Nvidia, Spezial-Speicher

Nvidia lanciert Spezial-Speicher für KI-Inferenz

28.01.2026 - 03:31:12

Nvidias neue ICMS-Plattform löst den Speicher-Flaschenhals bei großen KI-Modellen und verspricht bis zu fünffach schnellere Antwortzeiten bei deutlich besserer Energieeffizienz.

Nvidias neue ICMS-Plattform soll den Flaschenhals bei der Arbeit mit riesigen KI-Modellen beseitigen. Der spezialisierte Speicher für Kontextdaten verspricht bis zu fünfmal schnellere Antwortzeiten und eine drastisch verbesserte Energieeffizienz.

Das Herzstück der Lösung ist der BlueField-4-Datenprozessor, der eine neue Speicherebene zwischen dem ultraschnellen GPU-Arbeitsspeicher und konventionellen Systemen schafft. Das Problem, das Nvidia damit adressiert: Moderne KI-Modelle mit Billionen von Parametern erzeugen bei komplexen Dialogen einen gewaltigen Berg an Kontextinformationen, den sogenannten Key-Value-Cache. Dieser überlastet schnell den teuren GPU-Speicher und bremst die gesamte Inferenz aus.

KI-Speicher als neue Infrastruktur-Schicht

Die Inference Context Memory Storage (ICMS)-Plattform entlastet die GPUs, indem sie diesen Kontext-Cache in eine skalierbare, petabyte-große Infrastruktur auslagert, die den Prozessoren dennoch direkt zur Verfügung steht. Das ist besonders für die nächste Generation agentenbasierter KI-Systeme entscheidend. Diese müssen sich an lange Interaktionsverläufe erinnern können, um mehrstufige Schlussfolgerungen zu ziehen.

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„Ohne eine solche Speziallösung wird der Datentransport zum neuen Engpass“, erklärt ein Nvidia-Sprecher. Die Architektur nutzt daher Nvidias Spectrum-X Ethernet für Hochgeschwindigkeitsverbindungen, um Datenbewegungen zu beschleunigen.

Fünfmal mehr Leistung bei gleichem Strom

Die internen Benchmarks des Konzerns sind beeindruckend: Im Vergleich zu herkömmlichen Speicherlösungen soll die neue Plattform die pro Sekunde verarbeiteten Tokens verfünffachen. Für Nutzer bedeutet das spürbar schnellere Antwortzeiten von KI-Assistenten. Rechenzentren könnten mit derselben GPU-Hardware deutlich mehr Anfragen gleichzeitig bedienen.

Ein ebenso wichtiger Faktor ist die Energieeffizienz, die laut Nvidia ebenfalls um das Fünffache steigt. In einer Zeit, in der der Stromhunger von KI-Rechenzentren zunehmend kritisch gesehen wird, ist dies ein starkes Verkaufsargument. Die Effizienzgewinne entstehen, weil die GPUs seltener auf nachgelagerte Speicher warten müssen und somit seltener im Leerlauf sind.

Vollintegrierte Lösung aus einer Hand

ICMS ist keine reine Hardware-Innovation. Die Plattform ist tief in Nvidias Software-Ökosystem integriert. Orchestrierungswerkzeuge wie das NVIDIA DOCA-Framework, NVIDIA Dynamo und NIXL verwalten die Platzierung der Kontextdaten und die Auslastung über die gesamte Speicherhierarchie hinweg.

Diese softwaredefinierte Architektur bietet die nötige Flexibilität für verschiedene KI-Workloads und ist besonders für Multi-Tenant-Cloud-Umgebungen und große Unternehmensdeployments gedacht. Ressourcen können dynamisch verwaltet und optimal auf Modelle und Anwendungen zugeschnitten werden.

Paradigmenwechsel in der KI-Infrastruktur

Die Einführung von ICMS markiert einen Wendepunkt. Jahrelang lag der Fokus darauf, die reine Rechenleistung und Bandbreite innerhalb der GPU zu steigern. Jetzt erkennt die Branche, dass die gesamte Datenpipeline – und besonders der Speicher – für die nächste KI-Generation neu gedacht werden muss.

Nvidia festigt mit dieser Ende-zu-Ende-Lösung seine marktbeherrschende Stellung im KI-Hardware-Sektor. Konkurrenten dürften unter Druck geraten, ähnliche spezialisierte Speicherschichten zu entwickeln. Der Schritt unterstreicht einen breiteren Trend hin zu workload-spezifischer Hardware, die generische Architekturen ablöst.

Die Branche wird nun gespannt verfolgen, ob sich die Plattform bei großen Cloud-Anbietern und Unternehmen durchsetzt. Sollten sich die Leistungsversprechen in der Praxis bewahrheiten, könnte ICMS einen neuen Standard für KI-Infrastruktur setzen und die Entwicklung leistungsfähigerer KI-Agenten beschleunigen.

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