Nvidia-Chef dementiert Bruch mit OpenAI und kündigt Milliarden-Investition an
01.02.2026 - 09:01:12Nvidia-Chef Jensen Huang hat Spekulationen über eine Abkühlung der Beziehung zum KI-Pionier OpenAI entschieden widersprochen. Bei einem Auftritt in Taipeh nannte er entsprechende Berichte „völligen Unsinn“ und bestätigte eine „riesige“ Investition seines Chipherstellers in die aktuelle Finanzierungsrunde von OpenAI. Diese könnte die größte Einzelinvestition in der Geschichte Nvidias werden.
Die klare Dementierung folgt auf Medienberichte, wonach eine bereits angekündigte Infrastruktur-Partnerschaft ins Stocken geraten sei. Eine Absichtserklärung vom September 2025 sah vor, dass Nvidia bis zu 100 Milliarden Euro in Rechenkapazitäten für OpenAI investieren könnte. Huang räumte nun ein, dass die endgültige Summe „lange nicht“ an diese Marke heranreichen werde. Es handele sich um eine Anpassung der Deal-Struktur, nicht um ein Scheitern der strategischen Allianz.
Gigantischer Bedarf treibt Partnerschaft und Konkurrenz
Der Bedarf an Rechenleistung für die nächste KI-Generation ist immens und treibt die gesamte Branche um. Nvidias Hochleistungs-GPUs sind dafür unverzichtbar, doch der Druck auf die Lieferketten ist enorm. Große KI-Entwickler wie OpenAI suchen daher nach Alternativen: Sie diversifizieren ihre Hardware-Beschaffung und entwickeln teils eigene Chips.
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OpenAI bleibt einer der wichtigsten Kunden Nvidias. Gleichzeitig verhandelt das Unternehmen aber auch über ein großes Rechenleistungs-Abkommen mit Amazon. Diese Strategie der Risikostreuung gilt in der Branche als notwendiger Schritt, um die explodierenden Entwicklungskosten zu kontrollieren. Huang soll intern zwar die Geschäftsdisziplin von OpenAI hinterfragt haben, unterstützt den Partner öffentlich aber uneingeschränkt.
Angepasste Milliarden-Beteiligung statt Mega-Infrastrukturdeal
Die neu verhandelte Investition wird nun voraussichtlich als konventionelle, aber sehr große Eigenkapitalbeteiligung an OpenAI fließen. Der Deal bewegt sich im Bereich von mehreren zehn Milliarden Euro. Für Nvidia bedeutet dies weiterhin großen Einfluss auf einen Schlüsselpartner, ohne das volle Risiko des ursprünglich geplanten 100-Milliarden-Infrastrukturprojekts zu tragen.
Im Hintergrund verschärft sich der Wettbewerb um KI-Hardware massiv. Tech-Giganten wie Google, Amazon und Microsoft investieren Milliarden in eigene Chips, um unabhängiger von Nvidia zu werden. Microsoft, selbst Partner beider Unternehmen, bringt bereits die zweite Generation seines KI-Chips Maia 200 für Azure und Copilot auf den Markt. Huangs öffentliche Bekräftigung der Allianz unterstreicht daher auch den strategischen Willen Nvidias, trotz dieser Konkurrenz zentral im KI-Ökosystem zu bleiben.
Symbiose auf Augenhöhe in einer diverse Zukunft
Die Partnerschaft wird eine tragende Säule der KI-Branche bleiben, sich aber weiter verändern. OpenAI wird seine Hardware-Lieferanten diversifizieren und die Eigenentwicklung von Chips vorantreiben, um langfristig skalieren zu können. Ein Börsengang des Unternehmens ist für Ende 2026 im Gespräch, was den Druck auf die Profitabilität und die Abhängigkeiten weiter erhöhen wird.
Nvidia muss künftig ein komplexes Geflecht aus Partnerschaften und Konkurrenzverhältnissen navigieren. Der angepasste Deal mit OpenAI zeigt den strategischen Kurs: enge Zusammenarbeit mit den wichtigsten Playern beibehalten, aber anerkennen, dass die Ära der Alleinanbieter vorbei ist. Die technische Symbiose beider Unternehmen bei der Entwicklung von Modellen, Software und Hardware bleibt vorerst intakt – auch wenn die finanziellen Grundlagen neu justiert wurden.


