Mittagsschlaf, Warnsignal

Mittagsschlaf: Warnsignal für Alzheimer-Risiko?

30.11.2025 - 14:30:12

Längere Nickerchen im Alter könnten mehr sein als nur Müdigkeit. Neue Studien zeigen: Veränderte Schlafmuster könnten ein frühes Warnsignal für Alzheimer sein. Doch ist der Mittagsschlaf Ursache oder bereits Symptom der Erkrankung?

Die Forschung zeichnet ein komplexes Bild. Eine wachsende Zahl von Untersuchungen deutet auf einen bidirektionalen Zusammenhang hin: Exzessive Tagesschläfrigkeit kann nicht nur ein Risikofaktor sein, sondern auch eine Folge neurodegenerativer Veränderungen im Gehirn.

Forscher der Harvard Medical School präsentierten auf dem Kongress SLEEP 2025 alarmierende Daten. Die Analyse von über 86.000 Erwachsenen ergab: Mit zunehmendem Alter werden Nickerchen länger, unregelmäßiger und finden später am Tag statt.

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Das Ergebnis nach Bereinigung anderer Risikofaktoren: Längere Nickerchen erhöhten das Sterberisiko um etwa 20 Prozent. Nicht der Mittagsschlaf an sich ist problematisch – sondern eine deutliche Veränderung der Gewohnheiten.

Der Teufelskreis: Alzheimer und Schlaf

Was kommt zuerst? Eine Studie des Brigham and Women’s Hospital fand Hinweise auf eine wechselseitige Beziehung:

  • Exzessiver Tagschlaf prognostizierte ein erhöhtes Alzheimer-Risiko
  • Eine bestehende Alzheimer-Diagnose beschleunigte die Zunahme der Nickerchen
  • Die Krankheit schädigt Hirnregionen, die für Wachheit zuständig sind

Ein Teufelskreis entsteht: Die Krankheit stört die Schlaf-Wach-Zyklen, was wiederum die Symptome verschlimmern könnte.

Dauer entscheidet über Gesundheitsrisiko

Nicht jeder Mittagsschlaf schadet. Kurze, regelmäßige Nickerchen von 20 bis 30 Minuten verbessern sogar Konzentration, Stimmung und Herzgesundheit.

Problematisch wird es bei längeren Schlafphasen: Eine US-Studie im Fachmagazin “Alzheimer’s and Dementia” zeigte, dass ältere Erwachsene, die täglich oder länger als eine Stunde schliefen, ein um 40 Prozent höheres Alzheimer-Risiko hatten.

Eine weitere Untersuchung in “Neurology” verband extreme Tagesschläfrigkeit mit dem motor-kognitiven Risikosyndrom (MCR) – einer anerkannten Vorstufe von Demenz.

Gestörter Nachtschlaf als Hauptursache

Die Ursache für vermehrte Tagesmüdigkeit liegt oft in schlechtem Nachtschlaf. Während des Tiefschlafs aktiviert das Gehirn ein Reinigungssystem, das schädliche Proteinablagerungen wie Amyloid-Beta entfernt – ein Hauptmerkmal der Alzheimer-Krankheit.

Chronischer Schlafmangel beeinträchtigt diesen Prozess. Die Proteine sammeln sich an. Der Drang zum Mittagsschlaf könnte somit ein Versuch des Körpers sein, den Mangel an erholsamem Nachtschlaf auszugleichen.

24-Stunden-Schlafmuster im Fokus

Dr. Peng Li vom Brigham and Women’s Hospital betont: “Den 24-Stunden-Schlafmustern muss mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden.” Die Beobachtung, dass eine Zunahme von Nickerchen ein Zeichen für eine Verschlechterung des Krankheitsverlaufs sein kann, eröffnet neue Wege für die Überwachung von Risikopatienten.

Anstatt den Mittagsschlaf pauschal zu verurteilen, bewerten Experten ihn nun im Kontext der gesamten Schlafgesundheit und möglicher Veränderungen über die Zeit.

Schlafhygiene als Präventionsstrategie

Die zukünftige Forschung konzentriert sich auf die Frage: Können Interventionen zur Verbesserung des Schlafs das Fortschreiten des kognitiven Abbaus verlangsamen? Die Behandlung von Schlafapnoe oder bessere Schlafhygiene könnten entscheidend sein.

Langzeitstudien verfolgen die Schlafmuster von Tausenden Menschen, um noch frühere Indikatoren für ein Demenzrisiko zu identifizieren. Die Erkenntnis, dass Schlafstörungen ein modifizierbarer Risikofaktor sein könnten, rückt die Schlafmedizin zunehmend in den Fokus der Demenzprävention.

Die Empfehlung: Achten Sie auf konsistente Schlafgewohnheiten. Bei signifikanten Veränderungen – wie einem plötzlich stark erhöhten Schlafbedürfnis am Tag – sollten Sie ärztlichen Rat einholen.

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