Frankfurt Schluss: Dax schafft Wochenplus - Nervosität hält an
06.02.2026 - 18:05:10Gleichwohl blieben die Anleger angesichts der in den vergangenen Tagen heftigen Schwankungen bei Edelmetallen und im Technologiesektor nervös. Zunehmende Zweifel an hohen Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) verunsichern nach wie vor. Negative Nachrichten vom Autobauer Stellantis NL00150001Q9 setzten vor dem Wochenende zudem den europäischen Autosektor EU0009658681 stark unter Druck und zogen hiesige Branchenwerte mit nach unten.
Der Dax ging 0,94 Prozent höher bei 24.721,46 Zählern aus dem Handel. Damit ergibt sich auf Wochensicht ein Plus von 0,74 Prozent. Der MDax DE0008467416 der mittelgroßen Börsenwerte legte am Freitag um 0,73 Prozent auf 31.662,83 Punkte zu.
Die Schockwellen am Edelmetall- und auch den Kryptomärkten gingen nicht spurlos an den Aktienbörsen vorbei, schrieb Christine Romar, Europachefin beim Handelshaus CMC Markets. Zwangsliquidationen dort zögen Verkäufe an anderer Stelle nach sich und sortierten die zittrigen Hände auch aus dem Aktienmarkt. "Eine solche Bereinigung ist gesund und stellt den immer noch laufenden Bullenmarkt auf ein solideres Fundament", resümierte die Expertin.
Mit hohen Abschlägen im US-Handel für Amazon US0231351067 zeigte sich, wie hartnäckig sich die KI-Sorgen der Anleger halten. Der Handelsriese will in diesem Jahr rund 200 Milliarden US-Dollar unter anderem in Künstliche Intelligenz, Chips, Robotik und Satelliten stecken. Damit liegt Amazon noch über dem gigantischen Investitionsvolumen der Google-Mutter Alphabet US02079K3059 US02079K1079. Amazon werde zunächst darunter leiden, dass die Anleger hohe Investitionen ohne konkreten Umsatzerfolg sehr kritisch sehen, kommentierten die Analysten der US-Bank Goldman Sachs.
In Frankfurt gab es vor dem Wochenende im IT-Sektor erneut Verluste. Die Papiere des Dienstleisters Bechtle DE0005158703 brachen nach Quartalszahlen um 9,5 Prozent ein und fanden sich damit am MDax-Ende wieder. Der Ausblick belastete. Cancom DE0005419105 konnten sich im Nebenwerteindex SDax DE0009653386 dem Sog nicht entziehen und verlor vier Prozent.
Hiobsbotschaften von Stellantis setzten dem Autosektor zu. Der Fiat- und Chrysler-Mutterkonzern schreibt wegen der US-Elektroauto-Kehrtwende rote Zahlen und streicht die Dividende. Stellantis sackten in Paris um mehr als ein Viertel ab. Im sehr schwachen europäischen Autosektor verloren die im Dax notierten Aktien von Mercedes-Benz DE0007100000, BMW DE0005190003 und Volkswagen <DE0007664039 (VW) bis zu 1,3 Prozent.
Rüstungswerte stabilisierten sich nach der jüngsten Schwäche. Rheinmetall DE0007030009 legten im Dax um gut zwei Prozent zu. An der MDax-Spitze ließ eine Hochstufung durch die französische Investmentbank Exane BNP die Aktien des Panzergetriebeherstellers Renk DE000RENK730 um 5,4 Prozent steigen. Die Auftragspipeline sei gut gefüllt, lobte Analyst Sebastian Growe.
Dank einer positiven Branchennachricht hatten Siemens Energy DE000ENER6Y0 im Dax mit plus 4,2 Prozent die Nase vorn. Der US-Hersteller von Festoxid-Brennstoffzellen Bloom Energy US0937121079 hatte mit seiner Umsatzprognose für das laufende Jahr die Markterwartung übertroffen.
Auch europaweit legten die Kurse zum Wochenschluss zu: Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 gewann 1,23 Prozent auf 5.998,40 Zähler. In London GB0001383545 und in Zürich CH0009980894 ging es weniger deutlich nach oben. In New York zog der Dow Jones Industrial US2605661048 zum europäischen Handelsschluss um fast 2 Prozent an./la/he
--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

