Mobile Banking: Neue Betrugswelle trifft deutsche Kunden
27.01.2026 - 00:39:12Cyberkriminelle verfeinern ihre Methoden zum Identitätsdiebstahl drastisch. Verbraucherschützer und Banken warnen aktuell vor einer Welle neuer, gezielter Angriffe auf Online-Banking-Kunden. Die Täter setzen auf psychologischen Druck und technisch ausgeklügelte Fallen, um an sensible Kontodaten zu gelangen.
Betrüger setzen vermehrt auf Smishing-Angriffe per SMS. Gefälschte Nachrichten, angeblich von der eigenen Bank, fordern eine sofortige „Datenaktualisierung“ zur Vermeidung einer Kontosperrung. Ein Klick auf den Link führt auf eine täuschend echte Fake-Webseite. Die Targobank warnt aktuell etwa vor SMS vom Absender „targo.bundesnachweis.info“.
Parallel erreichen Phishing-E-Mails ein neues Niveau. Künstliche Intelligenz erstellt personalisierte Nachrichten, die kaum noch von echter Bankpost zu unterscheiden sind. Aktuelle Kampagnen zielen auf Kunden der Commerzbank und apoBank. Unter Vorwänden wie der Bestätigung des photoTAN-Verfahrens setzen sie die Empfänger unter Zeitdruck. Seriöse Banken fordern niemals per E-Mail zur Eingabe sensibler Daten auf.
Smishing- und KI-Phishing-Angriffe werden immer raffinierter und oft erkennt man die Fallen zu spät. Das kostenlose Anti-Phishing-Paket bietet eine leicht verständliche 4‑Schritte-Anleitung, erklärt die psychologischen Tricks hinter betrügerischen SMS und E‑Mails und zeigt sofort umsetzbare Schutzmaßnahmen für Privatpersonen und Organisationen. Mit praxiserprobten Checklisten für E‑Mails, SMS und gefälschte Hotlines können Sie Identitätsdiebstahl und Kontoverluste verhindern. Anti-Phishing-Paket kostenlos herunterladen
Android-Malware und gefälschte Hotlines
Eine ernste Gefahr stellt neue Android-Malware dar. Schadprogramme wie „Ghost Tap“ zielen auf die NFC-Schnittstelle ab und können kontaktlose Zahlungen auslösen – ohne dass die Bankkarte in der Nähe ist. Die Verbreitung erfolgt oft über betrügerische SMS oder Telefonanrufe.
Eine besonders perfide Taktik ist Call-ID-Spoofing. Hier erscheint auf dem Display die offizielle Service-Hotline der Bank. Die Anrufer geben sich als Bankmitarbeiter aus, um Vertrauen zu schinden und an Passwörter oder TANs zu gelangen. Diese Kombination verschiedener Kanäle macht die Angriffe besonders glaubwürdig.
So schützen Sie sich effektiv
Angesichts der Bedrohungslage sind klare Verhaltensregeln entscheidend:
* Skepsis bei unaufgeforderten Nachrichten: Klicken Sie niemals auf Links in verdächtigen E-Mails oder SMS. Rufen Sie die Bank-Webseite immer manuell im Browser auf oder öffnen Sie die offizielle App.
* Zwei-Faktor-Authentifizierung nutzen: Die 2FA ist beim Online-Banking Pflicht und sollte auch für andere Konten aktiviert werden.
* Software aktuell halten: Halten Sie das Smartphone-Betriebssystem und alle Apps, besonders Banking- und TAN-Apps, stets auf dem neuesten Stand.
* Nur offizielle Quellen: Laden Sie Apps ausschließlich aus dem Google Play Store oder Apple App Store herunter.
Psychologie als Waffe: Angst und Dringlichkeit
Die aktuellen Maschen zielen gezielt auf menschliche Schwächen. Sie erzeugen Angst vor Kontosperrung oder suggerieren dringende Sicherheitsupdates. Der Einsatz von KI macht Fälschungen für Laien fast unmöglich zu erkennen. Gestohlene Daten dienen nicht nur zum Geldraub, sondern auch zur Rufschädigung oder zum Abschluss weiterer Verträge auf Namen der Opfer.
Was kommt als Nächstes? Experten erwarten, dass Betrüger ihre Methoden weiter automatisieren. Technologien wie Deepfakes könnten künftig sogar die Stimmen von Bankberatern in Telefonaten imitieren. Wachsamkeit und ein Grundverständnis für die Tricks der Täter bleiben daher das wichtigste Schutzschild. Im Verdachtsfall ist die sofortige Kontosperrung und eine Anzeige bei der Polizei der entscheidende Schritt.


