Mietpreis-Debatte, Experten

Mietpreis-Debatte: Experten streiten über neue Regeln

27.01.2026 - 06:52:12

Die Debatte um die Mietpreisbremse spitzt sich zu, während eine Studie vor negativen Folgen für das Wohnungsangebot warnt. Der Konflikt zwischen Regulierung und Neubau bleibt ungelöst.

Experten diskutieren heute neue Modelle gegen steigende Mieten. Die Debatte ist geprägt vom Streit zwischen strengen Obergrenzen und mehr Wohnungsbau.

Im Zentrum der Fachgesprächen steht die Weiterentwicklung der umstrittenen Mietpreisbremse. Die Regierungsparteien wollen sie verlängern. Vorschläge aus dem Bundesrat zielen darauf ab, Schlupflöcher zu schließen – besonders bei möbliertem Wohnraum und Kurzzeitvermietungen.

Linke und Grüne fordern schärfere Regeln

Von verschiedenen Seiten kommen Forderungen nach weitergehenden Maßnahmen. Die Fraktion Die Linke hat Anträge eingebracht, die ein Verbot neuer Indexmietverträge und eine schärfere Regulierung möblierter Wohnungen vorsehen. Auch Grüne und SPD wollen den Mieterschutz stärken. Sie setzen auf eine Mischung aus stärkeren Regulierungen für Bestandsmieten und einem Ausbau des sozialen Wohnungsbaus. Im Bundestag zeigen sich jedoch tiefe politische Gräben über das nötige Ausmaß der Eingriffe.

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Studie warnt vor Angebots-Schrumpfung

Die Meinungen von Sachverständigen gehen weit auseinander. Das wurde bei einer Bundestags-Anhörung im Juni 2025 deutlich. Während von Grünen und SPD benannte Experten eine Verschärfung der Bremse begrüßten, äußerten von der Union benannte Gutachter Skepsis. Die Immobilienwirtschaft warnt: Zu viel Regulierung verunsichere Investoren und bremse Neubau und Sanierungen.

Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) untermauert diese Bedenken. Demnach halbierte der Berliner Mietendeckel das Angebot an inserierten Mietwohnungen. Solche Eingriffe senkten zwar kurzfristig Mieten für Bestandsmieter, verschärften die Knappheit für Suchende aber erheblich. Mieterverbände wie der Berliner Mieterverein halten dagegen: Der Deckel habe die Mieten spürbar gesenkt. Sie werfen wirtschaftsnahen Studien politische Voreingenommenheit vor.

Der Grundkonflikt: Bauen oder deckeln?

Die Regulierungsdebatte ist eng mit der grundlegenden Krise verknüpft: dem Mangel an bezahlbarem Wohnraum. Initiativen wie der “Wohnungsgipfel” der Bundesregierung sollten den Neubau ankurbeln. Die Ziele von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr wurden jedoch verfehlt. Gestiegene Zinsen, hohe Baukosten und Bürokratie bremsten die Bautätigkeit aus.

Dies befeuert den zentralen Konflikt. Kritiker von Mietendeckeln, darunter FDP und CDU/CSU, argumentieren: Nur ein massiver Ausbau des Angebots könne die Preise nachhaltig stabilisieren. Sie setzen auf Deregulierung und schnellere Genehmigungen. Befürworter strengerer Regeln halten dagegen: Der Markt allein sorge nicht für soziale Wohnungsversorgung. Kurzfristig brauche es wirksame Instrumente gegen Verdrängung, denn Neubau wirke nur langfristig.

Eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht. Die tiefen ideologischen Gräben und die Komplexität des Marktes deuten auf langwierige Verhandlungen hin. Langfristig wird der Erfolg jeder neuen Regulierung davon abhängen, ob parallel der Wohnungsneubau entscheidend beschleunigt werden kann.

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