Nvidia-Chef Huang prophezeit größten Infrastruktur-Umbau der Geschichte
22.01.2026 - 09:02:12Der Nvidia-CEO Jensen Huang skizzierte auf dem Weltwirtschaftsforum eine Vision, die weit über Software hinausreicht. Sein Ziel: eine multi-billionenschwere Hardware-Revolution, die er als „größten Infrastrukturausbau der Menschheitsgeschichte“ bezeichnet.
An der Seite von BlackRock-Chef Larry Fink argumentierte Huang, die aktuelle KI-Investitionswelle sei nur die erste Phase. Die eigentliche Transformation – die Ära des „physischen KI“ – erfordere eine komplette Neugestaltung globaler Rechensysteme. Der Bedarf an Chips, Energie, Baukapazitäten und Fachkräften werde explodieren.
Der fünfstöckige „Infrastruktur-Kuchen“
Huang nutzte eine einfache Analogie, um das Ausmaß zu verdeutlichen: einen fünfschichtigen Kuchen. Während die Aufmerksamkeit oft den oberen Ebenen – KI-Modellen und Anwendungen – gilt, ruht alles auf einer massiven physischen Grundlage.
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- Energie: Die Stromerzeugung für Rechencluster.
- Chips & Computing: Spezialprozessoren wie Nvidia-GPUs.
- Cloud-Infrastruktur: Rechenzentren und Netzwerke.
- KI-Modelle: Große Sprachmodelle (LLMs).
- Anwendungen: Tools für Gesundheit, Finanzen, Industrie.
„Wir haben erst einige hundert Milliarden investiert“, so Huang. Für eine vollständig KI-fähige Weltwirtschaft seien jedoch weitere Billionen nötig. Diese Ausgaben seien sinnvoll, da sie die Automatisierung von Billionen an globaler Wirtschaftsleistung ermöglichten.
Der unerwartete „Blue-Collar“-Boom
In einer überraschenden Wendung betonte Huang die handwerklichen Folgen des digitalen Booms. Der Wettlauf um den Bau von „KI-Fabriken“ – massiven, auf Intelligenzerzeugung spezialisierten Rechenzentren – treibe die Nachfrage nach Facharbeitern in bisher ungekannte Höhen.
Die Engpässe lägen zunehmend im Physischen, nicht im Digitalen. Installateure, Elektriker, Bauarbeiter und Netzwerktechniker für Kühlungsanlagen und Stromnetze seien heiß begehrt. Ihre Gehälter stiegen rasant, teilweise auf sechsstellige Beträge, so Huang.
Diese Sicht teilt CoreWeave-CEO Michael Intrator. Auch er sieht die „Physis“ des Booms als limitierenden Faktor: Der Flaschenhals verschiebe sich von der Chip-Verfügbarkeit hin zu Stromkapazität und Baufertigstellung.
„Souveräne KI“ als nationale Pflicht
Huang wiederholte zudem sein Konzept der „Souveränen KI“. Er forderte Nationen auf, Künstliche Intelligenz wie Straßen oder Stromnetze als kritische Infrastruktur zu behandeln. Jedes Land müsse eigene „KI-Fabriken“ besitzen und betreiben, um Daten lokal zu verarbeiten – und nicht seine „nationale Intelligenz“ an ausländische Tech-Giganten auszulagern.
Dieser Ansatz würde den benötigten Gesamtaufwand vervielfachen. Für Hardware-Anbieter wie Nvidia eröffnet er jedoch einen riesigen zusätzlichen Markt, da KI-Infrastruktur zur Frage nationaler Sicherheit und Wettbewerbsfähigkeit wird.
Zwischen Euphorie und Warnungen: Die gemischte Stimmung in Davos
Trotz Huangs optimistischer Darstellung war die Stimmung im Schweizer Alpenort gespalten. Eine aktuelle PwC-Umfrage zeigt: Das Vertrauen der CEOs in kurzfristige Umsatzwachstum ist auf einem Fünfjahrestief. Die Investitionsbereitschaft wird selektiver.
Die deutlichste Gegenposition kam von Dario Amodei, CEO der KI-Sicherheitsfirma Anthropic. In einer separaten Session verglich er den Verkauf hochmoderner KI-Chips an geopolitische Rivalen mit dem Verkauf von „Atomwaffen“ – ein scharfer Kontrast zu Huangs Vision globaler Entwicklung.
Auch Finanzanalysten sind uneins. Bullische Prognosen, etwa von Morningstar, sehen die jährlichen Ausgaben für KI-Infrastruktur bis 2030 bei drei bis vier Billionen Dollar. Skeptiker warnen jedoch vor einer temporären „Luftblase“, falls die Einnahmen aus KI-Anwendungen mit den Investitionskosten nicht Schritt halten.
Blick nach vorn: Nächste Hardware-Generation steht bevor
Die Branche bereitet sich bereits auf die nächste Generation vor. Nvidias Roadmap sieht die Einführung der „Vera Rubin“-Architektur in der zweiten Hälfte 2026 vor. Sie soll die Leistungsfähigkeit der KI-Fabriken weiter beschleunigen.
Huangs langfristige Projektion bleibt ambitioniert. Bis zu 85 Billionen Dollar der globalen Wirtschaftsleistung könnten seiner Einschätzung nach durch KI „augmentiert“ werden. Sollte seine Davos-Prognose stimmen, wird der Weg dorthin nicht nur mit Code, sondern mit Beton, Kupfer und Billionen in physischen Vermögenswerten gepflastert sein.
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