Aktien New York: KI-Thema belastet Tech-Werte - Dow dreht ins Minus
04.02.2026 - 20:05:49Von einer Erholung gab es im frühen Handel beim Nasdaq 100 US6311011026, der am Vortag schon deutlich gefallen war, keine Spur. Anleger hinterfragen neuerdings, für welche Branchenunternehmen die Künstliche Intelligenz (KI) neben Chancen auch eine Gefahr bedeutet. Der technologielastige Index büßte zuletzt 2,13 Prozent auf 24.797,95 Punkte ein.
Am breiten Markt gab es nach einem freundlichen Start ebenfalls Verluste. Der S&P 500 US78378X1072 gab zuletzt um 0,77 Prozent auf 6.864,85 Punkte nach. Der stärker auf Standardwerte fokussierte Dow Jones Industrial US2605661048, verlor lediglich 0,01 Prozent auf 49.234,69 Zähler.
Portfoliomanagerin Stephanie Niven von Ninety One sprach von "wahllosen Verkäufen" bei gewissen Branchenwerten aus dem Software- und IT-Bereich. Es sei noch nicht abschließend geklärt, wie viel davon purer Angst geschuldet oder auch fundamental begründbar sei. Klar sei jedoch, dass es bei vielen Werten einen Vertrauensverlust gebe. Dieses Vertrauen müsse erst wiederhergestellt werden.
Unter den Dow-Werten erwischte der Ausverkauf vor allem die Aktien von Nvidia US67066G1040 und IBM US4592001014, die bis zu knapp vier Prozent einbüßten. Ihrem freien Fall gar nicht entkommen konnten die Aktien des App-Entwicklungsdienstleisters Applovin US03831W1080, die nochmals um knapp 14 Prozent abrutschten. Seit Weihnachten hat sich der Kurs des Unternehmens mittlerweile fast halbiert.
Auch im Gaming-Bereich machten sich zuletzt die Sorgen bemerkbar, dass die Künstliche Intelligenz bald die Branche aufmischen wird. Die Titel von Take-Two US8740541094, setzten ihren Kursrutsch um fast fünf Prozent fort, obwohl im dritten Quartal deutlich die Erwartungen übertroffen wurden. Omar Dessouky von der Bank of America sieht hier eine klare Kaufgelegenheit vor der Einführung einer neuen Version des Kassenschlagers "Grand Theft Auto".
Dem Kursrutsch bei einigen Tech-Werten schloss sich AMD US0079031078 mit einem Einbruch um knapp 17 Prozent an, hier allerdings wegen individueller Nachrichten. Am Markt hieß es, die Umsatzprognose des Chipherstellers enttäusche die Anleger. Dies sei ein Zeichen dafür, dass das Unternehmen nicht die von einigen erwarteten Fortschritte im Bereich der künstlichen Intelligenz erziele.
Ein Lichtblick waren US-Pharmawerte, die von Eli Lilly US5324571083 mit einem Kurssprung um mehr als neun Prozent auf fast 1.100 Dollar angeführt worden. Die Papiere näherten sich damit wieder dem Rekordhoch von 1.133,95 Dollar von Anfang des Jahres. Durch den Anstieg der Aktie kletterte der Börsenwert des Pharmakonzerns auch wieder über die Marke von einer Billion Dollar.
Anders als der europäische Konkurrent Novo Nordisk DK0062498333 glänzten die Amerikaner im Wettkampf um Gewichtssenker-Produkte mit ihrer Prognose für 2026. Anleger werten dies als Indiz dafür, dass die Amerikaner den Europäern davonlaufen. Novo-Aktien waren am Mittwoch in Kopenhagen um 18 Prozent eingebrochen.
Aus dem Pharmabereich legten die Aktien von Amgen US0311621009 um acht Prozent zu. Das Biotechnologie-Unternehmen hat dank starker Verkäufe seiner Topmedikamente im abgelaufenen Quartal überraschend viel umgesetzt und verdient.
Für Aufmerksamkeit sorgte noch eine Übernahme: Texas Instruments US8825081040 will den texanischen Halbleiterhersteller Silicon Labs US8269191024 für 7,5 Milliarden US-Dollar kaufen. Das ließ dessen Kurs um fast 50 Prozent nach oben schnellen, während die Titel von Texas Instruments in dem schwachen Tech-Umfeld um gut zwei Prozent nachgaben.
Einen Kurssprung um ein Drittel konnten die Anleger von Enphase Energy US29355A1079 feiern. Der Hersteller von Solar-Produkten wie etwa Wechselrichtern übertraf mit seinem Ausblick auf das erste Geschäftsquartal die Erwartungen und signalisierte einen Wendepunkt, was die Nachfrage betrifft - wohl auch unter dem Einfluss bald endender Steuervorteile.

