Mytra sichert sich 120 Millionen Euro für die Roboter-Revolution in Lagern
18.01.2026 - 00:54:12Ein Software-basiertes Robotik-System soll die Logistik-Branche umkrempeln – und findet dafür massive Investorenunterstützung. Das US-Start-up Mytra hat eine Finanzierungsrunde über 120 Millionen Euro abgeschlossen, um seine Automationsplattform für Lager und Fabriken weltweit zu skalieren.
Geführt wurde die Serie-C-Runde von Avenir Growth. Weitere neue Investoren sind Kivu Ventures, Liquid 2, D. E. Shaw und Offline Ventures. Sie gesellen sich zu bestehenden Unterstützern wie Eclipse und Greenoaks. Besonders bemerkenswert: Zu den strategischen Investoren zählen der Kühllogistik-Riese Lineage und RyderVentures, der Venture-Arm des Logistikdienstleisters Ryder.
Das finanzielle Feuerwerk wird durch einen prominenten Neuzugang im Aufsichtsrat untermauert. Zach Kirkhorn, ehemaliger Finanzchef von Tesla, bringt seine Erfahrung im industriellen Hochskalieren ein. Das 2022 von Tesla- und Rivian-Veteranen gegründete Unternehmen will mit dem Kapital die Installation seiner Systeme beschleunigen und neues Top-Talent anwerben. Über 20 Stellen sind derzeit ausgeschrieben.
Das Betriebssystem für den Materialfluss
Mytra verfolgt einen radikal anderen Ansatz als traditionelle Roboterbauer. Statt starrer Einzellösungen entwickelt das Unternehmen eine software-definierte Automationsplattform – ein „Betriebssystem für Lieferketten“. Komplexe physische Abläufe wie Transport, Einlagerung oder Kommissionierung werden in einfache, programmierbare Befehle zerlegt.
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Diese Flexibilität ist der Schlüssel. Bisher sind rund 80 Prozent aller Industrieanlagen überhaupt nicht automatisiert. Herkömmliche Systeme sind oft zu teuer, zu komplex und einmal installiert, kaum anpassbar. Mytras Technologie kombiniert Künstliche Intelligenz mit Robotik in einem automatischen Lager- und Retrieval-System (ASRS), das auch Standard-Paletten handhabt.
Die Wirkung ist beeindruckend: Erste Kunden berichten von einer 32-prozentigen Reduktion der manuellen Handhabung und einer 34-prozentigen Steigerung der Lagerdichte.
Hyperwachstum mit Großaufträgen
Das Investment folgt auf ein Rekordjahr 2025. Mytra verzeichnete ein explosives Wachstum und gewann Aufträge von weltweit führenden Konzernen, darunter ein ungenannter Fortune-100-Lebensmittelkonzern und ein Fortune-500-Industriezulieferer. Ein einzelner Großauftrag übertrifft die bisher größte Installation um das Sechzigfache.
Um diese Expansion zu stemmen, vergrößerte Mytra sein Team um 78 Prozent und zog in eine siebenmal größere Firmenzentrale. Mit dem frischen Kapital will das Unternehmen nun die Großprojekte realisieren und seine Marktposition weiter ausbauen.
Kampf gegen die Logistik-Krise
Mytras Technologie attackiert einen der größten Engpässe der globalen Wirtschaft. Die manuelle Materialhandhabung verschlingt fast die Hälfte aller Arbeitskräfte in der Fertigung – bei Prozessen, die sich seit einem Jahrhundert kaum verändert haben.
Die Folgen sind dramatisch: Allein in den USA fehlen heute über 400.000 Arbeitskräfte in der Industrie. Bis 2030 könnte die Lücke auf zwei Millionen anwachsen. Gleichzeitig ist die Flächennutzung in Lagern ineffizient. Schätzungsweise 60 Prozent der Grundfläche sind „toter Raum“ wie Gänge, die Kosten verursachen, aber keinen Mehrwert bringen.
Die Branche steht an einer Zeitenwende. Die nächste Ära der Lagerautomatisierung wird nicht von isolierter Hardware, sondern von intelligenter Software-Orchestrierung geprägt sein. Mytras Vision eines universell programmierbaren Systems für den Materialfluss trifft genau diesen Nerv.
Ausblick: Skalierung in 2026
Mit gestärkten Finanzen und nachgewiesener Marktakzeptanz geht Mytra aggressiv in das Jahr 2026. Die Führungsetage zieht einen Vergleich zur Evolution des Cloud Computing: Sie will eine abstrahierte, programmierbare und sich ständig optimierende Infrastruktur für die Logistik schaffen.
Sollte dieser Ansatz Schule machen, könnte Mytra einen neuen Industriestandard setzen. Intelligente Automation würde vom Luxusgut zur Notwendigkeit – und die Effizienz sowie Widerstandsfähigkeit globaler Lieferketten auf ein neues Niveau heben.
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