DGUV, Vorschrift

Neue DGUV Vorschrift 2 setzt auf digitale Hilfe gegen den Mausarm

10.01.2026 - 22:34:12

Die novellierte DGUV Vorschrift 2 ermöglicht digitale Betriebsarztbesuche. Der Fokus liegt auf aktiver Bewegung statt teurer Möbel, um dem steigenden Risiko von RSI-Beschwerden zu begegnen.

Seit Jahresbeginn gilt die novellierte DGUV Vorschrift 2. Sie ebnet den Weg für Videosprechstunden mit Betriebsärzten – ein direkter Angriff auf das Volksleiden Repetitive Strain Injury (RSI), den sogenannten Mausarm. Die Reform reagiert auf die hybride Arbeitswelt, in der Beschwerden oft zu spät erkannt werden.

Abschied vom Mythos: Der Stuhl allein reicht nicht

Passend zum neuen Gesetz veröffentlichte der Büromöbelhersteller Sedus einen Trendreport. Eine zentrale Erkenntnis: Ein teurer ergonomischer Stuhl oder eine spezielle Maus verhindern Beschwerden nicht allein. Statt reiner Entlastung setzt der Report 2026 auf „Active Micro-Movements“ – also aktive, kleine Bewegungen.

Der Fokus liegt auf regelmäßiger Mobilisation. Statisches Abstützen ohne Bewegung kann langfristig sogar zur Versteifung der Faszien im Unterarm führen. Die neuen Empfehlungen lauten:
* Integration kurzer, dynamischer Dehnungen in den stündlichen Arbeitsrhythmus.
* Spezifische Faszien-Übungen mit Roll- und Drehbewegungen für das Handgelenk.
* Die Erkenntnis: Echte Ergonomie ist ein Verhalten, kein Möbelstück.

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Wie Technik und Training die Schmerzen stoppen sollen

Die digitale Arbeitsmedizin nutzt die neuen gesetzlichen Möglichkeiten. Betriebsärzte können per Video den heimischen Arbeitsplatz analysieren und live Mobilisationsübungen anleiten. Gleichzeitig gewinnt Neuro-Training an Bedeutung. Es zielt nicht nur auf die Muskulatur, sondern verbessert die nervale Steuerung des Handgelenks.

Unterstützung kommt von smarter Technik. KI-gestützte Apps und Wearables analysieren Tippmuster und schlagen gezielte Übungen vor, bevor der Schmerz einsetzt. Diese „Calm Technology“ integriert Prävention direkt in den digitalen Workflow.

Warum das Handgelenk 2026 mehr gefährdet ist denn je

Die Dringlichkeit der Maßnahmen belegen Marktdaten. Prognosen für den RSI-Behandlungsmarkt zeigen trotz besserer Ausstattung steigende Fallzahlen. Der Grund: Die Arbeit hat sich verdichtet.

Die Klick-Frequenz ist in vielen Jobs gestiegen, während natürliche Pausen – wie der Gang zum Kollegen – wegfallen. Besonders betroffen ist die Generation der „Mobile Worker“, die oft nur am Laptop arbeitet. Die starre Haltung auf kleinen Trackpads komprimiert die Strukturen im Handgelenk dauerhaft. Genau hier setzt die neue Mobilisations-Offensive an.

Was bedeutet das für Unternehmen?

Unternehmen, die diese Trends ignorieren, riskieren hohe Ausfallzeiten und den Verlust von Fachkräften. Mit der DGUV Vorschrift 2 als Rückenwind werden Krankenkassen und Berufsgenossenschaften voraussichtlich stärker in digitale Präventionsangebote investieren. Die Botschaft ist klar: Gegen den Mausarm hilft nur die tägliche, bewusste Bewegung – unterstützt von modernen Gesetzen und intelligenter Technik.

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