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News Corp (Class A): Solider Medienwert zwischen Restrukturierung, KI-Fantasie und Bewertungsrabatt

28.01.2026 - 09:12:46

Die News-Corp-Aktie profitiert von strukturellem Umbau, KI-Euphorie im Werbemarkt und robusten Margen. Doch schleppendes Printgeschäft und zyklische Werbung bleiben Bremsklötze – ist die Bewertung dennoch zu günstig?

Während viele Technologiewerte im Scheinwerferlicht der Künstlichen Intelligenz stehen, fliegt News Corp (Class A) weitgehend unter dem Radar – und genau das macht den Titel für fundamental orientierte Anleger interessant. Das Medienkonglomerat um "The Wall Street Journal", Dow Jones und zahlreiche Immobilienportale liefert stabile Cashflows, treibt den digitalen Umbau voran und wird an der Börse dennoch mit einem deutlichen Abschlag auf seine Summe der Einzelteile gehandelt.

Aktuell notiert die News-Corp-Aktie (Class A) mit der ISIN US65249B1098 laut Daten von Yahoo Finance und Reuters bei rund 31 US?Dollar. Beide Dienste zeigen übereinstimmend, dass der Kurs in den vergangenen fünf Handelstagen moderat zugelegt hat, nachdem es zuvor zu einer Verschnaufpause nach einer kräftigen Rallye in den letzten Monaten gekommen war. Auf Sicht von drei Monaten liegt die Aktie klar im Plus, während der Abstand zum 52?Wochen-Hoch überschaubar ist. Das Sentiment am Markt ist damit eher bullisch: Anleger preisen zunehmend die Ertragskraft der digitalen Segmente ein, während Sorgen um das klassische Printgeschäft in den Hintergrund treten.

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Ein-Jahres-Rückblick: Das Investment-Szenario

Wer vor rund einem Jahr bei News Corp (Class A) eingestiegen ist, darf sich heute über eine spürbare Wertsteigerung freuen. Der Schlusskurs lag damals – basierend auf den historischen Kursdaten von Yahoo Finance und von Reuters – bei etwa 22 US?Dollar je Aktie. Auf den aktuellen Stand von rund 31 US?Dollar entspricht das einem Kursanstieg in der Größenordnung von knapp 40 Prozent.

Damit hat der Medienkonzern den breiten US?Aktienmarkt in den vergangenen zwölf Monaten deutlich geschlagen. Anleger wurden für ihre Geduld belohnt: Nach einer länger anhaltenden Seitwärtsphase kam der Knoten vor allem dann zum Platzen, als der Markt zunehmend den Wert der Beteiligungen in den Bereichen professionelle Finanzinformationen, Immobilienportale und digitale Abonnements erkannte. Auch die strukturelle Verbesserung der Profitabilität – dank Kostendisziplin und Verschiebung hin zu margenstarken digitalen Erlösquellen – hat den Investment-Case für die Aktie geschärft.

Für Investoren, die auf Turnaround- und Restrukturierungsgeschichten setzen, war News Corp damit ein lohnender Kandidat. Wer jedoch erst in den letzten Wochen eingestiegen ist, sollte sich bewusst sein, dass ein Teil der Fantasie bereits im Kurs eingepreist sein dürfte. Kurzfristige Rücksetzer sind nach der fulminanten Ein?Jahres-Performance daher keineswegs ausgeschlossen, zumal das Marktumfeld für Medien- und Werbewerte weiterhin schwankungsanfällig ist.

Aktuelle Impulse und Nachrichten

Vor wenigen Tagen sorgte News Corp mit neuen Aussagen zum Digital- und Daten-Geschäft für frischen Gesprächsstoff am Markt. Im Fokus steht insbesondere die Dow-Jones-Sparte, zu der das "Wall Street Journal" sowie professionelle Informationsangebote für Finanz- und Unternehmensanalysten zählen. Laut Berichten von Bloomberg und Reuters verzeichnet Dow Jones weiterhin Wachstum bei digitalen Abonnements und im B2B-Geschäft mit professionellen Datenlösungen. Die Margen gelten in diesem Segment als robust, was den Konzern unabhängiger von konjunkturabhängigen Werbebudgets macht.

Für Aufmerksamkeit sorgten außerdem anhaltende Spekulationen rund um den Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Nachrichten- und Datenbereich. Medienberichte, unter anderem von US?Finanzportalen, weisen darauf hin, dass News Corp seine Inhalte und Datenbanken zunehmend für KI?Anwendungen lizenziert und zugleich eigene KI?gestützte Produkte testet. Das Unternehmen positioniert sich damit nicht nur als klassischer Medienverlag, sondern als Lieferant hochwertiger, verifizierter Datensätze – eine Rolle, die in einer von generativer KI geprägten Informationslandschaft erheblich an Wert gewinnen könnte.

