NCTS Phase 5: Ein Jahr nach dem Zoll-Big Bang
21.01.2026 - 19:54:12Die EU-weite Pflicht zum sechsstelligen HS-Code hat den Warenverkehr digitalisiert – doch neue IT-Herausforderungen stehen bereits vor der Tür.
Frankfurt, 21. Januar 2026 – Vor genau einem Jahr trat die finale Stufe der digitalen Zollrevolution in Kraft: Seit dem 21. Januar 2025 ist die Angabe des sechsstelligen HS-Codes in jeder elektronischen Versandanmeldung verpflichtend. Diese Kernvorschrift von NCTS Phase 5, einem zentralen Baustein des Unionszollkodex, hat die Datenqualität im grenzüberschreitenden Handel nachhaltig verbessert. Die Logistikbranche hat die anfänglichen Hürden gemeistert. Doch der digitale Wandel geht ungebremst weiter – mit neuen IT-Verfahren und verschärften Anmeldepflichten für 2026.
Vom Update zur System-Revolution
Die Einführung von NCTS Phase 5 war mehr als ein Software-Update. Sie stellte die Datenerfassung im europäischen Versandverkehr grundlegend neu auf. Die verpflichtende, sechsstellige HS-Code-Angabe für fast alle Sendungen zielt auf präzisere Risikoanalysen der Zollbehörden und mehr Transparenz in den Lieferketten.
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Eine weitere tiefgreifende Neuerung: Bis zu 1.999 Einzelsendungen dürfen nun in einer Anmeldung gebündelt werden. Für den Sammelgutverkehr bedeutete das das Ende pauschaler Warenpositionen. Jede Sendung muss seither separat erfasst werden. Alte, papiergestützte Verfahren wie das vereinfachte Eisenbahnversandverfahren wurden endgültig abgelöst.
Von Startschwierigkeiten zur neuen Routine
Die Umstellung verlief nicht überall reibungslos. Während die deutsche Zollverwaltung mit ATLAS gut vorbereitet war, gab es in anderen EU-Staaten Verzögerungen. Belgien und Irland meldeten Probleme mit Unterwegszollstellen, in Frankreich traten technische Hürden auf. Für deutsche Unternehmen bedeutete die Umstellung vor allem eines: einen erheblichen Aufwand bei der IT-Anpassung und der Stammdatenpflege.
Heute haben sich die Prozesse etabliert. Die präzise Deklaration ist Standard. Unternehmen mussten ihre Abläufe optimieren, damit korrekte Daten vom Exporteur bis in die Zollanmeldung fließen. Eine besondere Herausforderung bleibt die Datenkonsistenz – etwa wenn der HS-Code bei der Einfuhr vom Code beim Versand abweicht. Der deutsche Zoll prüft hier vor allem, ob Art und Menge der Waren unverändert blieben.
Die nächste Welle: Neue Pflichten für 2026
Kaum hat sich die Wirtschaft an Phase 5 gewöhnt, rollt die nächste Digitalisierungswelle an. Die Anforderungen an Unternehmen steigen weiter.
Eine dringende Neuerung betrifft den Transit durch Österreich. Seit 1. Januar 2026 ist für alle NCTS‑Vorgänge mit österreichischer Durchgangszollstelle eine elektronische Voranmeldung via „Smart Border Austria“ Pflicht. Ohne sie droht die Zurückweisung an der Grenze.
Zudem steht am 28. Februar 2026 das neue ATLAS-Release 10.2 an. Es bringt die Zentrale Zollabwicklung für die Einfuhr (CCI). Unternehmen mit AEO-Zertifizierung können dann ihre Einfuhranmeldungen zentral bei einer Zollstelle abgeben – unabhängig vom EU-Einfuhrort. Ein großer Schritt zur Vereinfachung für konzernierte Unternehmen.
Ausblick: Der digitale Zoll ist kein Endzustand
NCTS Phase 5 war ein Meilenstein für eine vollständig digitalisierte EU-Zollabwicklung. Der präzise HS-Code ist die Grundlage für effizientere Risikoanalysen und schnellere Abfertigung für regelkonforme Unternehmen.
Die Erfahrungen des letzten Jahres zeigen: Eine frühzeitige Beschäftigung mit neuen Vorgaben ist unerlässlich. Die anstehenden Änderungen – von „Smart Border Austria“ über CCI bis zum CO2-Grenzausgleich (CBAM) – machen deutlich, dass der Tempo im Zollwesen zunimmt. Für Unternehmen bleiben Investitionen in moderne IT-Lösungen, qualitativ hochwertige Stammdaten und kontinuierliche Mitarbeiterschulung entscheidend, um im internationalen Handel wettbewerbsfähig und compliant zu bleiben.
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