Neapco schließt Dürener Werk – Sozialplan für 500 Mitarbeiter steht
07.01.2026 - 11:10:12Der Automobilzulieferer Neapco beendet die Produktion in Düren bis Sommer 2026. Für die rund 500 Beschäftigten gibt es einen Sozialplan und eine Transfergesellschaft. Das Ende folgt auf die Insolvenz des Werks im vergangenen Jahr.
Transfergesellschaft und Abfindungen gesichert
Nachdem sich kein Investor für den Standort fand, ist die Zukunft der Belegschaft nun geregelt. Über 300 der etwa 500 Mitarbeiter erhalten ein Angebot für eine Transfergesellschaft. Diese soll den Übergang in neue Jobs mit Qualifizierung und Vermittlung unterstützen.
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Die Mitarbeiter in der Transfergesellschaft erhalten bis zu zwölf Monate lang 73 Prozent ihres bisherigen Nettogehalts. Die Abfindungen werden von der US-Muttergesellschaft über einen Treuhänder finanziert – eine Sicherheit trotz laufender Insolvenzverfahren. Für die Auszubildenden am Standort wurde eine Lösung vereinbart: Sie können ihre Lehre bei Neapco abschließen oder in anderen regionalen Betrieben fortführen, unterstützt von der IHK Aachen.
Stufenweise Schließung bis Mitte 2026
Die Produktion in der Henry-Ford-Straße wird schrittweise heruntergefahren und soll bis Ende Juni 2026 vollständig enden. Das Gelände wird voraussichtlich im dritten Quartal 2026 geräumt und aufgegeben. Neapco Europe GmbH wird nicht komplett aus der Region verschwinden. Ein kleines Team von 41 Mitarbeitern wird an einem noch festzulegenden neuen Standort bestimmte Betriebsabläufe weiterführen.
Hintergrund: Insolvenz nach Vertragsende
Das Aus für das Werk folgt auf eine turbulente Zeit. Neapco Europe GmbH hatte im Juni 2025 Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Auslöser war das Auslaufen eines zentralen Fertigungsvertrags. Das Unternehmen fertigte als Auftragshersteller Antriebswellen und Differentiale für seine ehemalige Muttergesellschaft.
Mitte 2025 stand fest, dass der US-Konzern den Fertigungsvertrag nicht über Dezember 2025 hinaus verlängern würde. Der Verlust dieses Hauptkunden, gepaart mit einem schwierigen Marktumfeld für Verbrenner- und E-Auto-Komponenten, zwang die Geschäftsführung zur Restrukturierung unter gerichtlichem Schutz. Das Insolvenzverfahren wurde am 1. September 2025 eröffnet. Eine intensive Investorensuche blieb bis Anfang 2026 erfolglos, was die Schließung unvermeidlich machte.
Branchenzeichen und lokale Folgen
Die Schließung spiegelt die großen Herausforderungen in der deutschen Automobilzulieferkette wider, besonders für Hersteller klassischer Antriebskomponenten. Der Wandel zur E-Mobilität führt zu Konsolidierung und Vertragsbrüchen – oft trifft es mittelständische Zulieferer am härtesten.
Lokale Politiker und die IG Metall hatten sich bereits bestürzt gezeigt. Dürens Bürgermeister Frank Peter Ullrich nannte die Insolvenz eine „bittere Nachricht“ für die Stadt. Der Fokus liegt nun auf der Umsetzung des Sozialplans. Der Verlust von über 400 Jobs bleibt ein schwerer Schlag für die Wirtschaftsregion Düren. Für die betroffenen Mitarbeiter beginnen nun die Monate des Übergangs von der Werkhalle in die Qualifizierungsmaßnahmen der Transfergesellschaft.
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