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Nvidia verschiebt GeForce RTX 50 Super-Serie auf unbestimmte Zeit

09.01.2026 - 18:14:12

Nvidia hat die geplante GeForce RTX 50 Super-Serie aufgrund explodierender Speicherpreise und der strategischen Priorisierung von KI-Hardware gestoppt. Die aktuelle RTX-50-Serie bleibt länger im Markt.

Die Gaming-Hardware-Branche erlebt einen schweren Rückschlag: Nvidia hat die heiß erwartete GeForce RTX 50 Super-Serie offenbar auf Eis gelegt. Grund sind explodierende Speicherkosten und eine strategische Fokussierung auf KI-Infrastruktur. Das Fehlen einer Ankündigung auf der CES 2026 war nur der Vorbote.

GDDR7-Engpass macht Super-Upgrade unwirtschaftlich

Der Hauptgrund für den Stopp liegt in der globalen Lieferkette. Die RTX 50 Super-Modelle sollten mit hochdichten 3-GB-GDDR7-Modulen ausgestattet werden, ein Sprung gegenüber den 2-GB-Modulen der Standard-RTX-50-Serie. Dies hätte Kapazitäten von 18 oder 24 GB VRAM ermöglicht. Doch die Produktion dieser Module leidet unter geringen Ausbeuten und extremen Preissprüngen.

Die Kosten pro Gigabyte sind im letzten Quartal in die Höhe geschossen. Eine wirtschaftliche Produktion der Super-Serie wäre nur mit Verkaufspreisen möglich gewesen, die der Markt kaum akzeptiert hätte. Nvidia minimiert so das Risiko im volatilen Speichermarkt und schützt seine Margen, indem es bei der bestehenden Serie mit den verfügbaren 2-GB-Modulen bleibt.

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KI-Boom verdrängt Gaming-Hardware in der Prioritätenliste

Die strategische Neuausrichtung beschleunigt den Shift. Nvidia verlagert Produktionskapazitäten massiv, um die unstillbare Nachfrage nach KI-Datencenter-GPUs zu bedienen. Die „Blackwell“-Architektur steckt sowohl in Gaming- als auch in Enterprise-Chips. Da die Gewinnmargen bei KI-Server-Hardware die von Grafikkarten bei weitem übersteigen, fehlt der finanzielle Anreiz für ein Nischen-Refresh für Gamer.

Dieser Trend wurde auf der CES 2026 deutlich: Die Keynote konzentrierte sich fast ausschließlich auf KI-Software, Automotive-Technologie und Rechenzentren. Damit brach Nvidia eine fünfjährige Tradition großer Gaming-GPU-Ankündigungen zum Jahresauftakt. Laut Quellen wurden Board-Partner angewiesen, Vorbereitungen für die Super-Serie zu stoppen. Verfügbarer VRAM wird stattdessen in Hochleistungsrechner umgeleitet.

Fehlender Wettbewerb lässt Nvidia kalkulieren

Marktbeobachter sehen einen weiteren Grund: der fehlende Druck von Konkurrenten. AMDs nächste Architektur RDNA 5 wird frühestens Mitte bis Ende 2027 erwartet. Da die RTX-50-Serie im High-End-Segment ohne direkte Bedrohung das Feld beherrscht, besteht für Nvidia keine Eile, schnelleres Hardware zu releasen, um die Marktführerschaft zu verteidigen.

Für Verbraucher hat diese „Ein-Pferd-Rennen“-Dynamik Konsequenzen. Ohne Super-Serie, die bestehende Preispunkte ersetzt, werden die Modelle RTX 5090, 5080 und 5070 wohl für über zwei Jahre das Flaggschiff-Angebot bleiben. Preissenkungen im Rahmen eines üblichen Mid-Cycle-Refreshes fallen aus. Gerüchte besagen sogar, Nvidia könnte die Produktion älterer Modelle wie der RTX 3060 wiederaufnehmen, um günstige Einstiegsoptionen anzubieten.

Warten auf die „Rubin“-Generation

Die unbestimmte Verschiebung lenkt den Blick auf Nvidias nächsten Architektur-Sprung, Codename „Rubin“. Ursprünglich war die RTX-60-Serie für 2027 geplant. Der Ausfall des Mid-Cycle-Refreshes nährt nun Spekulationen über einen vorgezogenen Start. Einige Insider halten ein „Rubin“-Debüt Ende 2026 für möglich, andere beharren auf 2027.

Für PC-Spieler bedeutet das: 2026 wird wohl ein Jahr der Stabilität, nicht der Innovation. Solange sich die Speicherpreise nicht stabilisieren oder der Wettbewerbsdruck nicht zunimmt, wird die RTX-50-Serie das Feld alleine halten. Das „Super“-Label ist damit ein erstes Opfer der wirtschaftlichen Realitäten des KI-Zeitalters.

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