. Analysten sehen darin eine klare Absicherung gegen geopolitische Risiken in der Lieferkette.
Der Vertrauensbeweis: Nvidias KI-Chips aus Intels Fabrik
Die eigentliche Sensation kam Ende Januar ans Licht: Nvidia plant, einen Teil seiner nächsten KI-Beschleuniger-Generation bei Intel produzieren zu lassen. Die Chips mit dem Codenamen „Feynman“, die für 2028 erwartet werden, sollen teilweise auf Intels fortschrittlichstem „14A“-Prozess gefertigt werden.
Diese 1,4-Nanometer-Technologie ist Intels Flaggschiff auf der Roadmap. Sie soll direkt mit den führenden Fertigungsprozessen des Marktführers TSMC konkurrieren. Bislang ließ Nvidia seine High-End-GPUs fast ausschließlich bei TSMC fertigen.
Die Entscheidung für Intel ist daher ein gewaltiger Vertrauensvorschuss. Sie gilt als Bestätigung für Intels „IDM 2.0“-Strategie, die auch externe Kunden gewinnen will. Nvidia wird zunächst Testaufträge platzieren, um Ausbeute und Leistung des 14A-Prozesses zu prüfen, bevor die Massenproduktion startet.
Gemeinsame Waffe gegen AMD: Maßgeschneiderte x86-Chips
Das Herzstück der Partnerschaft bleibt die Entwicklung kundenspezifischer x86-SoCs. Damit zielen die Partner direkt auf den Erzrivalen AMD. Die Kooperation umfasst zwei Bereiche:
- Rechenzentrums-CPUs: Intel entwickelt spezielle x86-Prozessoren für Nvidias KI-Infrastruktur. Sie sollen eng mit Nvidias NVLink-Technologie verzahnt sein. Das ermöglicht eine schnellere und effizientere Kommunikation zwischen CPU und GPU und beseitigt einen bekannten Engpass in heutigen Systemen.
- „x86 RTX“-SoCs für Consumer-PCs: Noch disruptiver sind die Pläne für Laptops und Desktop-PCs. Die Unternehmen arbeiten an x86-Chips, die Nvidias RTX-Grafikkomponenten direkt in den Prozessor integrieren. Ziel sind High-End-Gaming- und Kreativ-Laptops – ein Segment, in dem AMD zuletzt stark war.
Die Kombination aus Intels x86-Kernen und Nvidias Grafikarchitektur könnte einen „Super-Chip“ für den Premium-PC-Markt schaffen. Experten sehen darin eine Strategie, um Wettbewerber auszumanövrieren.
Geopolitische Gründe und Marktreaktion
Die Vertiefung der Allianz findet vor einem geopolitischen Hintergrund statt. Die US-Regierung fördert aktiv Partnerschaften innerhalb der heimischen Halbleiterindustrie. Als „nationale Repräsentativ-Foundry“ erhält Intel erhebliche staatliche Unterstützung.
Für Nvidia ist die Diversifizierung der Lieferkette hin zu einer US-Fertigung ein strategisches Muss. Angesichts anhaltender Handelskonflikte und Exportkontrollen schafft ein robuster, heimischer Partner mehr Sicherheit.
Die Märkte reagierten vorsichtig optimistisch. Intels Aktien zeigten positive Bewegungen nach den Bestätigungen. Investoren honorieren die konkreten Schritte, externe Kunden zu gewinnen. Nvidias fünf Milliarden Euro werden als kalkulierte strategische Investition gewertet – um Kapazität zu sichern und die Roadmap der einzigen US-Alternative zu TSMC mitzugestalten.
Der Weg bis 2028: Alles hängt an Intels 14A-Prozess
Der Erfolg der gesamten Partnerschaft steht und fällt mit Intels 14A-Technologie. Kann Intel die versprochene Leistung und Ausbeute liefern, könnten die in den USA gefertigten „Feynman“-Chips einen Wendepunkt für die amerikanische Halbleiterproduktion markieren.
Erste Details zu den gemeinsamen x86-SoCs werden noch 2026 erwartet, mit Produktstarts möglicherweise 2027. Während sich die Grenzen zwischen CPU und GPU weiter auflösen, zeigt das Bündnis: Die Zukunft des Hochleistungs-Computing wird stärker von der Kooperation ehemaliger Rivalen geprägt sein als vom reinen Wettbewerb.


