Milka und Dr. Oetker: Das sind die dreistesten Mogelpackungen 2025
20.01.2026 - 09:03:12Versteckte Preiserhöhungen durch schrumpfende Packungsinhalte ärgern Verbraucher weiterhin. Während die offizielle Lebensmittel-Inflation niedrig ist, steigen die Preise an der Ladentheke oft verdeckt. Die Verbraucherzentrale Hamburg stellt das Problem jetzt mit der Wahl zur „Mogelpackung des Jahres 2025“ erneut an den Pranger. Die Abstimmung läuft noch bis heute.
Diese fünf Produkte stehen im Finale
Im Rennen um den zweifelhaften Titel stehen fünf Kandidaten bekannter Marken. Sie zeigen, wie Hersteller Kostensteigerungen versteckt weitergeben.
- Milka-Schokolade (Mondelez): Die Tafel schrumpfte von 100 auf 90 Gramm. Bei gleichzeitigem Preis-Anstieg bedeutet das eine reale Preiserhöhung von über 48 Prozent.
- Käse-Streusel-Backmischung (Dr. Oetker): Als „neu“ vermarktet, ergibt die Mischung nur noch einen halb so großen Kuchen. Die versteckte Teuerung liegt bei fast 90 Prozent.
- XXL Schoko Hafer-Müsli (Kölln): Der Inhalt sackte von 1.700 auf 1.050 Gramm ab – ein Minus von über einem Drittel.
- Penne Pomodoro Mozzarella (Knorr): Der Preis für dieses Fertiggericht stieg stärker als die beworbene Gewichtszunahme.
- 3in1 Classic Kaffeesticks (Jacobs): Weniger Pulver pro Stick trieb den Mengenpreis um 56 Prozent in die Höhe.
Shrinkflation: Ein Massenphänomen mit System
Die Finalisten sind nur die Spitze des Eisbergs. Die Verbraucherzentrale nahm 2025 allein 77 neue Produkte in ihre Liste auf – die zweithöchste Zahl ever.
Die Dimension ist alarmierend: Die durchschnittliche versteckte Preiserhöhung lag bei den aufgedeckten Fällen bei 28,4 Prozent. Die offizielle Teuerungsrate für Nahrungsmittel betrug im selben Zeitraum dagegen nur 2,1 Prozent.
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Neben der Shrinkflation (weniger Inhalt) setzen Hersteller auch auf Skimpflation. Dabei ersetzen sie teure durch billigere Zutaten – für Kunden oft nur an der kleingedruckten Zutatenliste erkennbar.
Gesetzeslücke: Warum Hersteller oft straffrei davonkommen
Viele Verbraucher fühlen sich getäuscht, doch Hersteller agieren häufig in einer rechtlichen Grauzone. Solange die neue, geringere Füllmenge korrekt deklariert ist, liegt formal kein Verstoß vor. Kritiker monieren: Die unveränderte Packungsgröße suggeriert jedoch mehr Inhalt und ist somit irreführend.
Verbraucherschützer fordern deshalb schärfere Regeln. Eine zentrale Forderung ist eine Kennzeichnungspflicht für mindestens sechs Monate, wenn Inhalt schrumpft oder die Rezeptur schlechter wird. Der Unmut in der Bevölkerung ist groß: 76 Prozent haben einer Umfrage zufolge schon mal ein Produkt aus Misstrauen nicht gekauft.
Frankreich macht es vor: Die politische Debatte läuft
Da viele Hersteller EU-weit agieren, wird eine europäische Lösung gefordert. Einige Länder gehen voran:
* Frankreich schreibt seit Juli 2024 Hinweise am Regal auf verkleinerte Produkte vor.
* Österreich plant ein Gesetz mit Strafen bei Verstößen.
Auch in Deutschland ist das Thema auf der Agenda. Die Bundesregierung hat Transparenz versprochen, konkrete Gesetze fehlen aber. Zuletzt forderte die SPD-Fraktion auf der Grünen Woche erneut schärfere EU-Regeln.
Tipps für den Supermarkt-Einkauf
Bis neue Gesetze kommen, sind Verbraucher auf eigene Wachsamkeit angewiesen. Experten raten:
- Immer den Grundpreis (pro kg/100g) vergleichen, nicht nur den Endpreis.
- Bei Hinweisen wie „neue Rezeptur“ oder neuem Design skeptisch sein.
- Verdächtige Produkte bei den Verbraucherzentralen melden.
Die öffentliche Wahl zur dreistesten Mogelpackung erhöht den Druck auf Industrie und Politik – und schärft das Bewusstsein für den Trick im Regal.
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