Anfang der Woche richtete sich der Blick der Investoren zudem auf die Entwicklung im Immobiliensegment. News Corp hält bedeutende Beteiligungen an Immobilienportalen, die in Australien, den USA und anderen Märkten zu den führenden digitalen Marktplätzen zählen. Nach Angaben von Finanzportalen wie MarketWatch und finanzen.net stabilisieren sich die Aktivitäten in diesem Bereich nach einer Phase verhaltener Nachfrage infolge höherer Zinsen. Erste Anzeichen einer Belebung im Immobilienmarkt nähren die Hoffnung, dass Werbeerlöse und Gebühreneinnahmen hier wieder anziehen und damit einen wichtigen Ergebnispfeiler weiter stärken.

In der traditionellen Nachrichten- und Verlagsdivision setzen die Verantwortlichen den Umbau unbeirrt fort. Jüngste Berichte deuten auf weitere Effizienzmaßnahmen und die Fokussierung auf profitable Titel und digitale Formate hin. Print bleibt zwar ein rückläufiges Geschäft, doch der Konzern hat es in den vergangenen Jahren geschafft, Rückgänge im klassischen Anzeigen- und Vertriebsgeschäft weitgehend durch digitale Abos, Online-Werbung und neue Produktformate auszugleichen. Der Kapitalmarkt honoriert diese konsequente Neuaufstellung zusehends.

Das Urteil der Analysten & Kursziele

Die Analystenstimmen zu News Corp (Class A) fallen überwiegend positiv aus. Recherchen auf Plattformen wie Yahoo Finance, MarketWatch und TipRanks zeigen, dass der Konsens der einschlägigen Wall-Street-Häuser die Aktie mehrheitlich mit "Kaufen" oder "Übergewichten" einstuft. Die Zahl expliziter Verkaufsempfehlungen ist gering, was die optimistische Grundhaltung der Analystengemeinde unterstreicht.

Eine Reihe großer Investmentbanken hat in den vergangenen Wochen ihre Einschätzung bekräftigt oder leicht angehoben. So stufte etwa Morgan Stanley die Aktie weiterhin mit einem überdurchschnittlichen Votum ein und verwies auf das strukturelle Wachstum im Dow?Jones-Geschäft sowie den inhärenten Wert der digitalen Immobilienplattformen. Das Kursziel wurde in aktuellen Berichten im Bereich von knapp über 30 bis in den mittleren 30?US?Dollar-Bereich angesiedelt, was gegenüber dem aktuellen Kurs nur noch begrenztes, aber dennoch positives Potenzial signalisiert.

Auch Goldman Sachs zeigt sich laut US?Medienberichten konstruktiv und sieht News Corp als Profiteur der Konsolidierung im Medien- und Datenbereich. Der Fokus auf hochwertige Inhalte, zahlungsbereite Zielgruppen und professionelle B2B?Kunden erhöhe die Resilienz gegenüber Werbeschwankungen. Dementsprechend bewegen sich die von Goldman genannten Kursziele im moderaten zweistelligen Prozentbereich oberhalb des aktuellen Kurses.

J.P. Morgan wiederum betont in seinen jüngsten Kommentaren den Bewertungsabschlag gegenüber rein digital fokussierten Vergleichswerten. Aus Sicht der Analysten reflektiert der Markt noch nicht vollständig den Wert des Immobilien- und Daten-Geschäfts, das bei einer isolierten Betrachtung aus ihrer Sicht mit einer deutlich höheren Multiplikatorbewertung gehandelt würde. Das Votum bleibt daher auf "Overweight", mit Kurszielen, die ebenfalls einen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Prozentaufschlag auf das aktuelle Niveau implizieren.

Etwas vorsichtiger argumentieren einige Research-Häuser der zweiten Reihe, die die Aktie mit "Halten" einstufen. Sie verweisen auf zyklische Risiken im Werbemarkt, eine mögliche Abkühlung der Konjunktur in wichtigen Kernmärkten sowie strukturellen Gegenwind im Printsegment. Zudem könnte eine anhaltende Zins- und Inflationsunsicherheit zu einer temporären Neubewertung von Medien- und Kommunikationswerten führen. Dennoch bleibt auch in diesen neutralen Studien der Unterton: Auf mittlere Sicht erscheint News Corp fundamental attraktiv, kurzfristig sei jedoch Geduld gefragt.

Ausblick und Strategie

Für die kommenden Monate stehen bei News Corp drei strategische Linien im Mittelpunkt: die Stärkung des digitalen Kerngeschäfts, eine konsequente Kapitaldisziplin und die Nutzung neuer Wachstumsfelder rund um Daten und Künstliche Intelligenz.

