Mindestlohn 13,90 Euro: Wie Unternehmen jetzt reagieren
04.02.2026 - 06:14:11Seit Jahresbeginn gilt der neue Mindestlohn von 13,90 Euro. Die Anhebung stellt viele Betriebe vor massive Herausforderungen – von explodierenden Personalkosten bis zur Neujustierung ganzer Geschäftsmodelle. Besonders hart trifft es das Gastgewerbe.
Die Erhöhung um mehr als einen Euro auf 13,90 Euro brutto pro Stunde ist kein isoliertes Ereignis. Sie zieht einen teuren Rattenschwanz nach sich. Denn mit dem Bruttolohn steigen auch die prozentualen Arbeitgeberanteile für Sozialversicherungen. Die wahren Kosten für die Unternehmen liegen also deutlich höher.
Die teure Kettenreaktion in den Gehaltsstrukturen
Die neue Lohnuntergrenze löst eine gefürchtete Kettenreaktion aus. Laut einer aktuellen DIHK-Umfrage plant jedes zweite betroffene Unternehmen, auch die Gehälter von Beschäftigten über dem Mindestlohn anzuheben. Der Grund: Die sogenannte Lohnspreizung soll erhalten bleiben. Die Abstände zwischen einfachen und qualifizierten Tätigkeiten dürfen nicht verwischen. Diese Anpassung treibt die Personalkosten zusätzlich in die Höhe.
Parallel stieg die Verdienstgrenze für Minijobs auf 603 Euro monatlich. So soll eine Wochenarbeitszeit von zehn Stunden weiter möglich bleiben. Doch für viele Manager steht die grundsätzliche Frage im Raum: Sind Minijobs unter diesen Bedingungen noch sinnvoll?
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Gastronomie und Handel unter Druck – Bauwirtschaft entspannt
Die Branchen trifft der Schock unterschiedlich hart. Während in der Bauwirtschaft nur 17 Prozent der Betriebe direkt betroffen sind, sieht es in anderen Sektoren düster aus.
An der Spitze der Leidensliste steht das Gastgewerbe. Hier muss jeder zweite Betrieb die Löhne nach oben korrigieren. Im Einzelhandel sind es 38 Prozent, in der Logistik sind die Effekte ebenfalls deutlich spürbar. Diese personalintensiven Branchen mit hohem Niedriglohnanteil geraten unter enormen Kostendruck.
Kein Wunder also, dass die politische Debatte neu entfacht. Die CDU fordert jüngst Ausnahmen für Saisonkräfte in der Landwirtschaft. Ein Zeichen dafür, dass der regulatorische Rahmen noch lange nicht in trockenen Tüchern ist.
Preiserhöhungen und Produktivität: Die Strategien der Unternehmen
Wie reagiert das Management? Der administrative Aufwand ist immens. Verträge müssen angepasst, Lohnsysteme aktualisiert und die strengen Dokumentationspflichten des Mindestlohngesetzes (MiLoG) erfüllt werden. Bei Verstößen drohen hohe Bußgelder.
Strategisch setzen viele Betriebe auf zwei Hebel: Preisanpassungen und Produktivitätssteigerung. Die gestiegenen Personalkosten sollen an die Kunden weitergegeben werden. Gleichzeitig werden Arbeitsabläufe optimiert, um mit der gleichen Belegschaft mehr zu schaffen. Die große Frage lautet: Reicht das?
Nächster Schritt schon fix: 14,60 Euro ab 2027
Für die Unternehmen ist klar: Der aktuelle Schock ist nur ein Vorgeschmack. Die nächste Erhöhung steht bereits fest. Zum 1. Januar 2027 steigt der gesetzliche Mindestlohn auf 14,60 Euro pro Stunde.
Diese planbare Steigerung soll Betrieben helfen, sich einzustellen. Doch sie macht auch deutlich: Eine flexible, vorausschauende Personalstrategie wird zum Überlebensfaktor. Wer jetzt nicht reagiert, könnte schon in einem Jahr in der nächsten Kostenfalle sitzen.
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