NRW-Bank, KI-Förderung

NRW-Bank startet KI-Förderung mit neuem Losverfahren

08.01.2026 - 21:14:12

Nordrhein-Westfalen stellt sein Förderprogramm auf KI und Hochtechnologie um. Mittelständler können nun Zuschüsse für komplexe Digitalprojekte beantragen, die einfache Maßnahmen ausschließen.

Die erste Runde des umgestalteten Förderprogramms „Mittelstand Innovativ & Digital“ ist in Nordrhein-Westfalen gelaufen. Ab sofort setzt das Land gezielt auf Künstliche Intelligenz und komplexe Digitalprojekte.

Scharfer Fokus auf Hochtechnologie

Eine neue Ära für die Digitalförderung in Nordrhein-Westfalen hat begonnen. Seit dem 1. Januar 2026 verwaltet die NRW.BANK das zentrale Programm „Mittelstand Innovativ & Digital“ (MID). Die erste Antragsrunde unter der neuen Führung schloss am 7. Januar mit einem Losverfahren. Der Kern der Neuausrichtung: Nur noch Projekte mit Künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen oder Echtzeit-Datenverarbeitung werden gefördert.

Damit verabschiedet sich das Land von der Breitenförderung. Einfache Digitalisierungsmaßnahmen wie Webseiten oder Standard-Hardware fallen künftig durchs Raster. „Die Mittel müssen echte Innovationen in den Mittelstand bringen“, lautet die klare Botschaft aus Düsseldorf. Das Programm soll die Wettbewerbsfähigkeit der NRW-Wirtschaft in der Hochtechnologie stärken.

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Bis zu 15.000 Euro für KI-Projekte

Konkret können Start-ups und etablierte KMU unter dem Modul „MID-Digitalisierung“ Zuschüsse beantragen. Der Staat übernimmt 50 Prozent der förderfähigen Kosten, maximal jedoch 15.000 Euro pro Projekt. Das Geld ist ein nicht rückzahlbarer Zuschuss – ein entscheidender Vorteil für Gründer mit knappen Liquiditätsreserven.

Doch was gilt überhaupt als förderwürdig? Die Antwort liegt in den Algorithmen. Externe Dienstleister müssen in ihren Lösungen nachweislich KI, Data Mining oder maschinelle Lernverfahren einsetzen. Die Förderung soll so die Hemmschwelle senken, komplexe Technologien in eigene Produkte zu integrieren. Für viele kleine Betriebe ist der Zugang zu solcher Entwicklungsexpertise sonst kaum finanzierbar.

Losverfahren sichert faire Verteilung

Wegen der erwartet hohen Nachfrage führt die NRW.BANK ein verpflichtendes Losverfahren ein. Die erste Ziehung fand bereits am 7. Januar statt. Ausgewählte Unternehmen können nun ihren Vollantrag stellen. Für alle anderen geht das Anmelden zum Losverfahren kontinuierlich weiter – die nächste Ziehung ist für Anfang Februar geplant.

Das Los entscheidet über die Chancen in zwei Modulen: „MID-Digitalisierung“ und „MID-Digitale Sicherheit“. Letzteres fördert weiterhin IT-Sicherheitsmaßnahmen wie Audits oder Penetrationstests mit bis zu 15.000 Euro. Ein dritter Baustein, „MID-Assistent/in“, läuft unter einem anderen Modell. Hier werden Gehaltszuschüsse für die Einstellung von Hochschulabsolventen vergeben, um Fachkräfte in der Region zu halten.

Trendwende in der Wirtschaftsförderung

Die Neuausrichtung spiegelt einen bundesweiten Trend wider. Die Wirtschaftspolitik bewegt sich von der „digitalen Grundausstattung“ hin zur „digitalen Exzellenz“. Cloud-Migration und einfacher E-Commerce waren erste Schritte. Die Zukunft gehöre nun der datengetriebenen Innovation, so Experten.

Mit der Fokussierung auf KI setzt NRW die Latte für Förderanträge deutlich höher. Geschäftsmodelle müssen einen ausgefeilten technischen Kern nachweisen. Das aligniert sich mit EU-Initiativen zur Stärkung der digitalen Souveränität. Für Gründer bedeutet das: Nur noch hochspezialisierte Vorhaben haben Chancen auf staatliche Hilfe.

Die Branche blickt nun gespannt auf die ersten Bewilligungen unter der NRW.BANK. Erwartet wird ein schlankeres Antragsverfahren und schnellere Auszahlungen. Für alle, die in der ersten Runde kein Glück hatten, gilt: Projektideen prüfen und rechtzeitig für die nächste Ziehung anmelden. Der Wettlauf um die KI-Förderung hat gerade erst begonnen.

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