Nationaler, Emissionshandel

Nationaler Emissionshandel startet in Marktphase

31.12.2025 - 17:44:12

Der nationale CO?-Emissionshandel wechselt von festen zu auktionsbasierten Preisen, was zu höheren Kosten für Unternehmen und Verbraucher führt. Die Umstellung bringt neue Handels- und Compliance-Herausforderungen mit sich.

Ab Neujahr zahlen Unternehmen bis zu 65 Euro pro Tonne CO₂ – die festen Preise sind Geschichte. Das bedeutet höhere Kosten für Verbraucher und komplexeres Risikomanagement für Firmen.

Vom Festpreis zur Auktion

Fünf Jahre lang herrschte Planungssicherheit: Wer in Deutschland Heizöl, Erdgas, Benzin oder Diesel in Verkehr brachte, kaufte Emissionszertifikate zum staatlich festgelegten Preis. Dieser stieg schrittweise auf 55 Euro pro Tonne in 2025. Mit dem Jahreswechsel tritt das nationale Emissionshandelssystem (nEHS) nun in eine neue Phase ein. Die festen Preise werden durch einen Auktionsmechanismus mit Preis-Korridor ersetzt.

Die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) bestätigt: Für 2026 liegt der Mindestpreis bei 55 Euro, die Obergrenze bei 65 Euro pro Tonne CO₂. Das entspricht einer möglichen Steigerung von 18 Prozent. Marktbeobachter rechnen damit, dass die Nachfrage die Preise schnell an die obere Grenze treiben wird.

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Compliance wird zum Handelsgeschäft

Die größte Umstellung betrifft den Erwerb der Zertifikate. Sie sind nicht mehr einfach bei der DEHSt erhältlich, sondern müssen an der Europäischen Energiebörse (EEX) in Leipzig ersteigert werden. Das stellt Unternehmen vor neue Herausforderungen.

Die drei größten Hürden für 2026:
* Zugang zur Börse: Firmen benötigen eine Zulassung für die EEX oder müssen über Banken und spezialisierte Broker handeln.
* Timing-Problem: Die Auktionen starten voraussichtlich erst im Juli 2026 – die Pflicht für Emissionen beginnt aber schon am 1. Januar. Unternehmen müssen ihre Produkte also bereits mit geschätzten Zertifikatkosten kalkulieren, bevor sie die Zertifikate besitzen.
* Sicherheitsnetz mit Aufpreis: Reichen die Auktionsmengen nicht aus, können Zertifikate aus einer Reserve zum Festpreis von 68 Euro gekauft werden – drei Euro über dem Korridor.

“Die Zeit des einfachen Verwaltungskaufs ist vorbei”, kommentieren Energieberater. “Jetzt geht es um aktives Handels- und Risikmanagement.”

Finanzielle Folgen bis zum Verbraucher

Die neuen Regelungen wirken sich auch auf Bilanzen aus. Unternehmen müssen bis 2027 genug Zertifikate für ihre 2026er Emissionen vorhalten. Eine Nachkauf-Regelung erlaubt es, bis zu zehn Prozent der benötigten Menge noch bis Ende 2027 zu erwerben – allerdings zum Strafpreis von 70 Euro pro Tonne. Ein klarer Anreiz, frühzeitig am Auktionsmarkt teilzunehmen.

Für Verbraucher ist die Auswirkung direkter: Die möglichen 65 Euro pro Tonne schlagen sich in höheren Kraftstoff- und Heizkosten nieder. Berechnungen von ADAC und Verbraucherzentralen zeigen: An der Tankstelle und auf der Gasrechnung kommen ab Januar mehrere Cent pro Liter bzw. Kilowattstunde hinzu.

Brücke zum europäischen System

Das deutsche System dient als Vorläufer für den geplanten EU-Emissionshandel für Gebäude und Straßenverkehr (EU ETS II). Ursprünglich sollte die Verschmelzung 2027 erfolgen. Aufgrund von Verzögerungen auf EU-Ebene könnte der nationale Korridormechanismus nun länger bestehen bleiben.

Er bietet zumindest eine “weiche Landung” in den Marktpreis – und verhindert die extremen Preissprünge eines völlig freien Handels. Compliance-Abteilungen sollten jetzt ihren Börsenstatus prüfen und ihre Preismodelle anpassen. Ab Mitternacht gilt: Der Preis für CO₂ in Deutschland erreicht ein neues Rekordhoch.

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