Niedersachsen startet mit Millionen für Junglandwirte durch
07.01.2026 - 21:00:12Landwirtschaftsministerium gibt erste Zuschüsse frei – 24 innovative Konzepte erhalten insgesamt zwei Millionen Euro.
Hannover setzt ein Zeichen für die Zukunft der Landwirtschaft. Das Landwirtschaftsministerium hat die ersten Bewilligungsbescheide aus seinem neuen Start-up-Programm für Junglandwirte verschickt. Damit fließen rund zwei Millionen Euro an 24 ausgewählte Betriebe. Das Programm soll den Generationenwechsel erleichtern und Existenzgründungen fördern. Die Nachfrage war enorm: 90 Anträge gingen bei der Landwirtschaftskammer ein.
Die hohe Bewerberzahl spiegelt die finanziellen Hürden wider, vor denen Hofübernahmen oder Neugründungen heute stehen. Ein Gremium wählte die 24 Projekte anhand eines Punktesystems aus. Entscheidend waren Innovationsgrad, Zukunftsfähigkeit des Geschäftsmodells und der Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz.
Die Förderung ist gestaffelt: Wer einen Betrieb außerhalb der Familie neu gründet, erhält pauschal 100.000 Euro. Bei einer innerfamiliären Hofnachfolge sind es 70.000 Euro. Diese Differenzierung berücksichtigt die höheren Anfangsinvestitionen für Quereinsteiger ohne bestehende Infrastruktur.
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Die Demografie der Geförderten zeigt einen Wandel im Sektor. 17 der 24 Projekte sind außerfamiliäre Neugründungen. Acht der erfolgreichen Antragsteller sind Frauen – ein Schritt zur Förderung weiblicher Führungskräfte in einer männerdominierten Branche.
Nischen und Direktvermarktung im Fokus
Gefördert werden nur Konzepte mit einem überzeugenden Fünf-Jahres-Plan. Ein klarer Trend zeichnet sich ab: Viele der ausgewählten Betriebe setzen auf Diversifizierung und Nischen. Dazu gehören intensiver Bio-Gemüse- oder Obstanbau, oft mit Erhalt alter Sorten, sowie der Anbau und Direktvertrieb von Schnittblumen und Kräutern.
Diese Ausrichtung soll die Betriebe widerstandsfähiger gegen die Volatilität klassischer Agrarmärkte machen. Durch die Unterstützung von Direktvermarktung oder ökologischen Dienstleistungen fördert das Land Modelle, die nicht nur nachhaltig, sondern auch wirtschaftlich robust sind.
Ministerin Staudte: „Wir haben einen Nerv getroffen“
Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte (Grüne) betonte die strategische Bedeutung des Programms. „Die hohe Nachfrage zeigt, dass wir mit diesem Angebot einen Nerv getroffen haben, besonders in wirtschaftlich schwierigen Zeiten“, so Staudte. Die Förderung sei eine cruciale Stütze für den anstehenden Generationswechsel, der oft an fehlendem Kapital und schwierigem Zugang zu Land scheitere.
Andere Bundesländer beobachteten den niedersächsischen Ansatz mit Interesse, so die Ministerin. Die Initiative gilt als Pilot, wie Landesmittel die EU-Agrarförderung (GAP) ergänzen können, um gezielt den „Investitionsstau“ zu lösen, der junge Berufseinsteiger oft abschreckt.
Testlauf für die Agrarpolitik der Zukunft
Das Programm startet zu einem kritischen Zeitpunkt. Experten warnen seit langem vor einer „Nachfolgelücke“. Das traditionelle Modell der Hofübergabe von Vater zu Sohn wird zunehmend durch Quereinsteiger ergänzt oder ersetzt. Die hohe Zahl außerfamiliärer Bewilligungen legt nahe, dass finanzielle Anreize diese neue Gründer-Generation mobilisieren können.
Doch die limitierte Zahl der Bewilligungen – 24 von 90 Anträgen – zeigt auch die Lücke zwischen Kapitalbedarf und verfügbaren Mitteln. Der aktuelle Topf von zwei Millionen Euro ist ausgeschöpft. Branchenvertreter dürften eine Aufstockung oder Verstetigung des Programms fordern. Der ursprünglich als „Einmalzahlung“ geplante Posten könnte angesichts der überwältigenden Nachfrage neu bewertet werden.
Die erfolgreiche Umsetzung der 24 Projekte wird zum Lackmustest für Pauschal-Start-up-Zuschüsse. Zeigen die Betriebe in den kommenden fünf Jahren Widerstandsfähigkeit und Wachstum, könnte dies den Weg für eine dauerhafte Säule der niedersächsischen Agrarpolitik ebnen. Der erste Schritt ist getan – für zwei Dutzend junge Unternehmer in Niedersachsen beginnt jetzt die konkrete Arbeit.
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