Nahrungsergänzungsmittel: Gefährlicher Trend bei Bluthochdruck
26.01.2026 - 19:30:13Medizinische Fachgesellschaften schlagen Alarm: Nahrungsergänzungsmittel sind keine Alternative zu Blutdruck-Medikamenten. Die Deutsche Hochdruckliga (DHL) warnt vor gesundheitlichen Risiken durch wissenschaftlich ungeprüfte Produkte.
Der Markt boomt – doch die Gefahr wird oft unterschätzt. Anders als Arzneimittel durchlaufen die frei verkäuflichen Kapseln und Pulver kein behördliches Zulassungsverfahren. Ihre Wirksamkeit und Sicherheit muss nicht nachgewiesen werden. Das öffnet Tür und Tor für irreführende Werbeversprechen.
Viele Patienten hoffen auf eine schonende Behandlung und greifen zu Mitteln mit Kalium, Magnesium oder Coenzym Q10. Doch die isolierte Einnahme ist umstritten. Einige Präparate können den Blutdruck sogar erhöhen.
Besonders tückisch sind Brausetabletten. Sie enthalten oft große Mengen verstecktes Natrium für den Sprudeleffekt – ein bekannter Risikofaktor für Bluthochdruck. Die WHO empfiehlt weniger als zwei Gramm Natrium täglich, ein Wert, der in Deutschland häufig überschritten wird.
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Von Überdosis bis Herzinfarkt: Die konkreten Gefahren
Die unkontrollierte Einnahme kann lebensgefährlich werden:
* Eine Überdosierung von Kalium kann zu Herzrhythmusstörungen führen.
* Gefährliche Wechselwirkungen mit verschriebenen Medikamenten sind möglich. Kaliumpräparate dürfen beispielsweise nicht mit bestimmten Blutdrucksenkern kombiniert werden.
* Süßholzwurzel-Extrakte enthalten Glycyrrhizin, das den Blutdruck nachweislich steigert.
* In manchen “Pre-Workout-Boostern” wurde sogar die verbotene Substanz DMAA gefunden, die Herzinfarkte auslösen kann.
Bewährte Therapie statt unbewiesener Versprechen
Für die meisten angebotenen Supplemente fehlt jeder wissenschaftliche Nachweis einer blutdrucksenkenden Wirkung. “Warum lehnen Menschen geprüfte Medikamente ab, nehmen aber bei unregulierten Mitteln Risiken in Kauf?”, fragt Professor Dr. Markus van der Giet von der DHL.
- Eine salzarme, mediterrane Ernährung (DASH-Diät)
- Regelmäßige Bewegung
- Gewichtsmanagement
- Stressreduktion
Durch einen gesunden Lebensstil ließe sich ein Großteil aller Hypertonie-Erkrankungen verhindern.
Forderung: Mehr Regulierung, bessere Aufklärung
Verbraucherschützer und Mediziner fordern strengere Regeln: eine transparentere Kennzeichnungspflicht und eine zentrale Meldestelle für Nebenwirkungen.
Der wichtigste Rat für Patienten bleibt eindeutig: Vor der Einnahme jeglicher Nahrungsergänzungsmittel unbedingt ärztlichen Rat einholen. Nur so lassen sich gefährliche Wechselwirkungen vermeiden.