Im Bereich der Nachrichten- und Finanzinformationen zielt der Konzern darauf ab, Abonnentenzahlen und Durchschnittserlöse pro Kunde weiter zu steigern. Premium-Inhalte, exklusive Datenangebote und maßgeschneiderte Lösungen für institutionelle Kunden sollen nicht nur Wachstum liefern, sondern auch die Preissetzungsmacht erhöhen. Damit unterscheidet sich News Corp deutlich von werbefinanzierten Massenplattformen, die stärker unter Reichweiten- und Ad?Preis-Schwankungen leiden.

Parallel dazu will das Management die Immobilienportale Schritt für Schritt zu integrierten Ökosystemen ausbauen, die mehr bieten als reine Inserate. Zusatzdienste wie Finanzierungsvergleiche, Marktdaten, Bewertungs-Tools oder Dienstleistungen rund um Umzug und Renovierung eröffnen neue Erlösquellen. Angesichts der hohen Marktdurchdringung in Kernregionen wie Australien besteht die Chance, bestehende Nutzerbeziehungen besser zu monetarisieren, ohne hohe Marketingkosten für Neukundenakquise stemmen zu müssen.

Ein weiterer strategischer Hebel ist die systematische Nutzung der umfangreichen Datenbestände in Verbindung mit KI?Technologien. News Corp verfügt über jahrzehntelang aufgebaute Datenpools – von Wirtschafts- und Finanzinformationen über Nachrichtenarchiven bis hin zu Immobilien- und Nutzungsdaten. Durch die Lizenzierung dieser Inhalte an Technologie- und Plattformanbieter kann der Konzern zusätzliche, relativ margenstarke Einnahmeströme erschließen. Gleichzeitig wird an eigenen KI?gestützten Produkten gearbeitet, die Recherche-, Analyse- und Entscheidungsprozesse für professionelle Nutzer beschleunigen sollen.

Für Anleger aus dem deutschsprachigen Raum stellt sich damit die Frage, wie sich diese strategischen Initiativen in eine konkrete Investmentstrategie übersetzen lassen. Kurzfristig könnten Konjunktursorgen, Zinsdebatten und gelegentliche Enttäuschungen bei Werbebudgets für Volatilität sorgen. Wer die Aktie bereits im Depot hat, dürfte angesichts der soliden Bilanz, der attraktiven Bewertung und der klaren Digitalstrategie jedoch wenig Anlass sehen, das Engagement zu reduzieren – sofern ein mittel- bis langfristiger Anlagehorizont zugrunde liegt.

Neuinvestoren sollten auf mögliche Rücksetzer achten, etwa im Zuge schwächerer Quartalszahlen im Anzeigen- oder Immobilienbereich, um Einstiegsgelegenheiten zu nutzen. Die Mehrheit der Analysten geht zwar nicht von einem überproportionalen Outperformance-Potenzial auf sehr kurze Sicht aus, doch die Kombination aus robusten Cashflows, strukturellem Wachstum in digitalen Sparten und einem nach wie vor vorhandenen Bewertungsabschlag macht die Aktie zu einem interessanten Beimischungswert in einem breit diversifizierten internationalen Portfolio.

Nicht zu unterschätzen ist zudem der mögliche Einfluss zukünftiger Portfolioentscheidungen. Immer wieder gab es in der Vergangenheit Diskussionen über potenzielle Abspaltungen oder Teilverkäufe einzelner Geschäftsbereiche von News Corp. Sollten derartige Schritte konkret werden, könnte der Markt den Wert der einzelnen Segmente klarer erkennen und dem Konzern einen Teil des derzeitigen Konglomeratsabschlags nehmen. Für Investoren wäre dies ein zusätzlicher Kurstreiber, der bisher eher als Option denn als Basisszenario betrachtet wird.

Insgesamt präsentiert sich News Corp (Class A) als Medien- und Datenwert im Übergang: weg von der reinen Verlagslogik hin zu einem diversifizierten Digital- und Informationsanbieter mit starker B2B?Komponente. Wer an die wachsende Bedeutung verlässlicher, kuratierter Daten in einer von Informationsflut und KI?generierten Inhalten geprägten Welt glaubt, findet in dieser Aktie einen Kandidaten, dessen Rolle im globalen Medien- und Informationsökosystem eher wachsen als schrumpfen dürfte.

Die kommenden Quartale werden zeigen, ob es dem Management gelingt, Wachstum, Profitabilität und Kapitalrückführung an die Aktionäre in eine überzeugende Balance zu bringen. Gelingt dies, könnte der aktuelle Bewertungsabschlag gegenüber reinen Wachstumswerten weiter schrumpfen – und die News-Corp-Aktie für langfristig orientierte Anleger aus der D?A?CH?Region zu einer lohnenden Position im Medien- und Kommunikationssegment werden.

@ ad-hoc-news.de