Nvidia drosselt Grafikkarten-Lieferungen um 20 Prozent
19.01.2026 - 17:34:12Der globale Grafikkartenmarkt steuert auf ein turbulentes Jahr 2026 zu. Nvidia hat die Liefermengen für seine neuen GeForce RTX-50-Serie an Partnerhersteller drastisch gekürzt. Grund sind Engpässe bei GDDR7-Speicher und eine strategische Fokussierung auf KI-Hardware. Die Preise für Verbraucher könnten weiter explodieren.
Partner stehen vor leeren Regalen
Berichten von Brancheninsidern zufolge hat Nvidia seine Zulieferungen an Partner wie Asus, MSI und Gigabyte um 15 bis 20 Prozent reduziert. Betroffen ist die erst kürzlich eingeführte „Blackwell“-Architektur. Anders als bei früheren Engpässen fehlen nicht einzelne Komponenten. Nvidia drosselt bewusst die Auslieferung der GPU-Chips selbst.
Die Auswirkungen sind bereits spürbar. Der Vertriebskanal zeigt erste Risse. Große Händler können High-End-Modelle wie die RTX 5090 kaum noch zum UVP liefern. Die Karte ist praktisch nicht erhältlich.
KI-Fieber verdrängt Gamer
Der Hauptgrund für die Knappheit ist eine globale Mangellage bei GDDR7-Speicher. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Die Produktionskapazitäten für Hochleistungsspeicher werden von der Nachfrage nach KI-Hardware monopolisiert.
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Nvidias profitablere Data-Center-Produkte beanspruchen den Löwenanteil des verfügbaren Siliziums und Speichers. Die Strategie „KI zuerst“ lässt den Consumer-Markt buchstäblich mit den Resten kämpfen. Die Situation erinnert an die Engpässe während des Krypto-Booms – diesmal getrieben von der KI-Euphorie der Konzerne.
Verwirrung um RTX 5070 Ti
Die Lieferkürzungen lösten eine Welle der Verunsicherung über bestimmte Modelle aus. Berichte deuteten an, Asus habe die RTX 5070 Ti bereits als „End of Life“ eingestuft, weil keine Chips verfügbar seien.
Asus dementierte später. Die EOL-Meldung sei auf unvollständige Informationen zurückzuführen. Das Unternehmen betonte, der Verkauf sei nicht dauerhaft eingestellt, das Angebot jedoch extrem knapp.
Für Käufer ändert das wenig. Ob offiziell eingestellt oder einfach nicht produzierbar – die Modelle verschwinden aus den Regalen. Europäische Händler können die RTX 5070 Ti bereits nicht mehr nachbestellen.
Preisexplosion und düstere Prognose
Die wirtschaftlichen Folgen sind drastisch. Seit den Meldungen über die Lieferkürzung sind die Preise für verfügbare Ware in die Höhe geschnellt. Die RTX 5090 kostet in einigen Regionen bis zu 80 Prozent mehr als zum Start. Bei der RTX 5080 sind es etwa 35 Prozent.
Der Preisdruck wird sich im ersten Quartal 2026 voraussichtlich verschärfen. Da die günstigeren 16-GB-Mittelklassekarten versiegen, werden Spieler auf teure High-End-Modelle oder 8-GB-Karten wie die RTX 5060 gedrängt.
Und es kommt noch düsterer: Insidern zufolge könnte Nvidia 2026 überhaupt keine neuen Consumer-GPUs mehr auf den Markt bringen. Die erwartete „RTX 50 Super“-Serie wäre damit vom Tisch. Der Markt bliebe bis mindestens 2027 in einem Zustand hoher Preise und geringer Verfügbarkeit gefangen.
Keine schnelle Besserung in Sicht
Die Aussichten für PC-Enthusiasten bleiben herausfordernd. Die Kombination aus KI-Nachfrage und Speicherknappheit hat einen perfekten Sturm für Hardware-Engpässe entfacht. Nvidia arbeitet zwar mit Zulieferern an einer Maximierung der Verfügbarkeit. Doch die strukturelle Natur des Mangels lässt keinen schnellen Ausweg erwarten.
Beobachter raten Verbrauchern, ihre Erwartungen zu zügeln. Die Ära leicht verfügbarer Grafikkarten zum UVP ist vorerst vorbei. Es herrscht ein Markt der Zuteilungskämpfe und Premiumpreise. Solange sich die Speicherproduktion nicht dramatisch verbessert oder der KI-Sektor seinen Durst nach Silizium zügelt, könnte die 20-prozentige Lieferkürzung nur der Anfang eines mageren Jahres für PC-Spieler sein.
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