Motorola und Samsung: Das Ende des Touchscreen-Zeitalters
07.01.2026 - 10:25:12Auf der CES zeichnet sich ein Paradigmenwechsel ab: Führende Hersteller setzen auf KI-Agenten und räumliche Gesten, während klassische Apps und Touch-Bedienung in den Hintergrund treten.
Die Ära des Smartphones als reine Glasplatte geht zu Ende. Auf der Tech-Messe CES in Las Vegas zeichnet sich ein radikaler Wandel ab: Künstliche Intelligenz und Sprachbefehle ersetzen zunehmend das Wischen und Tippen.
Während der zweite Messetag läuft, dominiert ein Thema die Hallen: Ambient Computing. Die führenden Hersteller präsentieren eine Zukunft, in der KI-Assistenten und räumliche Gesten die klassische Bedienung ablösen. Die Geräte von 2026 sollen nicht mehr Apps verwalten, sondern Bedürfnisse vorhersehen.
Motorolas KI-Offensive: Vom Wearable zum Ökosystem
Motorola setzt mit „Project Maxwell“ ein deutliches Zeichen. Das Wearable-Konzept soll als externe Gedächtnisstütze dienen. Eine integrierte Kamera erfasst die Umgebung, während die neue KI-Plattform „Qira“ die Daten in Echtzeit analysiert. Das Gerät erkennt Sehenswürdigkeiten, fasst Meetings zusammen oder protokolliert Mahlzeiten – ganz ohne Berührung eines Bildschirms.
Parallel stellte der Konzern das Razr Fold vor. Das buchförmige Klapphandy markiert eine Abkehr vom klassischen Design. Entscheidend ist jedoch die Software: Das Gerät dient primär als Schnittstelle für Qira. Der große Innenbildschirm zeigt weniger App-Icons, sondern generative KI-Ausgaben und Arbeitsabläufe, die per Sprachsteuerung verwaltet werden.
Die EU‑KI‑Verordnung ist seit August 2024 in Kraft und stellt Hersteller von KI‑fähigen Geräten vor neue Pflichten. Wer Qira‑ähnliche Agenten, Always‑Listening‑Funktionen und tiefe Kameraintegration entwickelt, muss Kennzeichnungspflichten, Risikoklassifizierung und umfangreiche Dokumentation beachten – andernfalls drohen Bußgelder. Unser kostenloser Umsetzungsleitfaden fasst die Anforderungen kompakt und verständlich zusammen, nennt Übergangsfristen und praktische Schritte für Entwickler und Produktmanager. Jetzt kostenlosen KI‑Verordnungs‑Leitfaden herunterladen
Samsungs Massenstrategie: 800 Millionen KI-Geräte
Samsung Electronics verfolgt einen anderen Ansatz: Volumen. Konzernchef T.M. Roh kündigte an, 2026 insgesamt 800 Millionen KI-fähige Geräte ausliefern zu wollen. Das wäre eine Verdopplung gegenüber 2025. „Galaxy AI“ wird damit zur Grundlage des gesamten Portfolios – vom Smartphone bis zum Haushaltsgerät.
Im Fokus steht dabei das Galaxy XR-Headset. Das bereits im Oktober 2025 eingeführte Modell erhielt zur CES wichtige Software-Updates. Die Steuerung erfolgt über Blickverfolgung, Handgesten und natürliche Sprache. Das Smartphone wird in dieser Vision zum leistungsstarken Server in der Tasche, der ein Netzwerk aus Wearables und Sensoren orchestriert.
Android XR: Die unsichtbare Schnittstelle
Der Rückgang der Touchscreen-Dominanz wird durch Android XR beschleunigt. Die Plattform ist allgegenwärtig auf der Messe. Hersteller wie XREAL zeigen mit „Project Aura“ Prototypen von AR-Brillen für 2026. Diese „Heads-up“-Displays überlagern digitale Informationen in der realen Welt. Die Interaktion erfolgt durch Blicke und minimale Fingerbewegungen.
Auffällig ist das Fehlen des klassischen App-Grids – der Rasteroberfläche, die das iPhone einst populär machte. Stattdessen setzen die neuen Systeme auf vorausschauende Karten und generative Schnittstellen, die nur bei Bedarf erscheinen. Das bedeutet einen fundamentalen Wechsel: vom „Pull“-Prinzip (Nutzer sucht aktiv) zum „Push“-Prinzip (KI antizipiert).
Die Agenten-Ära: Fluch oder Segen?
Die Entwicklungen markieren einen Branchentrend: den Übergang von der App-zentrierten zur Agenten-zentrierten Wirtschaft. Die Hardware-Grenzen des flachen Glasrechtecks werden zum Engpass für moderne Generative KI. Die neuen Geräte sollen die Reibung verringern, indem sie den Zwischenschritt „Telefon entsperren – App suchen – Button drücken“ eliminieren.
Doch die Herausforderungen sind beträchtlich. Frühe KI-Wearables wie die „Friend necklace“ aus den Jahren 2024 und 2025 scheiterten an Datenschutzbedenken und sozialer Unbeholfenheit. Die Frage ist, ob die Geräte von 2026 mit ihrer tiefen Kamera-Integration und „Always-Listening“-Fähigkeiten diese Hürden überwinden können.
Die Branche beobachtet nun gespannt die Verbraucherreaktionen. Das Smartphone wird 2026 nicht verschwinden, aber seine Rolle wandelt sich grundlegend: vom Mittelpunkt zum Hintergrundprozessor für eine Konstellation aus Wearables und räumlichen Geräten. Die kommenden Monate werden zeigen, ob Nutzer bereit sind, die Gewissheit des Touchscreens gegen die unsichtbaren Hände eines KI-Agenten einzutauschen.
PS: Gerade für Hersteller von XR‑Brillen, Wearables und Sprachagenten sind die Übergangsfristen der EU‑KI‑Verordnung kritisch. Der kostenlose Leitfaden zeigt Schritt für Schritt, wie Sie Ihr System korrekt klassifizieren, notwendige Dokumentation aufbauen und Kennzeichnungspflichten umsetzen – so vermeiden Sie Bußgelder und Verzögerungen beim Markteintritt. Mit praxisnahen Checklisten und klaren Handlungsempfehlungen für Produktteams. Der Download ist kostenfrei und sofort verfügbar. Gratis‑Umsetzungsleitfaden zur KI‑Verordnung herunterladen


