Monster-Report, Mitarbeiter

Monster-Report: Mitarbeiter bleiben, aber kündigen innerlich

09.01.2026 - 18:45:12

Der Monster WorkWatch Report zeigt einen historischen Tiefstand bei Jobwechselplänen. Experten warnen vor sinkender Leistung durch wirtschaftliche Ängste und verordnete Büropflicht.

Eine neue Studie zeigt einen dramatischen Stimmungsumschwung auf dem Arbeitsmarkt. Während Unternehmen strikte Büropflicht durchsetzen, graben sich die Beschäftigten ein – aus Angst, nicht aus Überzeugung. Experten warnen vor einer Welle der inneren Kündigung.

Der am Dienstag veröffentlichte Monster WorkWatch Report 2026 liefert die Zahlen: Nur noch 43 Prozent der Arbeitnehmer planen aktiv einen Jobwechsel. Das ist ein historischer Tiefstand. Im Vorjahr waren es noch 93 Prozent. Die “Große Stabilität” (The Big Stay) hat begonnen.

Doch die Ruhe trügt. Analysten deuten den Trend nicht als Zeichen der Zufriedenheit, sondern als Reaktion auf wirtschaftliche Unsicherheiten und die KI-Revolution am Arbeitsplatz. Die Belegschaft priorisiert Sicherheit, nicht Karriere. Das gefährdet die individuelle Leistung.

Anzeige

Viele Unternehmen riskieren heute Leistungseinbußen, weil Mitarbeitende keine klaren Entwicklungswege sehen und innerlich kündigen. Der kostenlose Praxisleitfaden “Mitarbeiterentwicklung” liefert Checklisten, Upskilling‑Strategien, Vorlagen für Förderpläne und konkrete Maßnahmen, mit denen Führungskräfte Demotivation erkennen, Entwicklungspfade aufbauen und Loyalität nachhaltig stärken können. Praktische Schritte helfen, Kreativität und Teamleistung wieder freizusetzen. Kostenlosen Praxisleitfaden zur Mitarbeiterentwicklung herunterladen

Bürozwang trifft auf Angst: Ein gefährlicher Mix

Parallel zu den Studiendaten verschärfen Konzerne die Regeln. Seit dem 2. Januar gilt bei Amazon die strikte Fünf-Tage-Büropflicht. Diese RTO-Mandate (Return-to-Office) erzeugen Frust. Berichte sprechen von einer “grollenden Anwesenheit” (resentful presence), die zum Produktivitätskiller werden könnte.

Die Gleichzeitigkeit ist explosiv: Der Zwang ins Büro trifft auf eine verängstigte Belegschaft, die den Markt fürchtet. Das psychologische Band zum Arbeitgeber, das Zugehörigkeitsgefühl (Belonging), droht zu reißen. Ohne dieses Gefühl sinkt die intrinsische Motivation – und mit ihr die Leistung.

Physische Anwesenheit allein schafft keine Heimat. Experten warnen: Verordnete Präsenz ohne kulturellen Unterbau kann Isolation sogar verstärken. Wenn Teams im selben Raum sitzen, aber weiterhin nur digital kommunizieren, bleibt der Sinn der Rückkehr fragwürdig.

Skills-First: Ein Hoffnungsschimmer für mehr Zugehörigkeit

Ein positiver Trend könnte gegensteuern: Skills-First-Hiring. Immer mehr Unternehmen stellen Kompetenz über formale Abschlüsse. Rund ein Viertel der Arbeitgeber hat akademische Anforderungen für diverse Jobs bereits gestrichen.

Das stärkt das Gefühl der Wertschätzung. Die Botschaft an Quereinsteiger lautet: “Du gehörst hierher, weil du etwas kannst.” Diese Demokratisierung der Kompetenz ist ein starker Hebel für Engagement und Produktivität.

Der Monster-Report stützt diesen Ansatz: 64 Prozent der Befragten wollen sich 2026 weiterbilden, um ihre Marktfähigkeit zu sichern. Unternehmen, die dieses “Upskilling” fördern, investieren direkt in Loyalität und Leistung.

Die Lücke zwischen Theorie und Praxis

Eine Diskrepanz fällt auf: Während HR-Trendreports die “Employee Experience” zur Top-Priorität erklären, setzt die Realität oft auf Kontrolle statt Kultur. Die harte Präsenzpflicht bei gleichzeitiger Vernachlässigung des Teamgefühls widerspricht allen Erkenntnissen über Hochleistung.

Die versteckten Kosten könnten enorm sein. Zwar sparen Firmen durch sinkende Fluktuation Geld. Doch die Rechnung durch schwindendes Engagement und Dienst nach Vorschrift droht, viel höher auszufallen. In Zeiten, in denen KI Routinen übernimmt, werden menschliche Stärken wie Kreativität und Empathie entscheidend. Diese gedeihen nur in Sicherheit, nicht unter Zwang.

Für das Jahr 2026 zeichnet sich eine kulturelle Bewährungsprobe ab. Unternehmen müssen Wege finden, das beschädigte Zugehörigkeitsgefühl zu reparieren. Der Fokus muss sich von der Anwesenheitskontrolle hin zur Gestaltung wertvoller gemeinsamer Momente verschieben. Das “Wir-Gefühl” ist zur harten Währung für Leistung geworden.

PS: Sie möchten das Zugehörigkeitsgefühl im Team stärken und die “Große Stabilität” produktiv nutzen? Das Gratis‑E‑Book bietet sofort einsetzbare Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung, fertige Upskilling‑Module und Checklisten, mit denen Führungskräfte Vertrauen aufbauen und Leistung nachhaltig steigern. Ideal für Personalverantwortliche, die jetzt handeln wollen. Jetzt Mitarbeiter-Entwicklungs-Guide sichern

@ boerse-global.de