Momentum Institut: Arbeitslose verlieren bis zu 27 Prozent Kaufkraft
05.01.2026 - 18:45:12Arbeitslose in Österreich erleiden massive Kaufkraftverluste. Das Momentum Institut schlägt zum Jahresauftakt Alarm und präsentiert neue, dramatische Zahlen. Grund ist die fehlende Anpassung der Leistungen an die Inflation.
Dramatischer Wertverlust im Detail
Die Analyse der Denkfabrik zeigt den realen finanziellen Absturz für Betroffene. Während Löhne und Pensionen angepasst wurden, blieb das Arbeitslosengeld nominal gleich – und verlor so massiv an Wert.
- Nach einem Jahr Arbeitslosigkeit: 8 Prozent Kaufkraftverlust.
- Nach drei Jahren: Schon 15 Prozent weniger reale Kaufkraft.
- Nach fünf Jahren: Ein dramatisches Minus von 27 Prozent.
Die Zahlen belegen eine stille Entwertung. Die Leistungen wurden nicht gekürzt, aber durch die hohe Inflation der vergangenen Jahre faktisch entwertet. Für Langzeitarbeitslose bedeutet das: Sie müssen mit einem Viertel weniger auskommen als noch vor fünf Jahren.
Betriebsbedingte Kündigungen und wachsende Arbeitslosigkeit gefährden Einkommen vieler Beschäftigter. Betriebsräte können hier aktiv werden – mit einem klaren Sozialplan lassen sich Abfindungen, Transfermaßnahmen und Interessen ausverhandeln. Ein kostenloser Praxis-Leitfaden erklärt Punkteschemata, Verhandlungsstrategien und Musterformulare, mit denen Betriebsräte faire Regelungen durchsetzen. Schützen Sie Ihre Kolleginnen und Kollegen vor Härten durch Umstrukturierungen. Kostenlos und sofort herunterladbar. Kostenlosen Sozialplan-Leitfaden herunterladen
Systemversagen: Warum die Leistungen nicht steigen
Der Kern des Problems ist strukturell. Anders als andere Sozialleistungen wird das Arbeitslosengeld nicht automatisch an die Teuerung angepasst. Es fehlt die Valorisierung.
Diese Ungleichbehandlung schafft eine Zwei-Klassen-Gesellschaft im Sozialstaat. Die Berechnungsgrundlage – 55 Prozent des letzten Nettoeinkommens – basiert oft auf alten Gehältern aus der Zeit vor der großen Inflation. Der Übergang in die noch niedrigere Notstandshilfe verschärft die Situation zusätzlich. Österreich hat damit im europäischen Vergleich eine der niedrigsten Nettoersatzraten.
Die soziale Sprengkraft wächst
Die Folgen sind konkret und gefährlich: Arbeitslosigkeit wird in Österreich immer öfter zur direkten Armutsfalle. Rund die Hälfte aller Langzeitarbeitslosen ist bereits armutsgefährdet.
Sozialberatungen melden, dass immer mehr Betroffene trotz Bezügen auf karitative Hilfe angewiesen sind. Das Sparen bei Heizung oder gesunder Ernährung verursacht langfristig hohe Folgekosten für die gesamte Gesellschaft.
Wirtschaftlicher Kontext: Sparpolitik vs. Binnenkonjunktur
Die Warnung kommt in einer heiklen Phase. Nach den Sparpaket-Debatten des Vorjahres steht Sozialpolitik unter Rechtfertigungsdruck. Doch Kritiker der aktuellen Regelung halten dagegen: Eine Kaufkraftstärkung wäre auch ökonomisch sinnvoll.
Geringverdiener geben fast jeden Euro sofort wieder aus. Eine Valorisierung des Arbeitslosengeldes würde daher direkt der Binnenwirtschaft und dem Konsum zugutekommen. Das Momentum Institut fordert deshalb nicht nur eine jährliche Inflationsanpassung, sondern eine Anhebung der Nettoersatzrate auf 70 Prozent.
Wird die Politik jetzt handeln?
Die neuen Zahlen dürften die Debatte um eine Reform der Arbeitslosenversicherung neu entfachen. Sozialverbände fühlen sich bestätigt und fordern sofortiges Handeln. Im Raum stehen Forderungen nach einer rückwirkenden Abgeltung der Inflationsverluste und einem dauerhaften Valorisierungsmechanismus.
Ohne Gegensteuern wird die Schere zwischen Preisen und Leistungen 2026 weiter auseinandergehen. Die Frage an die Politik lautet: Bleibt das Arbeitslosengeld eine statische Versicherungsleistung oder wird es endlich als existenzsicherndes Instrument an die Lebensrealität angepasst?
Übrigens: Viele Betroffene brauchen nicht nur finanzielle Hilfe, sondern auch gezielte Rückkehrprogramme. Das betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) hilft, Beschäftigte nach Krankheit oder Kündigung zu re-integrieren und Arbeitsplätze zu erhalten. Dieser kostenlose Leitfaden liefert Gesprächsleitfäden, Muster-Betriebsvereinbarungen und Schritt-für-Schritt-Anleitungen, wie BEM Prozesse rechtssicher umgesetzt werden. Ob Betriebsrat oder Personalverantwortliche – so lassen sich soziale Härten verringern und berufliche Perspektiven verbessern. BEM-Leitfaden jetzt herunterladen


