Nike, Datenpanne

Nike kämpft gegen massive Datenpanne nach Hackerangriff

24.01.2026 - 18:44:12

Der Sportartikelhersteller Nike untersucht einen schweren Cyberangriff. Die Erpressergruppe WorldLeaks droht mit der Veröffentlichung gestohlener Daten von Hunderttausenden Nutzern.

Der Sportartikelhersteller Nike untersucht einen schwerwiegenden Cybersicherheitsvorfall. Die Ransomware-Gruppe WorldLeaks droht mit der Veröffentlichung gestohlener Kundendaten. Der Vorfall zeigt die wachsende Bedrohungslage für globale Konzerne.

Erpressung statt Verschlüsselung: Das neue Modell der Hacker

Am 22. Januar tauchte der Sportartikelriese auf der Leak-Plattform der Gruppe WorldLeaks auf. Diese Gruppe, ein Nachfolger der berüchtigten Hunters International, verfolgt ein reines Erpressungsmodell. Statt Daten zu verschlüsseln, stehlen sie diese und drohen mit der Veröffentlichung. Für Nike bedeutet das: Ein Countdown läuft. Die Hacker haben eine Frist bis zum 25. Januar gesetzt, bis zu der das Unternehmen verhandeln soll. Bisher wurden keine konkreten Lösegeldforderungen oder Beweise öffentlich gemacht.

Potenziell Hunderttausende Datensätze betroffen

Das volle Ausmaß ist noch unklar, doch die ersten Zahlen sind alarmierend. Berichten zufolge könnten bis zu 481.000 Nutzerkonten, 220 Mitarbeiterdatensätze und 444 Zugangsdaten von Partnern kompromittiert sein. Betroffen sein sollen interne Dokumente, Kundeninformationen wie E-Mail-Adressen und Telefonnummern sowie sensible HR-Daten. Analysten schätzen, dass mehrere Terabyte an Informationen entwendet wurden. Die große Frage: Wurde auch wertvolles geistiges Eigentum wie Produktdesigns erbeutet? Die Untersuchung läuft.

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Nikes Reaktion und die Branchen-Bedrohung

Nike hat umgehend reagiert und eine interne Untersuchung eingeleitet. Ein Unternehmenssprecher betonte, man nehme den Schutz der Privatsphäre “sehr ernst”. Der Vorfall ist kein Einzelfall. Cyberangriffe auf Einzelhandels- und Konsumgüterkonzerne nehmen zu, da sie über riesige Schätze an Kundendaten verfügen. Die Taktik der reinen Datenexfiltration mit Veröffentlichungsdrohung wird für Kriminelle immer attraktiver. Sie maximiert den Druck, denn die öffentliche Bloßstellung und potenzielle DSGVO-Verstöße sind oft schädlicher als ein temporärer Systemausfall.

Strategische Verschiebung im Cyberkrieg

Der Angriff auf Nike zeigt einen strategischen Wandel. WorldLeaks betreibt eine hochentwickelte Infrastruktur mit Leak-Seite, Verhandlungsportal und interner Plattform. Die Gruppe gibt an, bereits über 116 Organisationen angegriffen zu haben. Für Nike geht es jetzt nicht nur um technische Schadensbegrenzung, sondern auch um Krisenkommunikation und die Einhaltung globaler Meldepflichten. Die kommenden Tage bis zur Hacker-Frist sind entscheidend. Das Unternehmen wird eng mit Cybersicherheitsexperten und Behörden zusammenarbeiten müssen.

Für die gesamte Branche ist der Fall ein Weckruf. Robuste Sicherheitsarchitekturen, regelmäßige Schulungen und klare Notfallpläne sind keine Option mehr, sondern eine Notwendigkeit. Für die betroffenen Kunden und Mitarbeiter von Nike herrscht vorerst Ungewissheit. Sie müssen auf weitere Informationen des Konzerns warten, um ihr persönliches Risiko einschätzen zu können.

@ boerse-global.de