NIS2-Gesetz, Telekom-Branche

NIS2-Gesetz: Telekom-Branche vor strengen BSI-Audits

03.02.2026 - 06:34:11

Das neue NIS2-Gesetz verpflichtet Telekommunikationsunternehmen zu strengen Sicherheitsaudits und extrem kurzen Meldepflichten bei Cybervorfällen. Die persönliche Haftung der Geschäftsleitung tritt in Kraft.

Die Schonfrist ist vorbei. Für Deutschlands Telekommunikationsanbieter beginnt jetzt die Ära der lückenlosen Sicherheitsnachweise und behördlichen Kontrollen.

Mit dem Inkrafttreten des NIS2-Umsetzungsgesetzes Ende 2025 hat eine neue Zeitrechnung in der Cybersicherheit begonnen. Rund 30.000 Unternehmen in Deutschland müssen ihre IT-Systeme nun deutlich besser absichern. Besonders im Fokus: die Telekommunikationsbranche. Sie zählt als Betreiberin digitaler Infrastrukturen zu den „besonders wichtigen Einrichtungen“ und unterliegt damit der strengsten Aufsicht durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).

Erste Frist bereits im März – Registrierung ist Pflicht

Ein zentraler und unaufschiebbarer Schritt ist die verpflichtende Registrierung beim BSI. Das dafür eingerichtete Online-Portal ist seit dem 6. Januar 2026 aktiv. Die Frist endet bereits am 6. März 2026. Wer sie versäumt, begeht den ersten Compliance-Verstoß.

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Doch die Registrierung ist nur der formale Auftakt. Sie leitet über zu weitreichenden Pflichten, die tief in die Unternehmensprozesse eingreifen. Die bisherige Praxis, Cybersicherheit als rein technisches Thema zu behandeln, ist endgültig Geschichte.

BSI wird zur aktiven Kontrollbehörde

Die Befugnisse des BSI wurden mit dem neuen Gesetz massiv erweitert. Die Behörde ist nicht länger nur beratend tätig, sondern wird zur aktiven Aufsichts- und Kontrollinstanz. Sie hat explizit das Recht, bei regulierten Unternehmen Audits, Stichprobenprüfungen und Nachweiskontrollen durchzuführen.

Branchenbeobachter rechnen damit, dass das BSI nach Ablauf der Registrierungsfrist im März mit diesen Kontrollen beginnt. Die Vorbereitung darauf hat für alle betroffenen Anbieter höchste Priorität. Es reicht nicht mehr, Sicherheitsmaßnahmen nur zu implementieren. Unternehmen müssen deren Wirksamkeit und Konformität jederzeit lückenlos nachweisen können.

Risikomanagement und blitzschnelle Meldepflichten

Der Kern von NIS2 ist ein umfassender Risikomanagementansatz. Unternehmen müssen systematische Analysen durchführen und darauf basierend angemessene Schutzmaßnahmen ergreifen. Diese Pflicht erstreckt sich explizit auch auf die Sicherheit der Lieferketten. Ein Telekommunikationsanbieter muss also sicherstellen, dass auch seine Zulieferer die Standards einhalten.

Besonders drastisch sind die neuen Meldepflichten bei Sicherheitsvorfällen. Bei einem erheblichen Vorfall muss innerhalb von nur 24 Stunden eine Erstmeldung an das BSI erfolgen. Eine detailliertere Folgemeldung ist nach 72 Stunden fällig. Der finale Abschlussbericht muss spätestens einen Monat nach dem Vorfall vorliegen. Diese extrem kurzen Fristen erfordern perfekt eingespielte Krisenprozesse, die rund um die Uhr funktionieren.

Cybersicherheit wird zur persönlichen Chefsache

Die verschärfte Regulierung ist eine direkte Antwort auf die eskalierende Bedrohungslage. Die wirtschaftlichen Schäden durch Cyberangriffe wurden allein für 2025 in Deutschland auf rund 290 Milliarden Euro geschätzt.

NIS2 verankert die Verantwortung unmissverständlich auf der obersten Führungsebene. Die Geschäftsleitungen sind nicht nur für die Umsetzung verantwortlich, sie haften bei Verstößen auch persönlich. Zudem sind sie gesetzlich zu Schulungen im Cyber-Risikomanagement verpflichtet. Informationssicherheit ist damit kein reines IT-Thema mehr, sondern ein Kernbestandteil der unternehmerischen Sorgfaltspflicht.

Verstöße können mit Bußgeldern von bis zu 10 Millionen Euro oder 2 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes geahndet werden.

Das Zeitalter der permanenten Wachsamkeit beginnt

Nach dem 6. März wird sich der Fokus des BSI von der Erfassung zur aktiven Überprüfung verlagern. Die Branche muss sich auf zeitnahe Audit-Anfragen einstellen.

Für Telekommunikationsanbieter beginnt damit eine Phase der permanenten Wachsamkeit. Die Fähigkeit, die eigene Resilienz nicht nur zu gewährleisten, sondern auch lückenlos zu dokumentieren, wird zum entscheidenden Faktor für den rechtssicheren Betrieb. Unternehmen, die ihre Vorbereitungen bisher aufgeschoben haben, stehen nun unter massivem Zugzwang.

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