Neuer Blog-Beitrag der Oesterreichischen NationalbankWien (APA-ots) - Gestern verkündete Präsident Trump, gegen welche Länder die USA weitere Zöllen verhängen.
04.04.2025 - 10:05:33APA Gibt es ein ökonomisches Kalkül hinter Trumps Zollpolitik?
Neuer Blog-Beitrag der Oesterreichischen Nationalbank
Wien (APA-ots) - Gestern verkündete Präsident Trump, gegen welche Länder die USA weitere Zöllen verhängen. Da solche Handelskonflikte in der Vergangenheit allen Beteiligten geschadet haben, stellt sich die Frage: warum macht Trump das? In einem neuen Beitrag des OeNB Blogs wird versucht, eine ökonomische Antwort darauf zu geben. Präsident Trump und sein Berater Stephen Miran gehen davon aus, dass die Funktion des US-Dollars als globaler Reservewährung zu einer chronischen Überbewertung des Dollar-Wechselkurses führt. Dieser überhöhte Wechselkurs verteuert amerikanische Exporte im Rest der Welt und ist nach dieser Ansicht hauptverantwortlich für das große Leistungsbilanzdefizit der USA. Um die preisliche Wettbewerbsfähigkeit der US-Industrie wieder zu erhöhen, sollen Einfuhren aus anderen Ländern durch Zölle verteuert werden. Trump sprach beispielsweise von der Elektronikindustrie, die seiner Meinung nach früher von den USA dominiert wurde; diesen Zustand möchte er offenbar mithilfe von Zöllen wieder herstellen.
Da Zölle Importe im Inland verteuern, führen sie oft zu höherer Inflation. Trumps Berater gehen davon aus, dass die Staaten, die viel in die USA exportieren, ihre Marktanteile dort halten wollen und deshalb die Zölle durch eine Senkung ihres Wechselkurses ausgleichen werden. Wenn der Wechselkurs ungefähr um den gleichen Prozentsatz sinkt, um den die Zölle angehoben wurden, ändert sich für der Preis der importierten Güter für die amerikanischen Konsumenten nicht. Die erhoffte Wechselkursänderung des Dollars zur Verringerung des Leistungsbilanzdefizits bliebe dann aber auch aus, im Gegenteil der Dollar würde sogar noch gestärkt. Die weitreichenden Folgen eines Handelskonflikts, in dem andere Staaten ihrerseits Vergeltung für die US-Zölle üben, indem sie Importe aus den USA mit Zöllen belegen, scheinen in diesem Konzept auch nicht mitbedacht worden zu sein.
Lesen Sie dazu den neuen Blog-Beitrag von Wolfgang Pointner und Paul Ramskogler auf der Website der Oesterreichischen Nationalbank.
Rückfragehinweis: Oesterreichische Nationalbank Mag.a Marlies Schroeder, MiM Telefon: (+43-1) 404 20-6900 E-Mail: marlies.schroeder@oenb.at Website: https://www.oenb.at
Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/156/aom
*** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT ***
OTS0049 2025-04-04/10:00