Nvidia priorisiert Grafikkarten nach Profit pro Gigabyte
22.01.2026 - 20:31:11Nvidia steuert die Produktion seiner RTX-50-Grafikkarten neu – nach einem einfachen Profit-Kriterium. Hintergrund ist ein akuter Mangel an Grafikkarten-Speicher, der den Markt fest im Griff hat. Für Gamer könnte das bedeuten: Bestimmte Modelle werden knapp und teuer.
Während eines kürzlichen Interviews erläuterte Gigabyte-CEO Eddie Lin die neue Strategie des Grafikriesen. Demnach berechnet Nvidia für jedes Modell den Umsatz pro Gigabyte verbauten GDDR7-Speichers. Jene Karten, die aus der knappen Ressource Speicher den höchsten finanziellen Ertrag ziehen, werden in der Produktion bevorzugt. Modelle, die viel VRAM für vergleichsweise wenig Geld bieten, rutschen in der Priorität nach unten.
Die Logik der Profit-Rechnung
Die Rechnung ist simpel: Eine hypothetische Grafikkarte für 400 Euro mit 8 GB VRAM erwirtschaftet 50 Euro Umsatz pro Gigabyte. Ein 500-Euro-Modell mit 16 GB kommt hingegen nur auf etwa 32 Euro pro Gigabyte. Bei limitierten Speicherchips fällt die Wahl im Sinne der Profitmaximierung klar aus.
Konkret betrifft dies die aktuelle RTX-50-Serie. Analysen zeigen: Die 8-GB-Version der RTX 5060 Ti bringt rund 47,38 Euro pro Gigabyte. Die 16-GB-Variante desselben Modells liegt bei nur 26,81 Euro – dem niedrigsten Wert der gesamten Serie. Auch im High-End-Segment ist die Rechnung eindeutig: Die RTX 5080 mit 16 GB ist eine effizientere Nutzung der Speicherressourcen als die Flaggschiff-RTX 5090. Letztere benötigt doppelt so viel knappen Speicher bei ähnlichem Umsatz pro Gigabyte. Die Folge: Beliebtes Einsteiger- und Mittelklasse-Modelle mit viel VRAM, wie die 16-GB-Versionen der RTX 5060 Ti und RTX 5070 Ti, könnten für Verbraucher schwerer erhältlich werden.
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Getriebener Markt: KI-Boom verknappt Speicher
Nvidias Strategiewechsel ist eine direkte Reaktion auf einen globalen Engpass. Die Nachfrage nach GDDR7- und GDDR6-Speicher explodiert, vor allem getrieben vom KI-Boom. Enterprise-Kunden zahlen für Hochleistungsspeicher nahezu jeden Preis und entziehen dem Konsumentenmarkt Kapazitäten.
Als Antwort auf die gestiegenen Komponentenkosten haben sowohl Nvidia als auch AMD die Preise für ihre GPU- und Speicher-Bundles an Board-Partner wie Gigabyte, MSI und Asus erhöht. Berichten zufolge fiel Nvidias Preiserhöhung moderater aus als die des Konkurrenten. Offiziell betont Nvidia, die Nachfrage sei hoch und die Lieferketten angespannt, versichert aber, alle GPU-Modelle weiter auszuliefern. Die Einblicke der Partner deuten jedoch auf eine andere Realität der priorisierten Zuteilung hin.
Folgen für Gamer: Teurere Karten, weniger Auswahl
Die unmittelbaren Konsequenzen für Verbraucher sind spürbar: Die Verfügbarkeit schwindet, die Preise steigen. Board-Partner haben bereits begonnen, Aufschläge durchzureichen. MSI hat die Preise für RTX-50-Karten angehoben. Von Asus und Gigabyte werden Preiserhöhungen von 10 bis 15 Prozent erwartet, die besonders Modelle mit 16 GB VRAM oder mehr treffen werden.
Dieser Trend ist im Markt bereits sichtbar. Der Preis für das Flaggschiff RTX 5090 ist in einigen Regionen seit Sommer 2025 um mehr als 55 Prozent explodiert. Gamer, die 2026 ihren PC bauen oder upgraden wollen, müssen sich auf signifikante Aufschläge für High-VRAM-Karten und geringere Verfügbarkeit einstellen. Effektiv könnte sich so 8 GB VRAM als neuer Mainstream-Standard etablieren – nicht durch Verbraucherwahl, sondern durch Marktknappheit.
Ausblick: Instabile Preise bis 2027
Nvidias „Umsatz-pro-Gigabyte“-Ansatz ist eine kalkulierte Geschäftsentscheidung, um die Profitabilität in einer angespannten Lieferkette zu wahren. Indem der Konzern sich auf die profitabelsten Produkte konzentriert, kann er sowohl die KI-Industrie als auch den Gaming-Markt bedienen.
Verbraucher sollten sich auf weiterhin volatile Preise und eine selektive Verfügbarkeit im gesamten Jahr 2026 einstellen. Die begehrtesten Karten könnten künftig nicht die leistungsstärksten sein, sondern jene, die Nvidia die beste Rendite auf die knappe Speicherressource bieten. Eine Entspannung der Lage ist erst zu erwarten, wenn sich die globale DRAM-Lieferkette stabilisiert – eine Entwicklung, die einige Branchenkenner nicht vor 2027 erwarten. PC-Bauer und Gamer müssen strategischer denn je vorgehen und Leistungsbedarf gegen eine Marktlandschaft abwägen, die von Knappheit und profitgetriebener Produktion geprägt ist.
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