Museen suchen Antworten auf KI und Fake News
20.01.2026 - 00:34:11Museen weltweit kämpfen um ihre Rolle als vertrauenswürdige Wissenshüter im digitalen Zeitalter. Auf der internationalen Online-Konferenz „Art Museum in the Digital Age“ diskutieren Experten diese Woche Strategien gegen KI-generierte Desinformation.
Die Veranstaltung vom 19. bis 23. Januar bringt Museumsexperten, Technologen und Ethiker zusammen. Im Fokus steht die Frage, wie Kulturinstitutionen ihre Autorität als Quelle für Fakten bewahren können – trotz Deepfakes, algorithmischer Verzerrungen und generativer KI. Das Thema des Gipfels: „Wahrheit, Fakes und Wissenssouveränität im Digitalzeitalter“.
Vertrauen als wertvollstes Gut verteidigen
Museen gehören zu den vertrauenswürdigsten Institutionen überhaupt. Doch dieser Ruf ist in Gefahr. Die Konferenzteilnehmer erörtern, wie sich Häuser gegen Filterblasen und algorithmische Voreingenommenheit wappnen können. Diese verzerren oft das öffentliche Verständnis von Geschichte und Kultur.
Die Forderung lautet: mehr digitale Verantwortung übernehmen. Museen sollen nicht nur ihre Sammlungen schützen, sondern auch die digitale Bildung vorantreiben. Besucher müssen lernen, Online-Quellen kritisch zu bewerten und Desinformationstaktiken zu erkennen. „Museen können nicht allein gegen Falschinformation kämpfen“, heißt es im Dialog, „aber sie müssen unangreifbare Quellen verlässlicher Information bleiben.“
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Ethische Leitplanken für KI in der Kultur
Ein Schwerpunkt liegt auf ethischen Richtlinien für den KI‑Einsatz in Museen. Diskutiert wird besonders der EU AI Act und seine Bedeutung für den Kultursektor. Wo liegen Chancen, wo Risiken der künstlichen Intelligenz?
Besonders sensibel ist der Einsatz von KI bei kuratorischen Entscheidungen oder in der Provenienzforschung. KI‑Tools können die Besitzgeschichte von Artefakten nachzeichnen – doch sie haben Grenzen bei Kontext und Komplexität. Die Konferenz sucht nach Best Practices, die Innovation ermöglichen, ohne ethische Standards zu gefährden.
KI in der Praxis: Von Theorie zu Anwendung
Neben ethischen Debatten zeigt die Konferenz konkrete Beispiele. Fallstudien präsentieren KI für automatische Textgenerierung, Metadaten‑Anreicherung oder barrierefreie Besuchererlebnisse. Ziel ist es, KI für Museumsfachleute zu entmystifizieren.
Die Keynote hält Dr. Oonagh Murphy von der University of London. Die Expertin für digitalen Wandel fordert einen wertebasierten Umgang mit Technologie. Es gehe nicht um blinde Übernahme, sondern um kritische Reflexion. Diese Perspektive prägt die Agenda: Wie lässt sich KI von den Kernwerten des Kulturerbes leiten?
Authentizität als digitaler Gegenpol
Im Hintergrund der Debatten steht ein gesellschaftlicher Umbruch. Da digitale Inhalte immer leichter manipulierbar sind, gewinnen physische Objekte neue Bedeutung als „Anker der Wahrheit“. Das Greifbare und Überprüfbare eines echten Artefakts wirkt als Gegengewicht zur flüchtigen digitalen Welt.
Museen stehen damit in einer einzigartigen Spannung: Sie sind Pioniere digitaler Innovation und gleichzeitig Hüter physischer Authentizität. Die Herausforderung ist, beide Welten zu verbinden. Der Konsens: Robuste Dokumentationsstandards und transparente Sammlungsgeschichten sind heute wichtiger denn je.
Ausblick: Museen in der Gestalterrolle
Die Konferenz will den Weg für die kommenden Jahre weisen. Die zentrale Erkenntnis: Museen müssen proaktiv handeln, nicht nur reagieren. Sie sind aufgefordert, Technologieentwicklung aktiv mitzugestalten – im Einklang mit öffentlichen Werten und den Zielen der Kulturbewahrung.
Die Ergebnisse des Gipfels, zu dem auch Veranstaltungen im Wiener Belvedere 21 gehören, sollen branchenweite Standards für digitales Kuratieren befördern. Das große Ziel: Durch die technologische Disruption gestärkt hervorzugehen. Damit Museen ihr Kernmandat auch künftig erfüllen können – die Bewahrung und Deutung des menschlichen Erbes in einer Atmosphäre des Vertrauens.
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