Nahrungsergänzungsmittel: Boomende Branche, irreführende Werbung
22.01.2026 - 07:15:12Der Markt für Nahrungsergänzungsmittel boomt, doch die Werbeversprechen der Hersteller werden zunehmend kritisiert. Verbraucherschützer warnen vor einer wachsenden Kluft zwischen beworbenem Nutzen und wissenschaftlicher Realität. Diese kann Verbraucher nicht nur finanziell schädigen, sondern auch gesundheitliche Risiken bergen.
Besonders im Fokus stehen der Online-Handel und das Marketing durch Influencer, wo unzulässige Gesundheitsaussagen weit verbreitet sind. Experten fordern daher strengere Kontrollen und klarere gesetzliche Rahmenbedingungen.
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Wie Hersteller die Regeln umgehen
Die europäische Health-Claims-Verordnung schreibt vor: Jede gesundheitsbezogene Werbeaussage muss wissenschaftlich belegt und von der EU zugelassen sein. Hersteller nutzen jedoch kreative Lücken.
Eine gängige Taktik ist die „Werbung durch die Hintertür“. Einem Produkt, dessen Hauptwirkstoff keine zugelassene Aussage hat, werden Vitamine oder Mineralien mit erlaubten, aber allgemeinen Claims beigemischt.
- Beispiel: Ein Cranberry-Präparat für die Blase (kein zugelassener Claim) wird mit Zink angereichert. Nun kann mit dem erlaubten Satz „trägt zur normalen Funktion des Immunsystems bei“ geworben werden – und suggeriert so eine umfassende Wirkung.
Social Media: Der unkontrollierte Wildwuchs
In sozialen Netzwerken blüht fragwürdige Werbung besonders üppig. Influencer bewerben Produkte mit drastischen, oft unbelegten Wirkversprechen.
- Eine EU-Untersuchung zeigte kürzlich: Nur eine Minderheit der Influencer kennzeichnet ihre Beiträge korrekt als Werbung.
- Eine Studie der Lebensmittelbehörde Stuttgart stufte sogar über 90 Prozent der untersuchten Influencer-Posts als irreführend ein.
Verbraucherschützer kritisieren, dass die staatliche Überwachung mit der Kontrolle dieser digitalen Kanäle überfordert ist. Hinzu kommen perfide Maschereien: Oft werden ohne Wissen Bilder von Prominenten oder Logos von Behörden missbraucht, um Seriosität vorzutäuschen.
Der große Irrtum: „Das ist ja geprüft!“
Ein weit verbreiteter Fehlglaube: Viele Verbraucher denken, Nahrungsergänzungsmittel würden vor dem Verkauf auf Sicherheit und Wirksamkeit geprüft. Falsch.
Rechtlich sind sie Lebensmittel, keine Arzneimittel. Sie unterliegen lediglich einer Anmeldepflicht, nicht einem Zulassungsverfahren.
- Eine repräsentative Studie im Auftrag von „Lebensmittelklarheit“ offenbarte: Knapp die Hälfte der Befragten geht fälschlicherweise von einer gesundheitlichen Unbedenklichkeitsprüfung aus.
- Fast ein Viertel der Nutzer sieht die Produkte als eine Art „natürliches Arzneimittel“.
Der Europäische Gerichtshof (EuGH) verschärfte die Regeln kürzlich: Im April 2025 untersagte er ungeprüfte Gesundheitsversprechen für pflanzliche Inhaltsstoffe (Botanicals) und schloss so eine rechtliche Grauzone.
Milliardengeschäft mit systemischen Lücken
Das Geschäft mit Pillen, Pulvern und Kapseln ist riesig. Allein in Deutschland setzte die Branche 2022 über Apotheken, Drogerien und Supermärkte 1,8 Milliarden Euro um – der Online-Handel wächst stetig.
Gleichzeitig nutzen knapp acht von zehn Deutschen solche Produkte. Diese hohe Akzeptanz trifft auf eine lückenhafte Kontrolle, besonders im Digitalen. Die Diskrepanz zwischen strenger Verordnung und laxer Durchsetzung ermöglicht hohe Profite mit vagen Aussagen.
Verbraucherschützer sehen Gerichte oft als letzte Verteidigungslinie. So urteilte ein Gericht im April 2024, der Begriff „immunstark“ sei eine unzulässige Übertreibung des erlaubten Claims „trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei“.
Was Verbraucher jetzt fordern
Angesichts der Schutzlücken wächst der politische Druck. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) fordert konkret:
- Gesetzliche Höchstmengen für Vitamine und Mineralstoffe, um Überdosierungen zu verhindern.
- Eine massive Stärkung der Lebensmittelüberwachungsbehörden, um die Online-Werbeflut effektiv zu kontrollieren.
Bis der Gesetzgeber reagiert, bleibt Verbrauchern nur eins: extreme Skepsis. Vor allem bei Werbung im Internet und durch Influencer lohnt die Rücksprache mit unabhängigen Stellen wie Verbraucherzentralen, Arztpraxen oder Apotheken.
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