New Yorker KI-Gesetz und EU-Code lösen Transparenz-Rennen aus
29.12.2025 - 06:43:12New Yorks neues KI-Sicherheitsgesetz und ein EU-Transparenzkodex bereiten ein regulatorisches Duell für 2026 vor. Nutzer erhalten neue Rechte, um KI-Inhalte zu erkennen.
Die Regulierung Künstlicher Intelligenz steht vor einer Zäsur. Während die USA in einen Machtkampf zwischen Bundesstaaten und der Zentralregierung geraten, setzt die EU auf technische Standards. Beide Entwicklungen zielen auf mehr Transparenz für Verbraucher – doch der Weg dahin könnte kaum unterschiedlicher sein.
New Yorks RAISE Act: Sicherheitsprotokolle für Milliarden-Modelle
Ende Dezember unterzeichnete Gouverneurin Kathy Hochul das „Responsible AI Safety and Education Act“. Das Gesetz gilt als einer der schärfsten staatlichen Vorstöße in den USA. Es verpflichtet Entwickler sogenannter Frontier-KI-Modelle – definiert durch Trainingskosten von über 100 Millionen US-Dollar – zur Offenlegung umfassender Sicherheitsprotokolle.
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Bis 2027 müssen Unternehmen „Sicherheitsvorfälle“ innerhalb von 72 Stunden melden. Nutzer und Aufsichtsbehörden erhalten zudem das Recht, Informationen über Risiken der Systeme einzufordern. Juristen sehen darin einen wichtigen Schritt für mehr KI-Kompetenz in der Wirtschaft, auch wenn das Gesetz direkt nur Großentwickler betrifft.
Konflikt mit Washington: Wer regelt die KI?
Die New Yorker Initiative kollidiert direkt mit der Bundesregierung. Bereits am 11. Dezember erließ das Weiße Haus eine Executive Order, die eine einheitliche nationale KI-Politik durchsetzen will. Sie droht Bundesstaaten mit Kürzungen von Breitbandmitteln, sollten diese als zu streng empfundene Regeln erlassen.
Die Timing-Frage ist brisant: New Yorks Gesetz kam nur eine Woche nach der Order. Parallel tritt am 1. Januar 2026 Kaliforniens Transparenzgesetz in Kraft. Texas hat bereits Widerstand gegen die bundesstaatliche Einmischung angekündigt. Für Unternehmen entsteht ein undurchsichtiges Flickenteppich – müssen sie sich nun an Bundes- oder Staatsrecht halten?
EU setzt auf einheitliche Kennzeichnungspflicht
Während in den USA die Zuständigkeiten streitig sind, arbeitet die EU an technischer Harmonisierung. Die Kommission legte am 17. Dezember einen Entwurf für einen Transparenzkodex vor. Dieser konkretisiert die Vorgaben des bereits geltenden KI-Gesetzes.
Der Fokus liegt auf dem Recht zu wissen, ob Inhalte KI-generiert sind. Der Entwurf legt technische Standards für Wasserzeichen und Kennzeichnungen von Deepfakes, Texten und Bildern fest. Ein einheitliches Symbolsystem soll Verbrauchern helfen, künstliche Inhalte auf den ersten Blick zu erkennen. Experten erwarten, dass diese Standards globale Ausstrahlung entwickeln – Tech-Konzerne werden sie wohl weltweit übernehmen.
Von Betriebswissen zu Verbraucherkompetenz
Die jüngsten Entwicklungen markieren eine Wende im Verständnis von KI-Kompetenz. Stand Anfang 2025 noch die Schulung von Mitarbeitern im Umgang mit KI-Tools im Vordergrund, geht es nun um Verbraucheraufklärung. Durch Sicherheitsdatenblätter (New York) und Kennzeichnungspflichten (EU) soll eine Infrastruktur entstehen, die technisches Vorwissen überflüssig macht.
Die Reaktionen aus der Wirtschaft sind gespalten. Große Tech-Firmen begrüßen den bundesweiten Einheitskurs der US-Regierung und warnen vor Innovationshemmnissen durch unterschiedliche Staatsregeln. Verbraucherschützer hingegen argumentieren, dass ohne strenge Offenlegungspflichten wie in New York die KI eine Black Box bleibe – echte Kompetenz für den Durchschnittsnutzer sei so nicht erreichbar.
Was 2026 zu erwarten ist
Das neue Jahr beginnt mit einem ersten Stresstest: Kaliforniens Transparenzgesetz tritt am 1. Januar in Kraft. Es ist das erste große Staatsgesetz seit der präemptiven Order des Weißen Hauses. Juristische Auseinandersetzungen gelten als sicher.
Parallel läuft in der EU die Konsultation zum Transparenzkodex, dessen finale Fassung Mitte 2026 erwartet wird. Für Nutzer werden die Veränderungen bald sichtbar: mehr Wasserzeichen auf Social Media und detaillierte Sicherheitshinweise bei Unternehmenssoftware. Während in den USA die Machtfrage zwischen Staat und Bund vor Gerichten geklärt wird, steigt die globale Messlatte für KI-Transparenz – angetrieben von europäischer Regulierung und amerikanischem Bundesstaaten-Aktivismus.
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