Notepad: Tabellen-Funktion kommt nach 40 Jahren
27.11.2025 - 23:31:11Microsoft erweitert Notepad um Tabellen-Erstellung und verbessert KI-Funktionen, um die Lücke nach WordPad-Ende zu schließen. Der klassische Editor wird zum vollwertigen Textprogramm weiterentwickelt.
Microsoft erweitert seinen klassischen Texteditor um Funktionen, die ihn erstmals zur echten Alternative für einfache Dokumente machen.
Der wohl bekannteste Texteditor der Welt erhält einen historischen Funktionssprung: Notepad kann künftig Tabellen erstellen und bearbeiten. Was nach einer Selbstverständlichkeit klingt, markiert für die mittlerweile 40 Jahre alte Software einen fundamentalen Wandel – weg vom spartanischen Notizblock, hin zu einem vollwertigen Leichtgewichts-Textprogramm.
Die neue Version 11.2510.6.0 steht seit dieser Woche Windows-Insidern in den Canary- und Dev-Kanälen zur Verfügung. Microsoft positioniert damit seinen Editor neu: Nach dem Aus für WordPad im Jahr 2024 soll Notepad dessen Rolle als „jedermanns Textprogramm” übernehmen.
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Von der Notiz zum strukturierten Dokument
Die Tabellen-Integration funktioniert denkbar einfach: Eine neue Schaltfläche in der Symbolleiste öffnet ein Raster, über das sich Zeilen und Spalten visuell auswählen lassen – ganz wie aus Microsoft Word bekannt. Wer lieber mit der Tastatur arbeitet, kann alternativ Markdown-Syntax verwenden. Tippt man die entsprechenden Zeichen, rendert Notepad automatisch eine formatierte Tabelle.
Einmal erstellt, lassen sich die Tabellen über ein Kontextmenü bearbeiten: Zeilen und Spalten hinzufügen, entfernen oder in der Größe anpassen. Zwar bleiben aufwendige Gestaltungsoptionen wie Rahmenfarben oder Schattierungen außen vor – für Listen, einfache Zeitpläne oder Datensätze reicht die Funktionalität jedoch völlig aus.
Die Markdown-Unterstützung dürfte besonders Entwickler freuen. Sie können nun strukturierte Dokumentation verfassen, ohne auf externe Tools wie Notepad++ oder Obsidian zurückgreifen zu müssen.
KI-Funktionen werden flotter
Parallel rüstet Microsoft die Anfang 2025 eingeführten Copilot-Funktionen nach. Die Werkzeuge „Umschreiben”, „Zusammenfassen” und „Schreiben” arbeiten jetzt mit sogenanntem Streaming: Der generierte Text erscheint progressiv auf dem Bildschirm statt erst nach vollständiger Berechnung. Das verkürzt die gefühlte Wartezeit erheblich.
Besonders interessant für Datenschutzbewusste: Auf Copilot+-PCs mit speziellen Neural Processing Units läuft die „Umschreiben”-Funktion komplett auf dem Gerät. Keine Cloud-Verbindung, keine Datenübertragung. Die anderen KI-Features sowie die Umschreibung auf Standard-PCs setzen allerdings weiterhin eine Microsoft-Konto-Anmeldung und Cloud-Processing voraus.
Das Ende von WordPad zeigt Wirkung
Analysten sehen in den Updates eine direkte Reaktion auf das WordPad-Vakuum. Als Microsoft die Software 2024 aus Windows 11 entfernte, fehlte plötzlich die mittlere Ebene zwischen dem minimalistischen Notepad und dem abo-pflichtigen Word. Wer eine RTF-Datei öffnen oder ein Dokument mit Grundformatierung erstellen wollte, stand vor einem Problem.
Mit Tabs (2023), Rechtschreibprüfung (2024) und jetzt Tabellen übernimmt Notepad schrittweise diese Rolle. Die Markdown-Unterstützung macht die App zusätzlich für das Web-Zeitalter fit: Struktur ohne den Overhead binärer Dokumentformate wie DOCX.
„Notepad entwickelt sich faktisch zu einem schlanken Markdown-Editor”, fassen Tech-Beobachter zusammen. „Das macht die App für moderne Arbeitsabläufe relevant, ohne die Ressourcenlast einer Office-Suite.”
Zwischen Fortschritt und Prinzipientreue
Die Community reagiert gespalten. Power-User und Entwickler begrüßen die Neuerungen – schnelle Dokumentation ohne Drittanbieter-Tools, schnellere Datenformatierung für bessere Lesbarkeit.
Die Gegenseite spricht vom Verlust der Notepad-Seele. 40 Jahre lang war der sofortige Start und die ablenkungsfreie Oberfläche das Markenzeichen. Kritiker befürchten mit jeder neuen Schaltfläche, jedem KI-Feature eine Aufblähung der Software. Spöttisch fällt bereits der Begriff „Bloatpad”.
Microsoft betont in den Release-Notes, dass Startzeiten optimiert bleiben und die neue Formatierungs-Engine kaum Systemressourcen beansprucht. Ob das die Puristen überzeugt?
Wann kommt die Tabellen-Funktion für alle?
Aktuell ist das Feature exklusiv für Windows Insider verfügbar. Historisch dauert es ein bis drei Monate, bis Neuerungen aus diesen Test-Kanälen den stabilen Windows-11-Build erreichen. Eine Veröffentlichung im Rahmen des „Moment 6″-Updates oder eines regulären kumulativen Updates Anfang 2026 gilt als wahrscheinlich.
Wer die Funktion jetzt ausprobieren will, muss sich für das Insider-Programm anmelden – mit dem Risiko von Bugs in Vorabversionen. Für alle anderen gilt: Der bescheidene Notepad ist längst kein Relikt mehr. Microsoft sieht den Editor als zentrale Komponente der Windows-Erfahrung – auch nach vier Jahrzehnten.
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