Notepad, Microsoft

Notepad: Microsoft rüstet Urgestein mit Tabellen und KI auf

27.11.2025 - 07:49:12

Der einfache Windows-Editor ist nicht mehr wiederzuerkennen. Microsoft hat seinem Klassiker Notepad diese Woche ein massives Update spendiert – mit nativer Tabellen-Funktion und deutlich schnellerer KI-Integration. Was steckt hinter dem Wandel vom Minimalisten zum Alleskönner?

Die Neuerungen sind seit Dienstag für Windows Insiders in den Canary- und Dev-Kanälen verfügbar. Sie markieren einen radikalen Strategiewechsel: Aus dem spartanischen Texteditor wird ein vielseitiges Werkzeug, das die Lücke des eingestellten WordPad füllen soll. Doch nicht alle Nutzer sind begeistert.

Jahrzehntelang mussten Notepad-Nutzer mit Leerzeichen und Tabulatoren jonglieren, um Daten halbwegs strukturiert darzustellen. Mit Version 11.2510.6.0 ist damit Schluss. Ein neuer “Tabelle”-Button in der Symbolleiste ermöglicht das direkte Einfügen von Gittern – ähnlich wie in Word oder Outlook.

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Die Umsetzung überzeugt durch Flexibilität: Per visueller Oberfläche lassen sich Zeilen und Spalten auswählen, alternativ funktioniert auch Markdown-Syntax. Nach dem Einfügen können Tabellen über Kontextmenü oder Toolbar beliebig erweitert werden.

Für schnelle Listen, Zeitpläne oder Datensätze macht das Notepad plötzlich Apps wie Notion oder Obsidian Konkurrenz. Die grundlegende Ausrichtung auf Klartext bleibt dabei erhalten – nur eben mit mehr Organisationsmöglichkeiten.

KI-Antworten in Echtzeit

Parallel zur Struktur-Offensive beschleunigt Microsoft die künstliche Intelligenz im Editor. Die Funktionen Schreiben, Umformulieren und Zusammenfassen unterstützen nun “Streaming”: Der generierte Text erscheint progressiv während der Erstellung, statt wie bisher erst nach Abschluss des gesamten Vorgangs.

Das reduziert die gefühlte Wartezeit erheblich. Allerdings gelten strikte Voraussetzungen: Die lokale Verarbeitung der “Umformulieren”-Funktion – mit maximaler Privatsphäre und Geschwindigkeit – bleibt Copilot+ PCs mit dedizierten Neural Processing Units (NPUs) vorbehalten. Zudem erfordern alle generativen Features ein angemeldetes Microsoft-Konto, da rechenintensive Aufgaben über Cloud-Server laufen.

Die WordPad-Lücke wird kleiner

Branchenbeobachter sehen das Update als strategische Neuausrichtung von Microsofts Text-Ökosystem. Seit dem Aus für WordPad Ende 2024 klaffte eine Lücke zwischen dem simplen Notepad und dem mächtigen Word.

Mit Rechtschreibprüfung, Tab-Verwaltung und jetzt Tabellen entwickelt sich Notepad zum “WordPad Light”. Nutzer erhalten ein vorinstalliertes Tool für leichte Formatierungsaufgaben – ohne Microsoft-365-Abo.

“Das ist eine logische Entwicklung”, kommentierte ein Software-Analyst am Mittwoch. “Notepad dient längst nicht mehr nur für Code-Schnipsel und Log-Dateien. Es wird zum universellen Entwurfswerkzeug des modernen Betriebssystems.”

Zwischen Mehrwert und “Aufblähung”

Die Community reagiert gespalten. Während viele die erweiterten Möglichkeiten begrüßen, fürchten Puristen eine schleichende Überfüllung. Notepad lebte jahrelang von seiner Unmittelbarkeit: sofortiger Start, null Ablenkung.

KI-Menüs, Login-Aufforderungen und Formatierungs-Toolbars widersprechen diesem Minimalismus. In Kommentaren im Windows-Insider-Blog forderten Nutzer diese Woche einen strikten Klartext-Modus für Traditionalisten.

Die Performance scheint dennoch nicht zu leiden. Erste Tests von Tech-Reviewern bestätigen weiterhin blitzschnelle Startzeiten – die neuen Features bleiben diskret, bis man sie aktiv nutzt.

Wie geht es weiter?

Stand Donnerstag bleiben die Funktionen auf Insider-Kanäle beschränkt. Microsoft nennt keinen konkreten Termin für die allgemeine Verfügbarkeit, typischerweise dauert der Weg zur stabilen Windows-11-Version aber einige Monate – nach Bugfixes und Nutzer-Feedback.

Mit diesem Update verschwimmt die Grenze zwischen “einfachem Texteditor” und “Textverarbeitung” weiter. Kann die älteste überlebende App von Windows ihre Identität bewahren? Oder wird sie zum nächsten Opfer der KI-Integration? Die kommenden Monate werden zeigen, ob Microsoft die Balance findet.

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