Myanmar-Wahlen verschärfen Sanktionsrisiken für Unternehmen
11.01.2026 - 13:15:12Die umstrittenen Wahlen in Myanmar treiben die internationale Handelspolitik in eine neue Eskalationsstufe. Für globale Unternehmen wachsen die Risiken von Sanktionsverstößen, während das Militärregime versucht, sich mit Scheinwahlen Legitimität zu erkaufen.
Scheinwahlen lösen internationale Empörung aus
Die zweite Runde der gestaffelten Wahl in Myanmar an diesem 11. Januar 2026 wird von der internationalen Gemeinschaft einhellig als Farce verurteilt. Nach einer ersten Phase Ende Dezember mit einer Beteiligung von nur etwa 37 Prozent in Handelszentren wie Yangon, setzt das Militär seinen Plan fort, sich einen demokratischen Anstrich zu geben. Das Special Advisory Council for Myanmar (SAC-M) forderte am 10. Januar erneut schärfere Wirtschaftssanktionen, insbesondere gegen Lieferketten für Flugbenzin und Waffen.
Für Compliance-Abteilungen weltweit ist die Botschaft klar: Geschäfte mit dem Regime werden noch riskanter. Die USA, die EU und Großbritannien halten an ihren strikten Sanktionsregimen fest. Jede geschäftliche Interaktion mit den durch die Wahl geschaffenen Strukturen könnte als Unterstützung des Militärs gewertet werden – mit gravierenden rechtlichen und reputativen Folgen.
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Geteilte Sanktionspolitik: Hilfe ja, Geschäfte nein
Während der kommerzielle Handel unter Druck gerät, schaffen westliche Staaten gezielte Ausnahmen für humanitäre Hilfe. Großbritanniens OFSI präzisierte diese Woche die Allgemeine Genehmigung INT/2025/8257372, die humanitäre Transaktionen erlaubt.
Diese “Compliance-Spaltung” ist strategisch: Indem Hilfsorganisationen einen legalen Korridor erhalten, entkräften Regierungen Argumente gegen härtere Sanktionen. Experten deuten dies als Vorboten einer weiteren Verschärfung für die Wirtschaft, sobald die Wahl am 25. Januar abgeschlossen ist. Der Fokus dürfte dann besonders auf den Energie- und Logistiksektoren liegen.
Regionale Energie-Allianzen als neues Risiko
Während der Westen seine Sanktionsschraube anzieht, sucht das Regime in Naypyidaw die wirtschaftliche Annäherung an Nachbarn. Wie am 8. Januar bekannt wurde, intensiviert Myanmar die Zusammenarbeit mit Thailand, Indien und China bei Offshore-Öl- und Gasprojekten.
Diese regionalen Joint Ventures werden zum Blindspot für globale Lieferketten. Ein europäischer Zulieferer, der an ein thailändisches Energieunternehmen liefert, könnte ungewollt ein Projekt mit der myanmarischen Staatsfirma MOGE unterstützen – und so gegen Sanktionen verstoßen. Die Due Diligence muss daher immer tiefer in die Lieferkette vordringen, um die Endverwendung von Exportgütern nach Südostasien zu prüfen.
Ausblick: Neue Sanktionen nach Wahlfinale
Die dritte und letzte Wahlphase am 25. Januar wird voraussichtlich eine neue Welle regulatorischer Maßnahmen auslösen. Die EU und USA dürften Personen und Unternehmen auf ihre Sanktionslisten setzen, die durch den Wahlprozess an Macht gewonnen oder ihn finanziert haben.
Die Forderung des SAC-M nach einem Flugbenzin-Embargo zeigt, wo die Strafmaßnahmen ansetzen könnten. Unternehmen in Transport, Versicherung und Finanzierung müssen ihre Exposition in Südostasia dringend überprüfen. Für den Handel mit Myanmar schließt sich das Fenster weiter; humanitäre Hilfe bleibt vorerst der einzige legale Kanal.
Die Botschaft an die Wirtschaft ist eindeutig: Die Wahlergebnisse signalisieren keine Normalisierung, sondern leiten eine neue, aggressive Phase der Sanktionsdurchsetzung ein. Wer auf Stabilität hofft, geht ein hohes Risiko ein.
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