Morgan, Stanley

Morgan Stanley warnt vor „perfektem Sturm“ für PC-Hardware

21.01.2026 - 01:44:12

Die Investmentbank stuft den Sektor auf 'vorsichtig' herab und sieht schwache Nachfrage, explodierende Kosten und hohe Bewertungen als Risiken. Besonders Logitech und PC-Hersteller geraten unter Druck.

Die Investmentbank Morgan Stanley schlägt Alarm für die IT-Hardware-Branche und sieht einen „perfekten Sturm“ aus schwacher Nachfrage und explodierenden Kosten aufziehen. Die Analysten stufen ihre Erwartungen für den Sektor von „neutral“ auf „vorsichtig“ herab – und lösten damit einen Verkaufstrend bei Tech-Aktien aus.

Besonders hart traf es den Schweizer Peripherie-Hersteller Logitech, dessen Aktie nach einer Herabstufung auf „Underweight“ deutlich nachgab. Doch auch die Titel großer PC-Hauer wie Dell Technologies, HP und Hewlett Packard Enterprise gerieten unter Druck. Die Warnung nährt die Befürchtung, dass der Hardware-Markt nach Jahren des Wachstums vor einer deutlichen Abkühlung steht.

CIOs bremsen Hardware-Ausgaben aus

Im Kern der düsteren Prognose steht eine aktuelle Umfrage unter Chief Information Officers (CIOs). Sie offenbart: Die Budgets für Hardware in Unternehmen sollen 2026 nur noch um magere 1 Prozent wachsen. Das wäre die schwächste Steigerungsrate seit rund 15 Jahren – abgesehen von der Pandemie-Zeit. Unternehmen stellen ihre Ausgaben für PCs, Server und andere Geräte offenbar auf Sparflamme.

Grund sind die allgemeine Wirtschaftsunsicherheit und eine Neuausrichtung der IT-Projekte. Traditionelle Hardware rutscht auf der Prioritätenliste nach unten.

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Die drei Säulen der Krise

Die Analysten beschreiben die Lage als „perfekten Sturm“, der aus drei Faktoren gespeist wird:

  1. Eingebrochene Nachfrage: Die minimale Budgetsteigerung von 1 Prozent signalisiert einen breiten Rückzug der Unternehmen.
  2. Explodierende Komponenten-Preise: Vor allem Speicherchips (DRAM & NAND) werden massiv teurer. Die enorme Nachfrage aus dem KI-Sektor (Künstliche Intelligenz) bindet einen Großteil der Produktionskapazitäten und verursacht Engpässe. Diese Kosteninflation dürfte die Gewinnmargen der Hersteller wie Dell und HP erheblich drücken.
  3. Hohe Bewertungen: Die Aktien des Sektors sind nahe historischer Höchststände bewertet – ein riskantes Niveau angesichts der sich eintrübenden Aussichten.

Laut einer weiteren Morgan-Stanley-Umfrage könnten 30 bis 60 Prozent der Kunden geplante Hardware-Käufe streichen, sollten die Preise weiter steigen.

Logitech trifft es am härtesten

Logitech wurde konkret von „Equalweight“ auf „Underweight“ herabgestuft. Das Kursziel sank von 107 auf 89 US-Dollar. Grund ist die hohe Abhängigkeit vom Konsumentenmarkt: Über die Hälfte des Umsatzes macht das Unternehmen mit PC-Zubehör, weitere 30 Prozent mit Gaming-Produkten.

Beide Bereiche stehen vor großen Herausforderungen. Steigende Speicherkosten treiben die Preise für PCs in die Höhe, was die Käuferlaune dämpfen dürfte. Das würde den Absatz von Logitechs Mäusen, Tastaturen und Webcams direkt treffen. Morgan Stanley korrigierte seine Umsatz- und Gewinnprognosen für das Geschäftsjahr 2027 um 4 bis 6 Prozent nach unten und erwartet nun einen Umsatzrückgang von 3,5 Prozent.

Dell und die Branche zittern mit

Obwohl Dell nicht explizit herabgestuft wurde, steht der Konzern im Fokus der Analysten. Seine Aktie verlor ebenso wie die von HP und HPE zwischen 2 und 5 Prozent. Dells Geschäftsmodell ist besonders anfällig: Es ist stark auf speicherintensive Produkte wie PCs und Server ausgerichtet.

Die steigenden Kosten für DRAM und NAND-Flash werden die Bruttomargen des Unternehmens direkt belasten. Zusammen mit der erwarteten Nachfrageschwäche ergibt das eine schwierige Ausgangslage für das Kerngeschäft.

Branchengrößen wie Dell, HP und Lenovo haben bereits mögliche Preiserhöhungen von 15 bis 20 Prozent für Systeme angekündigt, die später in 2026 ausgeliefert werden. Die Branche bereitet sich auf eine elastische Nachfragerreaktion vor: Kunden könnten Käufe verschieben oder ihre Bestellungen verkleinern.

KI-Boom als Preistreiber

Die Probleme des PC-Markts sind eine direkte Folge des KI-Booms. Der Betrieb großer KI-Modelle erfordert riesige Rechenzentren mit speziellen Servern, die einen enormen Anteil der weltweiten Hochleistungs-Speicherchip-Produktion verschlingen.

Analysten sprechen von einer „dauerhaften Umlenkung“ der Lieferkapazitäten hin zu KI-Rechenzentren. Das schafft eine strukturelle Knappheit für andere Technologie-Segmente. Die Speicherpreise sind explodiert, und die Verknappung wirkt sich nun auf die Produktion und die Kosten von PCs, Smartphones und sogar Autos aus.

Marktforscher von IDC warnen, der PC-Markt könnte 2026 aufgrund der explodierenden RAM-Preise schrumpfen. Die Gesamtkosten für PCs könnten um bis zu 8 Prozent steigen. Diese Umgebung schadet besonders Unternehmen wie Dell und Logitech, deren Erfolg an den Massenabsatz von Hardware an Unternehmen und Verbraucher geknüpft ist.

Defensive Wende für 2026

Der Ausblick für 2026 ist geprägt von großer Vorsicht. Morgan Stanleys defensive Haltung zeigt, dass die Bank mit Gewinnkorrekturen in der gesamten Branche rechnet. Die Kombination aus schwacher Nachfrage und hohen Kosten schafft ein schwieriges Umfeld, in dem die Profitabilität unter Druck gerät.

Für Unternehmen und Verbraucher bedeutet das zunächst höhere Preise für PCs und verwandte Hardware. Die Ära sinkender oder stabiler PC-Preise scheint vorerst vorbei zu sein, was die Erneuerungszyklen verlängern könnte.

Für Anleger lautet die Botschaft, selektiv vorzugehen und Unternehmen den Vorzug zu geben, die besser gegen diese zyklischen Druckkräfte gewappnet sind. Die langfristigen Trends wie KI bleiben zwar starke Treiber der Technologieausgaben, doch die kurzfristigen Gegenwinde für Hardware-Anbieter sind erheblich. Der Markt wird die anstehenden Quartalsberichte von Logitech, Dell und deren Wettbewerbern genau beobachten, um zu sehen, wie sie sich in dieser neuen, herausfordernden Landschaft behaupten.

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