NEOS Wien drängt nach EU-Mercosur-Beschluss auf rasche Nutzung
15.01.2026 - 23:15:12Nach dem historischen EU-Beschluss zum Mercosur-Handelsabkommen forciert NEOS Wien die wirtschaftlichen Chancen für die Bundeshauptstadt. Die Partei sieht einen entscheidenden Wachstumsimpuls, obwohl Österreich auf Bundesebene das Abkommen weiter ablehnt.
Historischer Durchbruch nach 25 Jahren
Der Rat der EU stimmte Anfang Januar mehrheitlich für das Freihandelsabkommen mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten. Nach Verhandlungen seit 1999 entsteht damit eine der weltweit größten Freihandelszonen mit über 700 Millionen Konsumenten. Zölle und Handelshemmnisse zwischen der EU und Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay sollen schrittweise fallen. Europäische Unternehmen könnten so jährlich rund vier Milliarden Euro sparen.
Wiener Wirtschaft erwartet Millionen-Impuls
NEOS und die SPÖ verwiesen bereits Ende 2025 in einem Wiener Gemeinderatsantrag auf das Potenzial. Analysen prognostizieren für Wien:
* Eine Steigerung der industriellen Wertschöpfung um knapp 40 Millionen Euro
* Rund 300 neue Arbeitsplätze in der Industrie
* Ein zusätzlich nutzbares Exportpotenzial von über einer Milliarde Euro für heimische Unternehmen
„Offene Märkte sind für eine international vernetzte Stadt wie Wien essenziell“, betonte NEOS-Klubobfrau Selma Arapović. Als Hauptprofiteure gelten der Maschinenbau, die Pharmaindustrie und der Fahrzeugsektor.
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Mehr als nur Wirtschaft: Geopolitik und Rohstoffe
Befürworter heben die strategische Bedeutung hervor. In unsicheren Handelszeiten festige Europa mit dem Abkommen neue Partnerschaften. „Europa baut Brücken, wo andere Mauern errichten“, so NEOS-Europaabgeordnete Anna Stürgkh. Zudem sichert der Vertrag den Zugang zu kritischen Rohstoffen wie Lithium oder Kupfer, die für die grüne und digitale Transformation nötig sind. Der im Text verankerte Verweis auf das Pariser Klimaabkommen soll als Hebel dienen, um Umweltstandards zu exportieren.
Österreichs Blockade hält an
Trotz des EU-Beschlusses bleibt Österreich bei seiner ablehnenden Haltung. Ein Parlamentsbeschluss von 2019 verpflichtet die Regierung dazu. Kritiker von Grünen, Umweltorganisationen und der Landwirtschaft warnen vor:
* Zunehmender Entwaldung im Amazonas
* Unfairem Wettbewerb für heimische Bauern durch billigere Agrarimporte
* Niedrigeren Umwelt- und Sozialstandards in Südamerika
NEOS-Generalsekretär Douglas Hoyos bedauerte die Blockade. Sie stelle eine Gefahr für Jobs und wirtschaftliche Stabilität in einem exportabhängigen Land dar.
Was kommt jetzt?
Nach der geplanten formellen Unterzeichnung Mitte Januar in Paraguay folgt der Ratifizierungsprozess in EU- und nationalen Parlamenten. Teile des Abkommens könnten vorläufig in Kraft treten. NEOS Wien drängt nun auf proaktive Vorbereitung. Die Stadt soll Unternehmen helfen, die neuen Marktchancen zu identifizieren und zu nutzen, damit die prognostizierten Vorteile auch in Wien ankommen.
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